Fichtenspitzensirup und Tannenspitzensirup selbstgemacht

Fichten- und Tannenspitzensirup ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund: vor allem im Winter bei Erkältungen und Husten ein altbewährtes Hausmittel. Da die jungen Spitzen der Nadelbäume im Frühling austreiben, wird er traditionell auch „Maiwipfelsirup“ genannt, da die Ernte vor allem im Mai möglich ist (je nach Witterung vielleicht auch noch später).

tannenspitzensirup

Man kann ihn als Zusatz zum Tee verwenden, Kochrezepte damit verfeinern und ihn je nach Konsistenz auch wie Honig als Brotaufstrich verwenden. Die Herstellung ist relativ einfach, auch wenn es teilweise etwas Glückssache ist.

Wichtig beim Sammeln:

Gepflückt werden die jungen, hellgrünen Triebe von Fichte oder Tanne. Sie sind farblich gut erkennbar und sehr weich. Verwendet werden können sie im ganz jungen Stadium, wenn es erste kleine Knospen sind, aber auch später, wenn die Triebe schon einige Zentimeter lang sind.

Wichtig ist: Niemals einen ganzen Baum leerpflücken oder übermäßig „plündern“, da dies sein Wachstum und sein Weiterbestehen gefährden kann! Am besten über mehrere Bäume verteilt stückweise pflücken. Da Wildtiere diese Sprossen auch gern fressen, ihnen auf Fraßhöhe genug übrig lassen 🙂

Und natürlich nicht unbedingt an stark befahrenen Straßen oder sonstig belasteter Umgebung sammeln.

Unterschied Fichte und Tanne

Nicht nur  botanisch, auch im Geschmack unterscheiden sich beide Bäume: Die Tanne ist milder, die Fichte harziger und aromatischer.

Hier ein paar Tipps zur Bestimmung der Nadelbäume:

Fichte Tanne Unterschied

Aus eigener Erfahrung: Ja, es stimmt, „die Fichte sticht, die Tanne nicht!“ – und die Fichte ist auch harziger (zumindestens bei meiner Ernte). Und wer Angst hat, auf eine Kiefer gestoßen zu sein: Deren Nadeln sind immer paarweise angeordnet in der typischen „Pinzettenform“; sie sind am leichtesten zu unterscheiden.

Hier findet sich eine guter Vergleich von Kiefer, Fichte und Tanne.

Die Zubereitung

Du brauchst:

  • 2-4 Handvoll junge Triebe
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Kg Zucker (Raffinade, Kandis, Rohrzucker… alles ist möglich)
  • nach Geschmack Zitrone (frisch oder Konzentrat)
  • heiß gespülte, saubere Schraubgläser oder -flaschen

Zubereitung:

Schritt 1: Die Fichten-/Tannenspitzen gut waschen und in 1 Liter Wasser legen, 1 Tag ziehen lassen (wichtig für das Aroma)

Schritt 2: Wasser + Triebe ca. 15 Minuten köcheln lassen, die Nadeln verlieren etwas ihre Farbe

Schritt 3: Flüssigkeit abseihen (Triebe entfernen) und den Zucker dazugeben (und evtl. Zitronensaft)

Schritt 4: Das Zucker-Wassergemisch einkochen. Und hier wird es jetzt etwas heikel; die Zeitangabe ist vage und man muss sich herantasten. Grob geschätzt würde ich 45-60 Minuten empfehlen, es kommt aber auf die Sorte des Zuckers, die Intensität des Kochens und auch etwas Glück an 🙂 (Mein erster Versuch mit 90 Minuten Kochzeit ergab eine bonbonartige feste Zuckermasse und war damit gescheitert).

Schritt 5: Die Flüssigkeit kochendheiß in die Gläser füllen und diese sofort fest verschließen und auf den Kopf stellen. Wenn sie halbwegs abgekühlt sind, wieder umdrehen. Hierbei hat sich ein Vakuum gebildet und der Sirup ist haltbarer (mindestens 1 Jahr, würde ich sagen). Nicht wundern, wenn die Gläser beim Abkühlen „ploppen“, der Deckel ist meist erst nach oben gewölbt und springt irgendwann runter.

sir

im braunen Gläschen: Mit Kandiszucker eingekocht

Tipps:

Die fertige Konsistenz kann man nicht genau vorhersagen. Wichtig ist ein Verhältnis Flüssigkeit/Zucker von 1:1; im Zweifelsfall lieber etwas mehr Zucker als zuwenig. Man kann beim Kochen die „Gelierprobe“ machen und einen kleinen Tropfen abkühlen lassen und dann die Konsistenz prüfen. Je länger man kocht, umso fester wird es nach dem Abkühlen. Allerdings würde ich für den Anfang empfehlen, lieber nicht lang zu kochen, denn wenn es zu flüssig ist, kann man immer nochmal weiter einkochen. Ist es einmal fester Karamell geworden, hat man verloren 😉

Mein Versuch mit Kandiszucker ist super lecker geworden! Ich habe 1/2 Kilo braunen Kandis und 1/2 Kilo normalen Zucker genommen. Die Kochzeit hat sich etwas verkürzt und es ist super aromatisch geworden und hat eine tolle bernsteinbraune Farbe bekommen!

sirup

Ausbeute mit 1 Liter

Advertisements

2 Kommentare zu “Fichtenspitzensirup und Tannenspitzensirup selbstgemacht

  1. […] sie gern auch mal übersehen werden. Mir ging es ähnlich. Und als ich letztes Jahr zum ersten Mal Fichtenspitzensirup eingekocht habe, musste ich mich wirklich erst einmal erkundigen, was der Unterschied zwischen Tanne […]

    Gefällt mir

  2. Krebsmadeleine@gmail.com sagt:

    Warum ist mein tannenspitzensirup bitter???

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s