Von der Bergbäuerin: “Das Kräuterwissen für Leib und Seele”

Nach dem wunderschönen Buch über die Waldfrau habe ich mich bei dem Verlag nochmal umgesehen und ein ähnlich sympathisches und schönes Buch entdeckt. Nicht ganz so “revolutionär”, aber ebenfalls aus dem Wissen einer sehr naturverbundenen Frau heraus entstanden, die ihr Leben Tag für Tag mit Kräutern teilt:

Das Kräuterwissen für Leib & Seele, von der Bergbäuerin Rosmarie Kranabetter

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Rosmarie Kranabetter hat auf jeden Fall schonmal den kräuterhexigsten Namen, den man sich vorstellen kann – ich find ihn einfach toll 😉 Sie lebt in Irschen, einem Allgäuer Dorf auf 1300 Metern Höhe. Und irgendwie wundert mich das gar nicht, denn das Allgäu scheint das Mekka der Kräuterkundigen zu sein, u.a. der sehr bekannte und interessante Wolf-Dieter Storl lebt dort auch auf seinem Selbstversorgerhof. Im Buch wird dafür aber auch eine mögliche Erklärung gegeben: Die Jahreszeiten in dieser Höhe und bei der besonderen Witterung sind sehr intensiv, die Winter lang. Ebenso intensiv und konzentriert ist dann auch die Qualität und Kraft der Kräuter, die dort wachsen.

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Über das Buch

Ich habe sehr viele Kräuterbücher, und jedes ist anders. Dieses hier gehört eher in die Kategorie “Rundherum-Lese-Entdeck-und-Reise-Buch”: Es ist keine bloße Sammlung von Rezepten und auch kein Gesundheitsbuch für eine komplette Hausapotheke, sondern bringt von allem etwas mit. Man kann es trotz der Rezepte und Anleitungen als Lesebuch durchlesen, denn es ist wie eine lange Erzählung rund um das Thema geschrieben, in die immer wieder konkrete Tips und viel interessantes Wissen eingestreut sind. Es geht in die Tiefe, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen, denn es verliert sich nicht in Einzelheiten oder eine zu große Menge an Pflanzen und Gedanken, sondern hat einen roten Faden. Dieser rote Faden begleitet einen durch alle Bereiche, die für das Verständnis von Kräutern und deren Anwendung wichtig sind. Es ist kein Lehrbuch, aber ein Lernbuch und deswegen auch gut für Einsteiger geeignet, da es nicht nur Lust auf Kräuter macht, sondern auch ganzheitlich in die Thematik einführt – vom Säen und Ernten über das Verarbeiten und Zubereiten bis hin zur Bedeutung für die Seele.

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Kräuterwissen und Rezepte

Das Buch liefert für jeden Bereich, in dem man Kräuter einsetzen kann, Ideen, Rezepte und Anregungen. Die Rezepte und Anleitungen sind meist gut kommentiert und fügen sich gut in das Buch ein, so als würden sie nebenbei hineingestreut werden. Natürlich sind sie aber nur als Ausschnitte des großen Repertoires zu verstehen, da das Buch wie gesagt kein reines Nachschlagewerk ist.

Folgende Einsatzmöglichkeiten werden vorgestellt:

  • Kräutertees
  • Tinkturen
  • Essige/Öle/Liköre
  • Räuchermischungen
  • Für die Küche
  • Für Körper und Seele

Was mir sehr gefällt: Die Rezepte und Anleitungen sind in der Regel recht einfach und konzentriert gehalten. “Weniger ist mehr” gilt auch und vor allem in der Kräuterkunde. Denn so manches Kraut ist schon allein für sich ein wahres Wunder und kann gar nicht genug gewürdigt werden. Sehr liebevoll und persönlich werden einige dieser “Super-Kräuter” vorgestellt wie z.B. die wunderbare Schafgarbe, über die man immer wieder Neues erfahren kann, auch wenn sie nur “unscheinbar” am Wegrand steht.

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Das Angenehme an dem Buch ist die warme, begeisterte Sichtweise auf die Kräuter und die daraus abgeleitete ganzheitliche Verwendung. Wie viele Möglichkeiten es gibt, Gutes und Helfendes aus Pflanzen zu machen, zeigt dieses Buch. Genau das gefällt mir daran gut, da es auch um die innere Einstellung geht und darum, wie wir Pflanzen/der Natur und uns selbst begegnen. Das Buch ist überhaupt nicht esoterisch künstlich spirituell, auch trotz der Räuchermischungen nicht; sondern man merkt ihm einfach an, dass es von einem Menschen stammt, der sehr eng mit den Kräutern und ihren Wirkungsmöglichkeiten verbunden ist. Davon profitiert das Buch sehr, weil es dadurch ganz natürlich und unverkrampft in die Welt der Kräuter einführt.

Anregungen zum Selbermachen

Wie schon oben aufgelistet, werden viele Ideen und Rezepte für das Herstellen verschiedenster Dinge mit Kräutern gegeben – egal ob für Küche, Körper, Geist oder Seele. Es macht auf jeden Fall Lust zum Sammeln und Ausprobieren – botanische Kräuterporträts liefert es aber nicht.

Die Rezepte zum Kochen mit Kräutern sind zwar größtenteils nicht vegan, liefern aber trotzdem gute Anregungen. Alle anderen Rezepte wie z.B. Tinkturen, Tees, Öle usw. sind natürlich für Veganer geeignet.

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Fazit

Ein ruhiges, sonniges und sympathisches Buch, das einen nicht nur in die Welt der Kräuter entführt, sondern auch ein bißchen Allgäuer Luft schnuppern lässt. Nicht wissenschaftlich, aber sehr weitsichtig geschrieben und voller Anregungen, Schönes aus und mit Kräutern selbstzumachen und vielleicht der eigenen Gesundheit mal anders zu begegnen. Kräuter sind unsere Freunde und Helfer – am meisten oft sogar die kleinen, unscheinbaren. Genau für diese versteckten Wunder und das Einfache, Naheliegende, weckt dieses Buch die Sinne.

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