Erschöpften Bienen und Hummeln helfen

Jetzt im Sommer ist Bienen- und Hummelzeit und unsere kleinen flauschigen Helferchen, ohne die wir Menschen nur sehr wenig Nahrung hätten, sammeln überall Nektar, bestäuben damit unzählige Pflanzen und sammeln Vorräte und Nahrung für ihre Nachkommen. Oft sieht man leider tote, manchmal aber auch noch lebende Bienen und Hummeln am Boden. Die gute Nachricht: Man kann ihnen unter Umständen helfen! Deswegen hier ein paar

Tipps, wie man erschöpften Bienen und Hummeln helfen kann

erschöpften hummeln helfen

Findet man eine Hummel am Boden oder sieht sie irgendwo liegen, sollte man schauen, ob sie noch lebt. Keine Angst, Hummeln sind sehr sanftmütig und sind nicht darauf aus, wild um sich zu stechen (im Gegensatz zu Bienen und Wespen überleben sie es aber, da ihr Stachel dabei nicht herausreißt). Also ruhig genauer hinschauen und überprüfen, ob sie noch lebt.

Findet man eine Hummel, die lebt, aber nicht wegfliegt, ist sie höchstwahrscheinlich erschöpft, geschwächt und ausgehungert. Die Gefahr, dass sie zu schwach zum Weiterfliegen ist und wirklich verhungert, ist groß, da sie sich oft verausgaben und dann nicht mehr rechtzeitig an geeignete Nahrungsquellen kommen.

So kannst du geschwächte Hummeln einfach und schnell aufpäppeln:

Bienen und Hummeln können mit einer Zuckerlösung „gefüttert“ und somit wieder „startklar“ gemacht werden:

Ideal ist eine Mischung aus

  • 3 Teilen normalem Zucker
  • 3 Teilen Fruchtzucker (Fruchtzucker)
  • 4 Teilen kaltem Wasser

(Man liest auch Rezepte mit 4 Teilen Fruchtzucker, 2 Teilen normalem Zucker und 3 Teilen Wasser)

Es geht aber auch nur eine einfache Zuckerlösung aus normalem Zucker und Wasser (Verhältnis: 3 Teile Zucker, 2 Teile Wasser).

Wichtig: Das Wasser muss kalt sein und der Zucker muss sich vollständig aufgelöst haben (klare Lösung ohne Zuckerkristalle). Auch darf kein Gelierzucker verwendet werden.

So füttert man die Hummeln und Bienen:

Man kann mit einer Plastikspritze oder einer Pipette Lösung neben sie auf den Boden träufeln und schauen, dass sie diese mit ihrem Saugrüssel aufnehmen.

Oft werden auch umgedrehte Legosteine verwendet, da man dort die Flüssigkeit hineingeben kann, die Hummeln aber nicht ertrinken.

Auch flache Kronkorken oder leere Tabletten-Blister könnten geeignet sein. Oben auf dem Bild: So sah unsere Ausstattung heute aus, als wir bei einer Linde Hummeln helfen wollten (unter Linden sind oft Mengen an erschöpften, verhungernden Bienen und Hummeln zu finden).

Wenn sie trinken, ist es ein sehr gutes Zeichen, und man sollte sie dann in Ruhe lassen (und darauf achten, dass keine Ertrinkungsgefahr durch ungeeignete Gefäße besteht), es kann einige Zeit dauern, bis sie wieder fit zum Abflug sind und auf Nahrungssuche gehen.

Gut für unterwegs: Eine Plastik-Spritze oder eine Pipettenflasche mit fertiger Zuckerlösung dabeihaben, um zwischendurch schnell helfen zu können.

So können wir wir Hummeln und Bienen nachhaltig helfen:

Hummeln und Bienen sterben seit Jahren in Massen, vor allem wegen des hohen Pestizideinsatzes und der vielen Monokulturen.Sie brauchen wieder ein reichhaltigeres Nahrungsangebot.

Das kannst du tun:

  • Geeignete Wildblumen pflanzen und Seedbombs basteln, verteilen und verschenken
  • ökologische und regional angebaute Obst- und Gemüseerzeuger und -händler unterstützen (think global, act local!)
  • auch andere Menschen über das Bienensterben aufklären
  • Bienenpatenschaften übernehmen und verschenken
  • nur Honig von Bio-Imkern aus der Region kaufen
  • Insektenhotels und Hummelburgen aufstellen/aufhängen und zu Weihnachten verschenken

hummel3

 ❤ Hier seht ihr ein süßes Video einer Hummel, die Zuckerwasser trinkt 🙂

Auf dass wir wieder mehr und vor allem sattgegessene und gesunde Hummeln und Bienen um uns haben!

Bitte gern teilen & weitersagen!

Advertisements

19 Kommentare zu “Erschöpften Bienen und Hummeln helfen

  1. Didi sagt:

    Super, ich sehe jeden Tag ein paar von den kleinen Brummern auf dem Bürgersteig liegen, jetzt kann ich auch mal endlich was tun und unseren kleinen Freunden helfen.
    Welcher normale Zucker würde sich denn am besten empfehlen?

    Gefällt mir

  2. KAOS-Hexe sagt:

    Hat dies auf http://www.KaosBlog.de rebloggt und kommentierte:
    Ich mopse mir díesen Beitrag, da die Hilfe für Hummel und Bienen sooooo unvorstellbar wichtig ist!

    Gefällt mir

  3. […] Erschöpften Bienen und Hummeln helfen […]

    Gefällt mir

  4. Heidi sagt:

    Es ist jetzt zwar ein Weilchen her. Ich habe heute eine Biene gesehen und Gott sei Dank näher hingeschaut und bemerkt, dass sie noch lebt.
    Ich habe ihr jedoch Honig gegeben. Ist das auch i.O.? Da ich zur Arbeit musste, hab ich den Honig mit dem Löffel genommen. Die Biene saugte sofort (fast alles) auf. Sie klebte regelrecht am Löffel 🙂 Als ich am Abend zurückkam, war sie weg und der Honig fast alle.
    Kann mir bitte jemand sagen, ob das auch hilft? Hätte ich ihr auch Wasser geben sollen?
    Danke!

    Gefällt 1 Person

    • Hallo liebe Heidi! Honig soll man nicht geben, da über den Honig Krankheitserreger anderer Bienen übertragen werden können. Ich habe auch letztens gelesen, dass man leere Honiggläser mit Honigresten nicht in Altglascontainer werfen soll, damit sich Bienen nicht dort daran stärken und krank werden. Zuckerwasser ist daher am besten (wenn der Zucker sich richtig aufgelöst hat).
      Liebe Grüße und toll dass du auch den kleinen Wesen hilfst! 🙂
      *Franziska*

      Gefällt mir

  5. Aylin Alexandra sagt:

    Ich habe gerade eine Biene gefunden.. Wahrscheinlich kann sie nicht mehr fliegen, weil es schon zu kalt ist. Ich bitte um ein melden eurerseits… Bringt ja nichts sie aufzupeppeln. Sobald sie wieder draußen ist, stirbt sie bestimmt..liebe Grüße

    Gefällt mir

    • Hallo liebe Aylin, leider sterben im Herbst und Winter sehr viele Bienen und Hummeln; dass sich die Völker reduzieren ist ein natürlicher Vorgang und man kann sicherlich nichts tun in solchen Fällen. Findet man im Frühling oder Sommer entkräftete Bienen und Hummeln, sind die Chancen ganz gut, sie mit Zuckerlösung wieder fit zu bekommen. Leider sterben durch Chemikalien, Futtermangel und Krankheiten auch unabhängig von Winter und Kälte hunderttausende Bienen und Hummeln, deswegen ist es toll, wenn Menschen dafür ein Auge haben und helfen. Danke Dir für Dein Hinschauen!! Liebe Grüße *Franziska*

      Gefällt mir

  6. Alexandra sagt:

    Hallo!
    Ich habe heute beim Spazierengehen eine Biene auf den Gehsteig gefunden. Ich hab sie mitgenommen und in meiner Hand gewärmt. Sie lebt und klettert in meiner Hand herum. Zuckerwasser hab ich ihr auch angeboten. Meine Frage ist: soll ich das Bienchen genau da auslassen wo ich sie gefunden habe? Wie lange kann man eine Biene in der Wohnung halten? Momentan ist es draußen nicht so toll für Bienen. Zu kalt. Soll ich sie einem Imker geben?

    Gefällt mir

    • Hallo Alexandra! Da bin ich ehrlich gesagt überfragt, aber ich würde sie glaub ich rauslassen, und auch an der Fundstelle. Ansonsten gibt es, falls Du bei Facebook bist, eine gute Gruppe: Rund um die Wildtierpflege. Vielleicht dort mal nachfragen…? Liebe Grüße und wie schön dass Du Dich um sie kümmerst!

      Gefällt mir

      • Alexandra sagt:

        Ich habe einen Imker gefragt. Er hat auch gemeint ich soll sie einfach in der Nähe auslassen, sie findet sich zurecht. Das Bienchen war nach fast 3 Stunden Handwärme und einer guten Portion Zuckerwasser wieder flugtauglich. Hat mich echt gefreut wie sie davon geflogen ist. Beim Auffinden war ich nicht sicher ob sie noch lebt.

        Gefällt 1 Person

      • ❤ Wie schööön….. Tolles Erlebnis und einem lieben Seelchen geholfen!!

        Gefällt mir

  7. julie sagt:

    Lieben Dank für die Info mit dem Zuckerwasser 🙂 Es haben sich 2 Bienen auf unseren Balkon verirrt, die waren geschwächt und komplett nass vom Regen. Die eine musste sich nur kurz trocknen, da war sie wieder weg. Die andere päpple ich jetzt mit Zuckerwasser auf und sie erholt sich schon und macht erste Flugversuche 🐝. Sie schien zu Beginn schon fast tot zu sein, darum bin ich jetzt umso glücklicher, dass sies schafft ❤️

    Gefällt 1 Person

  8. Heimi76 sagt:

    Habe heute morgen ein solches Tierchen (vermutlich eine Sandbiene) bei mir in der Wohnung, mehr tot als lebendig gefunden und mich dann an den Tipp mit dem Zuckerwasser erinnert. Aufgrund meiner Unkenntniss hätte das Insekt erst mal fast im Zuckerwasser ersäuft, konnte es aber nach einer Weile zum trinken animieren … es hat sich nun gereinigt und ist langsam wieder Quicklebendig und hat die Auswahl zwischen Zuckerwasser, Honigwasser (was sie laut einem anderen Blog besser riechen konnen) und normalem Wasser … leider hat sie die Fähigkeit richtig zu laufen, oder gar kontroliert zu fliegen noch nicht erlangt, Büxt mir aber immer wieder aus seiner provisorischen Heimat aus, die ich nun zum Hochsicherheitstrakt ausgebaut habe da ich das Tierchen noch nicht in die Freiheit entlassen möchte, bevor es wieder 100% Flugtauglich ist und somit auch eine Überlebens-chanse hat … hoffe, habe da keine gravierenden Fehler gemacht …

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s