Mein Nachbar, der Mammutbaum (und sein duftendes Harz!)

Ich sag ja, das Leben ist voller Überraschungen. Hätte mir gestern jemand erzählt, dass in Deutschland Mammutbäume wachsen, hätte ich mich doch sehr gewundert. Und heute habe ich mich dann nun richtig gewundert: Denn ich laufe seit 6 Jahren nahezu täglich an einem vorbei 😀 Aber nun erstmal die kurze Geschichte dazu und ein paar Tipps, wobei er uns helfen kann:

Der übersehene Urweltmammutbaum

mammutbaum

Ich hoffe, ihr seht das wie ich: So „richtig“ auffällig ist er nicht 😉 – Genaugenommen fiel er mir immer nur aus dem Augenwinkel auf, da erst nach vielen Metern ganz weit oben Äste aus dem Stamm wachsen und seine Rinde so faserig ist. Und irgendwann fielen mir die kleinen Zapfen ins Auge, die ganz selten mal am Boden lagen. Ich fand jedes Jahr 1-2 und nahm sie mit nach Hause, ohne mich weiter damit zu beschäftigen, weil ich den Baum für eine Zypresse gehalten habe.

Heute bin ich allerdings mit einem anderen Blick durch den Wald gegangen, in dem ich seit 6 Jahren fast täglich mit meinem Hund bin. Ich war auf der Suche nach Harz zum Räuchern, denn manchmal hat man ja das Glück, Stämme zu finden, an denen Harz ausläuft. Selbst anschneiden würde ich einen Baum dafür nämlich nicht. Und da landete ich nun an diesem einen Baum, der der einzige war, an dem jede Menge getrocknetes Harz klebte, das ich ohne ihm zu schaden sammeln konnte. Ich habe mich total darüber gefreut und mich zuhause dann gleich auf die Suche nach den gesammelten Zapfen gemacht, um ihn mit Hilfe Fachkundiger bestimmen zu können. Und da ist er auf einmal nun, mein Nachbar, der Urweltmammutbaum, den ich so lange übersehen hatte 🙂

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Mammutbaum: Harz, Rinde und Zapfen

Urweltmammutbaum: Harz, Rinde und Zapfen

Wofür der Mammutbaum steht

Eigentlich spricht sein Name schon für sich, deswegen bedarf es gar keiner großen Recherche. Er verkörpert Widerstandskraft, Stärke und Standhaftigkeit. Er scheint die Jahrtausende zu überdauern, einen Weitblick zu haben und in sich zu ruhen.

Gleichzeitig ist er auch biegsam, schlau und sanft – seine Rinde ist unbeschreiblich weich, besteht aus warmen Farben und weichen Fasern. Sein Stamm ist im Verhältnis gesehen schlank und schmal, er ist biegsam und doch beständig. Seine Zweige sind fächerartig, luftig und gleichen zierlichen Federn; es ist also ein Baum der Leichtigkeit, die nicht im Widerspruch zu Kraft und Stärke steht.

Der sanfte Riese – das scheint auf ihn zuzutreffen (auch wenn er hier in unseren Breitengraden natürlich nicht überdimensional groß ist) und er fühlt sich für mich als sehr sanfter, weiblicher und feinfühliger Baum an. Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass es ein sehr geselliger Baum ist, der nicht gerne ganz ohne „Seinesgleichen“ dort steht. Leider leben dort keine weiteren Mammutbaumkumpels… 😦

Von nun an werde ich ihn auf jeden Fall mit anderen Augen sehen – ich freue mich sehr über diese Entdeckung! Und nun ein paar zusammengetragene

Infos über Mammutbäume und ihre Wirkung auf den Menschen:

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  • Mammutbäume können bis zu 4000 Jahre alt werden und werden als Mittler zwischen Himmel und Erde gesehen
  • Der Urweltmammutbaum wurde erst vor 70 Jahren in einer tiefsten chinesischen Hochebene als lebendes Fossil entdeckt. Als Jungpflanze kann er 1 Meter pro Wachstumsperiode wachsen! Sei Alter: 50 Millionen Jahre! Und er wird auch „Wasserlärche“ genannt, was ich witzig finde, da er mich auch an die Lärche erinnert hat.
  • In der Homöopathie wird er verwendet, um innerer Kapitulation vorzubeugen.
  • In der Gemmotherapie (über die ich demnächst noch berichten werde!) wird er als Überlebenskünstler gesehen und aufgrund seiner erdenden, vitalisierenden Persönlichkeit bei Unruhe und Depressionen, Burn-Out und Erschöpfung sowie für einen ausgeglichenen Alterungsprozess eingesetzt. Der Mammutbaum schafft es, trotz widrigster äußerer Umstände zu überleben. Daher dient er auch zur Stimulierung des Immunsystems. Außerdem wird er in diesem Bereich der Naturheilkunde als pflanzliches Beruhigungs- und Entspannungsmittel verwendet.
  • Sie sind ein Tor in die Vergangenheit: Die amerikanischen Ureinwohner verehren diese Bäume, da in ihren Wipfeln die Seele der Vorfahren leben sollen.

Räuchern mit Mammutbaumharz

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Mammutbaumharz

Mammutbaumharz

Vorweg: Der Duft ist der Wahnsinn!!! Ich habe gerade mal eine Räucherkohle angeschmissen, weil ich es direkt probieren wollte, und bin begeistert! Super ergiebig und ein so toller Geruch – wie bester Weihrauch mit einer ordentlichen Portion Wald. Und es ist kein schwerer Duft, sondern eher frisch und kein bisschen scharf oder stechend. Hätte er eine Farbe, würde ich ihn als grün-golden beschreiben 🙂

Man kann Mammutbaumharz räuchern, um inneren Frieden und innere Ruhe zu fördern. Er kann auch Teil von Ahnenräucherungen sein oder allem, was mit Verwurzelt-Sein zu tun hat – also auch ein guter Bestandteil von erdenden Mischungen, allerdings dabei trotzdem ein Lichtbringer. Für mich hat dieses Harz etwas stimmungsaufhellendes, seelenerfrischendes und harmonisierendes. Ein durchweg positiver Baum, der als „König der Bäume“ die Kraft des Waldes in Haus und Herz bringt!

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15 Kommentare zu “Mein Nachbar, der Mammutbaum (und sein duftendes Harz!)

  1. melhaswelt sagt:

    Interessanter Beitrag 🙂 Und ich freue mich schon über Deinen Bericht über die Gemmotherapie! Ich beschäftige mich auch seit einiger Zeit damit. Sehr interessantes Thema und in Deutschland ja leider noch gar nicht so verbreitet….

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  2. berlienchen sagt:

    Wie die Zufälle so sind… Tatsächlich hätte ich auch gedacht, dass es solche Bäume bei uns nicht zu finden sind, ABER wir haben einen in unsere, Tierpark, der im Gehege der Enten und Höckergänse steht. Dort ist er umzäunt. Ich hatte keine Ahnung, warum, aber durch deinen Beitrag wurde es dann logisch. Wenn die Rinde so weich ist, würden die Gänse und Enten sie wohl wegnaschen…
    Ich habe nicht viel Ahnung vom Räuchern von Harzen und fand deine Beschreibung hier sehr interessant. Kannst du vielleicht beschreiben, wie man das genau macht, was man benötigt? Kann man das Harz einfach so abbrennen?

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    • Huhu! Also Harz könnte man zwar auch so abbrennen, aber ich glaube es brennt nicht wirklich gut alleine und schmilzt und schmiert dann auch. Ich räuchere am liebsten mit einem Räuchersieb (ein Metallsieb über einem Teelicht), weil da die Räucherstoffe nicht direkt verbrennen und soviel qualmen, sondern eher verglimmen und nicht die ganze Wohnung in einer Nebelwand verschwindet 🙂 Man kann aber auch auf Räucherkohletabletten (wie auf meinem Foto in der Schale zu sehen; die gibt´s als Zubehör für Wasserpfeifen in Tabakläden oder in Esoterikläden). Die glühen durch und dann legt man die Kräuter und Harze auf und sie verbrennen und räuchern ordentlich vor sich hin. Viele Kräuter kann man auch in einer feuerfesten Schale direkt anzünden, aber auch da qualmt es meist ordentlich. Und das mit der Rinde beim Mammutbaum, da hast du recht… Da würden sich die Enten bestimmt dran satt essen 🙂 Ich seh hier am See immer, wie die Enten die hängenden Zweige der Weide abknabbern 🙂

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  3. berlienchen sagt:

    Dankeschön für die Erläuterung! Das klingt spannend und macht Lust auf´s Nachmachen. Mal sehen. Ich kenn das Räuchern sonst nur von Räucherstäbchen, aber ich denke mit echten Naturmaterialien ist es sicher etwas anders, oder?

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    • Also Räucherstäbchen bestehen ja auch zum Großteil aus gemahlenen Harzen und Pflanzenteilen, aber es sind auch noch Zusatzstoffe dabei. Also es ist nicht ganz so ursprünglich wie das Selber-Räuchern. Ich hatte früher aber ständig welche an, aber seitdem ich mit Hunden zusammenlebe lasse ich das aus Rücksicht auf ihre Nase sein 🙂

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  4. […] Mammutbäume in Deutschland? Das wusste ich auch nicht. Quelle: Mein Nachbar, der Mammutbaum (und sein duftendes Harz!) […]

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  5. […] habe mich heute mit einem Freund aufgemacht zum Mammutbaum und wir haben zusammen dieses kleine Herbstbegrüßungs-Mandala […]

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  6. […] immer auf ihn und sag ihm Hallo, ebenso wie meiner jahrelang übersehenen neuen Bekanntschaft, dem Mammutbaum […]

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  7. Monika sagt:

    Vielen Dank für den Artikel! Bei uns in der Umgebung gibt es einige Mammutbäume… durch das Gassigehen mit Hundi achtet man vielleicht eher auf Bäume? 😉 Heute habe ich mir zum Räuchern trockene Zweige und kleine Äste mitgenommen. So viel Glück, Harz zu finden, hatte ich leider nicht.
    Toller Blog – ich werde Dir folgen!
    Herzliche Grüße
    Monika

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    • Hallo liebe Monika, Glückwunsch zu Deinen großen Mammutfreunden 🙂 Die Zweige und Äste werden die gleiche Energie haben, aber den Duft wahrscheinlich nicht so. Trotzdem wunderbar 🙂 ! Bei uns hier im Stadtwald ist es auch nur dieser eine, der mal Harz hatte. Man kann es auch nirgendwo kaufen, es scheint also wirklich sehr selten zu sein. Aber vielleicht entdeckst Du ja auch mal etwas; vielleicht nach dem Winterfrost? Liebe Grüße zurück und danke für Deine lieben Zeilen! Franziska

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  8. Caroline sagt:

    Hallo,
    ich hätte gern gewusst, ob du zwei, drei kleine Tränen des Harzes, also so einen kleinen „Beleg“, vielleicht tauschen würdest, da ich das Harz für mein Räucherstoffe-Archiv und entstehendes Buch suche?
    LG
    Caroline

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