Wintersonnenwende: Die Rückkehr des Lichts und der Ursprung von Weihnachten

Die Wintersonnenwende ist eines meiner liebsten Jahreskreisfeste ❤ Es ist eine ganz besondere Nacht, daher will ich einige Hintergründe und Ideen mit euch teilen ♥

neunerlei holz

Die Wintersonnenwende: Der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres

Wie der Name schon sagt, ist es ein Wendepunkt, der mit dem Stand der Sonne zu tun hat. Der Abstand zwischen Sonne und Erde ändert sich im Lauf des Jahres – und mit ihm die Dauer die Länge der Sichtbarkeit der Sonne und damit auch die Länge der Tage bei uns auf der Erde. Die Wintersonnenwende markiert den Höhepunkt der „dunklen Jahreszeit“, denn der Tag davor ist der kürzeste des Jahres – demzufolge erleben wir zu diesem Zeitpunkt auch die längste Nacht. Doch dies ändert sich mit der Sonnenwende, da ab nun die Sonnenbahn unseres Horizontes wieder ansteigt und die Tage länger werden.

Die längste Nacht

Die längste Nacht

Die Rückkehr des Lichts und der Ursprung von Weihnachten

In den früheren Kulturen und Lebenswelten war die Natur und eine beseelte Umwelt der Lebensmittelpunkt der Menschen, da sie mit der Natur lebten und unmittelbar von ihr abhängig waren. Es kann also fast keinen wichtigeren Grund zum Feiern gegeben haben, als die Rückkehr der Sonne, die sich mit der Wintersonnenwende ankündigt (meist am 21., aber auch am 20. oder 22. Dezember)! Viele antike Bauwerke und Heiligtümer, bei denen genau und nur zur Sonnenwende das Licht durch einen zentralen Punkt fällt, beweisen dies. Prähistorische Sonnenverehrung findet man überall auf der Welt, und gerade zur Wintersonnenwende kann man dies gut verstehen, wenn man sich vorstellt, was für eine gute Verheißung dieses Fest war: Die Tage werden nun wieder länger, Wärme und Licht kehren zurück und auch das Leben in der Natur wird bald wieder erwachen. Es ist daher ein absolutes Fest des Lebens und der Lebenskraft – und ebenso eines der Wiederauferstehung, wenn das tiefe, kalte Tal des Winters erfolgreich durchschritten wird. Und so ist auch sehr naheliegend, zu verstehen, dass das Christentum dieses Fest schlicht adaptiert und „umgeschrieben“ hat in die eigenen erschaffenen Überlieferungen – und nicht nur dieses Fest wurde im Christentum einfach um 3 Tage verrückt und unter anderem Namen gefeiert. Aber das ist hier nicht das Thema, denn ich möchte ich euch noch von einigen wunderschönen Bräuchen und Überlieferungen zum Feiern dieses wunderschönen Fests erzählen.

Wintersonnenwende

Bedeutung der Wintersonnenwende

Viele Aktivitäten haben auch in unserem heutigen Weihnachtsfest überlebt, in dem sich zentrale Elemente des heidnischen Lichtfestes bewahrt haben:

  • Das Schmücken von Haus und Hof mit immergrünen Zweigen, Mistelzweigen, bunter Dekoration und vielen Lichtern
  • Das Backen und Teilen verschiedenster leckerer Backwaren
  • Das Teilen von Geschenken und besinnlicher Zeit – also auch des Dankesagens

Das Schmücken mit bunten Kugeln ist erst in den letzten 1-2 Jahrhunderten aufgekommen, davor waren Äpfel eines der wichtigsten Symbole. Sie stehen für Fruchtbarkeit, Nahrung und Leben und sie waren ein wertvolles (und gesundes!) Geschenk und wunderbar zum Schmücken geeignet.

Da die Natur noch im tiefen Schlaf war, bald aber wieder zum Leben erwecken würde, war es ein alter ländlicher Brauch, die Natur sicherheitshalber rechtzeitig aufzuwecken und darauf vorzubereiten, dass es bald wieder losgehen würde mit dem aktiven Leben. Daher wurden Bienenstöcke, Bäume und die Tiere auf dem Hof in den Ställen „wachgeklopft“ und man flüsterte ihnen zu, dass sie bald wieder erwachen sollen, wenn spätestens im Frühling das neue Leben wieder beginnt.

Da jetzt aber noch die Dunkelheit und der Winter unser Leben bestimmen, ist es auch eine Zeit des Insichgehens, des Kräftesammelns und des Beisammenseins – und hier ist nicht nur der gegenwärtige Kreis von Familie und Freunden gemeint, sondern auch der Teil unser Liebsten, die nicht mehr unter uns weilen. Es ist eine Zeit der Ahnen und der eigenen Wurzeln, deswegen ist es ein guter Anlass, an sie zu denken, mit ihnen zu sprechen und sie im Herzen lebendig bleiben zu lassen. Der Kreislauf des Lebens wird gerade in ruhigen, dunkleren Zeiten präsent und man kann sie nutzen, um in sich zu gehen und sich mit dem eigenen Inneren zu beschäftigen. Dazu gehören dunkle wie helle Seiten, die man in seinem Wesen vereinen und annehmen kann.

Licht ist auch Hoffnung – deshalb ist die Wintersonnenwende durch und durch ein Feiertag! Die Sonne wird in dieser heiligen Nacht wieder neu geboren und bald zu ihrer alten Kraft zurückkehren und uns mit Wärme, Licht und Nahrung versorgen, weswegen alles Runde, Goldene und Lichte unbedingt ebenfalls zu diesem Fest gehört. Und da auch die Farbe Grün gerade in der dunklen Jahreszeit ein Symbol für das Leben und die Hoffnung ist, eignen sich goldene, grüne und rote Farben bestens als Farben, die zu diesem Fest passen (Gold für das Licht, Grün für das Leben/die Natur und Rot für Energie und Lebenskraft).

Ich habe daher für dieses Jahreskreisfest einen Kranz aus neunerlei Grün gebunden, ihn mit roten Beeren dekoriert und werde in der Sonennwendnacht eine leuchtende Kerze in seiner Mitte entzünden:

Schutzkranz neunerlei holz

Alte Bräuche & Magisches zur Wintersonnenwende

Es gibt Unmengen wundervoller Traditionen und Überlieferungen für dieses bedeutende Jahreskreisfest – sie alle hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen, zumal jede Region ihre eigenen besonderen Bräuche hat. Einige habe ich aber zusammengetragen und stelle sie hier einmal vor, um einen Einblick in die große Bedeutung dieses Festes und gleichzeitig einige Ideen zum Feiern zu geben.

wintersonnenwende

♣ Es kann ein traditionelles Sonnenwendfeuer entzündet werden – am besten mit dem Yulscheit. Die Asche dieses Stücks Holz wurde nach dem Fest aufbewahrt, da sie Fruchtbarkeit und Segen bringen sollte.

♣ Wer kein Feuer entzünden kann, kann natürlich Kerzen nehmen – eigentlich nicht wegzudenken in dieser Jahreszeit und ein guter „Ersatz“ eines großen Feuers im Freien.

♣ Der Baum als Weihnachtssymbol steht für das Leben und die Kraft der Natur. Man muss aber keinen Baum fällen, um diese Kraft bei sich zu haben. Mit Räucherungen von Bäumen (Nadeln, Harze, Hölzer, Beeren) kann man sich gut mit dieser Kraft verbinden.

♣ Eine schöne und leckere Idee ist es, symbolisches Backwerk selber zu machen: Man kann Kekse und Plätzchen in runden Formen als Sonnensymbol backen und mit Nüssen verzieren. Auch alles, was mit Äpfeln zu tun hat, passt bestens (siehe oben!). Ich werde z.B. einen Apfelpunsch kochen.

♣ Das Thema Essen ist in unserem heutigen Weihnachten ja quasi omnipräsent – und das ist auch nicht verkehrt. Allerdings macht es mich immer traurig, wenn die Feste der Menschen den Tod Tausender Tiere bedeuten. Für mich passt es nicht zusammen und ich sehe nichts Positives oder Glückbringendes darin, einen wert-vollen Anlass mit der Ent-wertung von Lebe(wese)n zu zelebrieren. Dankbarkeit und Achtung stehen für mich im Vordergrund – da passen eine tote Gans oder sonstige Weihnachtsbraten nicht dazu, denn der Tod bleibt Tod, und zwar ein ganz realer. Für mich ist es ein gutes Gefühl, durch eine kleinen „Verzicht“ ein großes Leben zu retten – und das gerade an Feiertagen, aber auch im Rest des Jahres.

♣ Da Weihnachten auch eine Zeit des Schenkens und Verwöhnens ist, sollte man das auch zum Anlass nehmen, sich selbst etwas Gutes zu tun! Und ebenso seiner Umwelt. Ich werde Vogel- und Eichhörnchenfutter aufhängen und an Freunde verschenken. Wenn Geben und Nehmen im Einklang sind, haben mehrere etwas davon 🙂

♣Passende Pflanzen zum Räuchern sind rote getrocknete Beeren (z.B. Ebereschenbeeren und Weißdorn), Holunderholz und -beeren, Eichenrinde und -blätter, Harze aus einheimischen Wäldern und Wurzeln lichtbringender Pflanzen wie Angelika (Engelwurz) und Alant. Und ganz besonders passt der Wacholder! Er repräsentiert Standaftigkeit, Lebenswillen und alles Untergründige, Innere, Mystische. Seine Nadeln und sein Holz haben einen intensiven waldigen Duft und er zeigt uns das Verborgene, spendet Lebenskraft und erdet uns.

♣ Auch das Thema Schutz findet zu dieser Zeit gut seinen Platz und man kann sie nutzen, um sich aus schützenden Kräutern Schutzamulette herzustellen – bspw. ein Ebereschenamulett (die Beeren und das Holz sind auch in dieser Jahreszeit noch zu finden!):

schutztalisman eberesche

Und als wunderbarer Abschluss folgen auf die Wintersonnenwende die wunderbaren Rauhnächte: Die heiligen 12 Nächte rund um den Jahreswechsel sind eine magische, ganz besondere Zeit, die man für Reinigung, Innenschau und zum Orakeln nutzen kann. Ich werde demnächst mehr dazu schreiben!

Ich wünsche euch eine wunderschöne Zeit und freue mich schon sehr auf diesen Tag!

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8 Kommentare zu “Wintersonnenwende: Die Rückkehr des Lichts und der Ursprung von Weihnachten

  1. Edith Kraft sagt:

    Guten Morgen liebe Franziska, deine Worte zur Sonnwende tuen gut, es ist wirklich ein wunderschöner Brauch, es lohnt ihn wieder zu erwecken denn er ist wirklich nachvollziehbar, auch ich freue mich auf diesen Zeitpunkt. Dir vielen Dank, eine wunderschöne zeit und lb. Grüße Edith

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  2. […] Quelle: Wintersonnenwende: Die Rückkehr des Lichts und der Ursprung von Weihnachten […]

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  3. Sehr schöner Artikel. Hab heute ebenfalls was dazu gepostet.

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  4. […] Wintersonnenwende. Die Sonne wird wieder stärker, die Tage werden länger. Ich habe gesehen, dass Frau Birkenbaum einen sehr schönen und informativen Text verfasst hat, der die Hintergründe dieses Festes […]

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  5. […] man sich und sein Leben von alten Energien, lädt neue ein und schützt sich gleichzeitig. Und da Weihnachten ein Fest des Lichts und der Sonne ist, passt das Element Feuer bestens dazu – denn neben dem Verbrennen von […]

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  6. […] Frau Birkenbaum erzählte letztes Jahr auch etwas von der Wintersonnenwende. Dies ist eine meiner liebsten Seiten in diesem Bereich. […]

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  7. Hat dies auf Frau Birkenbaum rebloggt und kommentierte:

    Morgen ist die Wintersonnenwende und das Licht kehrt zurück! Ich wünsche euch eine schöne Zeit 🙂

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