Anleitung für das Brighid-Kreuz (Sonnenkreuz)

In meinem Beitrag über das wundervolle Imbolc-Fest der alten keltischen Göttin Brighid habe ich auch kurz das Sonnenkreuz vorgestellt. Da ich gefragt wurde, wie man es selbst herstellen kann, hier eine Anleitung und einige Hintergrundinfos – es ist sehr leicht gemacht und ein tolles Symbol!

Herkunft und Bedeutung des Brighid-Kreuzes

brighid´s cross brighids kreuz sonnenkreuz pagan

Im irischen Raum ist es als Brighid´s Cross bekannt und eines der populärsten irischen Symbole: Die keltische Göttin Brighid wurde vom Christentum in eine Heilige umgemünzt, St. Brighid. Ihr Attribut war das Sonnenkreuz – mit der Besonderheit, dass es gleichschenklig und aus Naturmaterialien geflochten war.

Ähnlich wie die Weihe der Kerzen im deutschsprachigen Raum wurden an diesem Feiertag landesweit Brighids Kreuze hergestellt, geweiht und als Schutz und Segen mit nach Hause genommen. Dort wurden diese Kreuze am oder im Haus befestigt und im nächsten Jahr dann gegen Neue ausgetauscht.

Das Brighid u.a. die Göttin des Feuers und der Flammen war, sollte dieses Kreuz vor Feuer schützen. Interessanter Weise scheint genau hier der heidnische Ursprung durch, denn die vom Christentum erschaffene Legende der Heiligen Brighid hat keinerlei Bezug zum Feuer. Dennoch war dies der zentrale Aspekt dieses dann auch kirchlichen Brauchs des Begehens dieses Jahreskreisfests. Und auch die ungewöhnliche Interpretation des Kreuzes in einer gleichschenkligen Form und die Herstellung aus Naturmaterialien legen das Überdauern des heidnisch-keltischen Ursprungs nah.

Man kann also solch ein Kreuz an Imbolc herstellen, es mit Kerzen und einer passenden Räucherung weihen und als Schutztamulett über Türen oder an andere Stellen im Haus hängen. Im folgenden Jahr kann man die alten Kreuze verbrennen/vergraben (sich von Altem befreien!) und sie durch neue ersetzen!

Wenn die Kreuze aus reinen Naturmaterialien hergestellt sind, eignen sie sich auch gut als kleine Opfergaben in der Natur.

Anleitung für ein selbstgemachtes Sonnenkreuz

sonnenkreuz stroh

Materialien:

  • Strohhalme oder anderes biegsames Naturmaterial (Gräser, Weidenzweige o.ä.)
  • Faden
  • Schere

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Imbolc, Lichtmess, Candlemass: Fest des Lichts & der Göttin Brighid am 2. Februar

Alte Bräuche, Rituale, Naturzauber und Überlieferungen: Imbolc, Brighid oder Lichtmess ist eines meiner liebsten Jahreskreisfeste, weswegen ich euch ein par interessante Dinge über dieses Fest des Lichts verraten möchte!

Es wird entweder am 1. Vollmond des Jahres oder am traditionellen Datum 2.2. begangen und ist nicht nur die erste Jahreskreisfeier im Abschnitt der Rückkehr der Sonne, sondern gleichzeitig eine Feier der Mitte des Winters. Dieses Fest ist dem Winter, der wiederkehrenden Sonne und der Göttin Brighid gewidmet. Es ist ein Fest des Segens, der Reinigung und des inneren Wachsens.

Die Ursprünge von Lichtmess

Natürlich hat dieses Fest vorchristliche, heidnische Wurzeln und entstammt in seiner Ausprägung in unseren Breitengraden der keltisch-naturreligiösen Glaubenswelt. Die Namenspatronin Brighid ist eine der wichtigsten keltischen Göttinnen und repräsentiert u.a. Folgendes:

  • Licht und das Herdfeuer
  • den Kessel der Weisheit und
  • das Feuer der Inspiration.

Sie ist die Heilige der Schmiede, der Künstler, der Familie, der Mütter und der Heilung.

Im Christentum wurde dieses hohe Fest der Göttin Brighid umgewandelt in das Fest „Maria Lichtmess“, anstelle der Göttin trat die Jungfrau Maria – die Frauenfigur wurde also ausgetauscht. Genutzt wurde dieses Fest u.a. als Anlass, die Weihnachtszeit zu beenden, alle Weihnachtssymbole aus Kirchen und Häusern zu entfernen und Kerzen für das neue Jahr zu weihen. Hier entdecken wir mehrere alte, heidnische Elemente wieder: Reinigung, Beenden des Winters/Neuanfang und Segen durch Feuer und Licht.

göttin brighid goddess

Die Bedeutung von Imbolc

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Pflanzlicher Harzbalsam einfach selbstgemacht

Kiefernsalbe, Fichtenbalsam, Tannencreme: Ich hatte ja letztens bereits über das Sammeln und Verwenden von Baumharzen gesprochen und dort auch den leicht herzustellenden Harzbalsam erwähnt. Und genau diesen habe ich nun probehalber einmal hergestellt. Demnächst möchte ich dann mit einer Freundin etwas mehr davon herstellen und noch andere Dinge probieren.

Hier die Anleitung für die Herstellung eines pflanzlichen Harzbalsams:

Vorweg gesagt: Ich arbeite wenn möglich nie mit Waage und Messbechern, sondern immer nach Gefühl. Daher kann ich hier nur ungefähre Mengenangaben geben – es gibt aber jede Menge genaue Rezepte im Netz und ich werde weiter unten noch eine gute Anleitung verlinken.

Aber die gute Nachricht daran: Es ist recht gelingsicher, wenn man einige Dinge beachtet 🙂

Harz wildsammlung

 

Benötigt wird Folgendes: Weiterlesen

Harze sammeln und verwenden

Harze von Bäumen sind eine wunderbare Sache und man kann schöne Dinge mit ihnen machen – und seiner Gesundheit etwas Gutes tun!

Kleine Geschenke von großen Bäumen: Das Harz

Ich bin zum Harzsammeln gekommen, als ich nach Jahren des Spazierengehens im gleichen Stadtwald einen Mammutbaum entdeckte, an dessen Rinde sich kleine, feine Ströme trockenen Harzes zeigten. Ich nahm einige Stückchen mit, verräucherte sie und war begeistert von dem wahnsinnig tollen Duft. Weihrauchkaufen gehört nun also für mich zur Vergangenheit, zumal man mit Harzen einheimischer Bäume auch naturheilkundlich viel tun kann. Seitdem achte ich mehr auf Bäume und ihre Rinde und sammle nun auch tolles Tannenharz selbst, das man auch nirgendwo kaufen kann. Aber Harze sammeln zu können ist auch immer ein Glücksfall, denn man muss schon genau hinschauen – umso wertvoller ist es für mich, wenn ich irgendwo ein paar golden glänzende Harztropfen finde.

harze einheimisch sammeln resin wildcrafted

Wo und wie man Harz von Bäumen sammeln kann

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„Die Seele der Alpen“ -eine magische Reise durchs Jahr

In den Alpen haben sich jahrtausende altes Wissen und Bräuche rund um die Natur, den Jahreskreis und die geheimen Kräfte des Lebens gehalten – ein reicher Schatz an archaischen und mystischen Vorstellungen und Erfahrungen, der bis heute in alten Traditionen, Überlieferungen und Naturdenkmälern bestehen blieb. Aus vielen verschiedenen Quellen und mit einem guten Gespür wurde diesen alten Überlieferungen und magischen Bräuchen auf die Spur gegangen, immer der Natur und dem Lauf des Jahres folgend. Das lesenswerte Ergebnis möchte ich euch heute kurz vorstellen und ans Herz legen:

Die Seele der Alpen – Magische Rituale mit der Kraft von Sonne, Stein und Wasser

Kurt Derungs, Kailash Verlag 2015, 16,99€

In seinem Buch nimmt der Autor uns mit in die magische Welt der Alpen: Alte Naturverehrung, mystische Gottheiten und Sagengestalten, mächtige Berge, tiefe Täler und eine ungebrochene Verbindung zur Natur und ihren Kreisläufen sind die Begleiter. Ein wunderschönes Büchlein, um zu lernen, zu erfahren und den alten Geschichten nachzuspüren!

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Zum Inhalt

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert:

Im ersten Teil werden geografische, geschichtliche und wissenschaftliche Hintergründe vorgestellt und ein Einblick in den naturbezogenen Glauben und das spirituelle Leben unserer heidnischen Vorfahren gegeben. Alpenkundige oder Einheimische profitieren hier von genauen Ortsangaben, aber auch wer nicht dort wohnt, kann mit diesem Buch sehr gut in die faszinierende Welt der Berge eintauchen. Sehr spannend und aufschlussreich ist der Ansatz des Autors, viele Fäden zu ihren alten Quellen zusammenzuführen und den vorchristlichen Spuren auf den Grund zu gehen. So begegnen uns viele interessante weibliche Göttinnen- und Sagenfiguren, aber auch Erklärungen, wie das Christentum sie zu seinesgleichen machte. Und wir tauchen ein in die Welt einer beseelten Natur, in der Quellen und Gewässer heilig waren, Naturgeister mit uns sprechen und der Wald eine Seele hat.

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Im zweiten Teil geht es dann beginnend mit der dunklen Zeit des Jahres auf eine Reise mit dem natürlichen Kreislauf der Sonne. Wir folgen in alten Ritualen, Feiern und Bräuchen der Reise der Sonne und dem Mond aus der Tiefe an ihren höchsten Punkt und wieder zurück ins Verborgene. Der Autor verfolgt die Reste heidnischer Bräuche aus der Gegenwart, verbindet sie mit alten Überlieferungen und ordnet sie in ihre möglichen Ursprünge ein. Ganz klar, dass wir damit bei den essentiellen Kräften des Lebens ankommen: Bei der Erde, der Sonne, dem Mond und der Lebenskraft, die in allem schlummert, von der wir abhängig und durch die wir erst entstanden sind.

Einige Kapitel:

  • Salige und Schicksalsfrauen
  • Von Sennerinnen und Hirten
  • Rituale und Naturgaben
  • Allerseelen und Anderswelt
  • Krampus und Nikolausfrau
  • Die mythische Frau Percht
  • Lichtmess und Brotwerfen
  • Scheibenschlagen und Feuerkult
  • Walpurgisnacht und Pfingstkönig
  • Der Korngeist als letzte Garbe

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Ich muss sagen, ich habe in diesem Buch wirklich noch einiges gelernt, mit dem ich nicht gerechnet hatte! Vieles Wissen über alte Jahreskreisbräuche habe ich bisher aus irischen/keltischen/britannischen Überlieferungen gewonnen. Und nun habe ich sie auch in den Alpen wiedergefunden – und zwar mit handfesten kulturgeschichtlichen Belegen. So trifft man sogar in den Alpen den Brauch der aus Korn geflochtenen Göttin Brighid wieder! Besonders hervorzuheben ist außerdem, dass der Autor neben der großen Bedeutung der Sonne auch immer wieder die Rolle des Mondes in seinen Deutungen und Erklärungen mit einbezieht.

Und trotz seiner genauen Belege und der nachvollziehbaren Rekonstruktion der Fakten und Indizien ist es kein trockenes Lehrbuch. Man erfährt auch das Gefühl für diese alte Welt, die in jedem von uns schlummert: Das Staunen über die Macht der Natur, den Respekt und die ewige Suche nach einem guten Leben, aber auch die Sehnsucht nach der Verbindung zu unseren Wurzeln, zu etwas Höherem und einer guten Quelle allen Lebens.

Dieses Buch liest sich natürlich am allerbesten neben dem Kaminfeuer in einer einsamen Almhütte, aber dieses Privileg haben leider nur wenige Menschen. Aber auch andernorts kann man in diese Atmosphäre eintauchen und viel über unsere Wanderung durch das Jahr in und um uns herum lernen. Ein Buch, das zum Nach- und Weiterdenken anregt und viele Inspirationen auch für die eigene Verbindung mit den natürlichen Kreisläufen und Jahreskreisfesten gibt – und nicht zuletzt einen spannenden Beitrag zum Verständnis unserer heutigen Feste leistet und ihnen so wieder eine ganz neue, alte Bedeutung geben kann.

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Mein Fazit:

  • lesenswert
  • lebensbereichernd
  • handlich und gute Qualität
  • fundiert und lebendig
  • absolute Empfehlung!

Und hier findet ihr eine Leseprobe des Verlags!

Altes Wissen über die Magie der Tanne

Die Tanne in alten Überlieferungen, als Räucherwerk, Kraftbaum und treuer Begleiter: Es gibt jede Menge zu entdecken über einen der „Klassiker“ in unseren Wäldern!

Jüngere Tannen mit noch glatter Rinde bilden gerne solche Augen aus und blinzeln uns vergnügt an

Jüngere Tannen mit noch glatter Rinde bilden gerne solche Augen aus und blinzeln uns vergnügt an

Die Tanne: altbekannt und zu Unrecht unterschätzt

Wir alle kennen den quasi obligatorischen Weihnachtsbaum, der meist eine Tanne ist. Und wir kennen all die Nadelbäume, an denen wir so vorbeigehen. Aber sie sind irgendwie so „normal“, dass man recht wenig über sie weiß und sie gern auch mal übersehen werden. Mir ging es ähnlich. Und als ich letztes Jahr zum ersten Mal Fichtenspitzensirup eingekocht habe, musste ich mich wirklich erst einmal erkundigen, was der Unterschied zwischen Tanne und Fichte ist. Und dann habe ich aus beiden leckeren Sirup gekocht, fing seitdem aber an, meine Augen mehr für diese altbekannten Begleiter zu öffnen. Als mir dann eine wunderschöne Tanne begegnete, an der ich nun regelmäßig ein paar Tropfen wunderbares Tannenharz mitnehmen darf, räucherte ich es zum ersten Mal und begann, mich näher mit der Tanne zu beschäftigen.

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Tanne als Räucherwerk

Es gibt so viele Tannen, aber quasi nirgendwo Tannenharz zu kaufen. Ziemlich seltsam, und ich weiß auch nicht, woran das liegt. Aber nun habe ich ja zum Glück einen lieben, leicht harzenden Baum, der mir immer wieder mal ein paar Körnchen Harz abgibt. Ich habe am Weihnachtsvollmond dort einen kleinen Vorrat für die Rauhnächte gesammelt und habe ganz oft einfach nur das pure Tannenharz verräuchert. Der Duft ist wunderschön und erfüllt den Raum mit einer unwahrscheinlich liebevollen, wohltuenden Atmosphäre. Sehr viel Licht, Wärme und Positives strahlt das Tannenharz aus, und der Duft ist süß, waldig und zitronig-frisch. Das Harz eignet sich wunderbar als alleiniges Räucherwerk und es erhellt und befreit den Raum.

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Die Tanne und ihre Eigenschaften

Das frische Holz riecht sehr aromatisch, ebenso die frischen Nadeln, welche sich vom frischen Holz übrigens nur schwer abtrennen lassen. Sobald die Zweige trocknen, fallen viele Nadeln von selbst ab – aber nicht alle! Es ist für mich ein starker Baum mit Widerstandskraft und „Biss“: Die Tanne ist für mich ein Baum, der weiß was er will, für sich gerade steht und ohne Umwege aufrecht dem Licht entgegenwächst und dabei fürsorglich mit seinen dichten, stabilen Zweigen vielen Tieren Schutz und Nahrung gibt. Die Nadeln verrotten sehr schnell, weswegen die Tanne ein guter Humusbildner im Wald ist und damit auch die Erde nährt und den ökologischen Kreislauf antreibt.

Das Holz ist sehr hell und duftend (im frischen Zustand) und wurde schon in der Steinzeit vom Menschen genutzt. Es ist auch heute noch ein Holz, das häufig verarbeitet wird – oft gemeinsam mit der Fichte. Und: Tannen können viele 100 Jahre alt werden! Sie sind also auf mehreren Ebenen treue Begleiter ♥

Tannenholz

Die Tanne in der Naturheilkunde

Wie ich schon erwähnt hatte, kann man nicht nur aus jungen Fichtentrieben im Frühling („Maiwipferl“) einen gesunden und leckeren Sirup z.B. gegen Husten einkochen, sondern auch aus Tannenspitzen. Der Tannenspitzensirup schmeckt deutlich weniger aromatisch, kann aber ebenso bei Erkältungen und zur kalten Jahreszeit verwendet werden!

sirup

Die vielen wertvollen Inhaltsstoffe der Tanne wirken entzündungshemmend, schleimlösend, auswurffördernd, belebend und gegen Keime/Bakterien! Und auch ihr Vitamin-C-Gehalt ist nicht zu unterschätzen.

Die Nadeln können auch als Tee gegen Husten getrunken werden – allerdings habe ich das noch nicht selbst probiert und kann nur von meiner Erfahrung berichten, als ich den Sud aus frischen Tannenspitzen probiert habe: Das war eine ziemlich bittere Angelegenheit 😉

Hildegard von Bingen empfahl Tannenharz für gesunde Zähne und festes Zahnfleisch – und interessanter Weise bin ich gerade heute über einen alten Bericht eines Allgäuers gestolpert, der erzählte, wie früher die Waldarbeiter Harz kauten und saubere Zähne hatten. Und ja – Harze sind im Allgemeinen essbar, auch Weihrauch. Einige Sorten schmecken wirklich sehr bitter und waren für mich nicht genießbar, aber bei meinen selbstgesammelten, einheimischen Harzen habe ich das nie festgestellt.

Sehr gut soll auch eine Salbe mit Tannenharz sein – angewandt z.B. bei rheumatischen/arthritischen Gelenkserkrankungen. Da ich mit Weihrauchsalbe schon vor Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht habe, steht selbstgemachte Tannenharzsalbe auf meiner Liste der Vorhaben ganz oben.

Tanne

Altes Wissen und Überlieferungen zur Tanne

Die „heilige“ Tanne kam früher in vielen Sagen und Märchen vor – was nicht verwunderlich ist, da die Tanne ja ein sehr wichtiger und vielfach verwendbarer Baum ist, Nadelwälder aber oft etwas Unheimliches haben. Andererseits steht die Tanne als immergrüner Baum auch für das ewige Leben, Wachstum und Lebenskraft.

Im Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens ist die Tanne als „Kleinkinderbaum“ verzeichnet, von dem die Hebammen die Kinder schütteln. Nicht verwunderlich, gerade in diesem Zusammenhang: Der Tannenzweig galt oft als Lebensrute – als Symbol der Lebenskraft.

Weitere alte Überlieferungen über die Tanne:

  • Tannenzweige halten, wegen ihrer stechenden/abwehrenden Nadeln, Hexen und Unheil ab
  • In der Walpurgisnacht oder an Ostern wurden Tannenzweige zum Schutz an die Viehställe gesteckt
  • Über das Scheunentor wurde zum selben Zweck ein Büschel Tannenzweige gehängt
  • In der Toskana heißt es: Wenn ein Tannenzweig über der Schwelle hängt, muss der böse Zauberer erst alle Nadeln einzeln zählen, ehe er eintreten kann – man ist also sicher
  • Auch für Glück und Segen sowie zum Schutz vor Gewitter und Feuer wurden Tannenzweige aufgehängt
  • Das auch heute noch bekannte Richtfest beim Errichten eines Hausgiebels wird traditionell mit einem geschmückten Kranz aus Tanne begangen
  • Ein Stück Holz einer vom Blitz getroffenen Tanne galt als Amulett gegen Blitzeinschlag
  • Auf die Tanne wurden gern Krankheiten mit kleinen Heilungszaubern „übertragen“ und mit ihrer Hilfe gebannt
  • Bei Krankheiten wurde mit Tannenholz und frischen zerhackten Tannenzapfen auf glühenden Kohlen geräuchert
  • Damit kleine Kinder gut schlafen konnten, legte man ihnen einen Tannenzapfen unter das Kopfkissen
  • Viele Tannenzapfen bedeuteten eine gute Ernte
  • Man soll Tannenzweige bei zunehmendem Mond schneiden, damit die Nadeln lange am Ast bleiben
  • auch für Liebeszauber fand die Tanne Verwendung

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Alter estnischer Heilungszauber mit Tannenzweigen:

  1. Gehe bei abnehmendem Mond, am besten an einem Freitag, schweigend in den Wald.
  2. Nimm drei Tannenzweiglein und verdrehe und verknüpfe sie fest miteinander.
  3. Sprich dann: „Büschla dich wind ich, (…Krankheit…) dich bin ich!“

Alte Überlieferungen für den Monat Januar

Alte Monatsnamen, Aberglauben, Wetterregeln und Brauchtum

Der Januar ist ein wichtiger Monat: Er ist der erste des neuen Jahres und das Wetter wurde in früheren Zeiten immer ganz genau beobachtet, da es Aufschluss über das folgende Jahr geben sollte. Hier einige Bräuche, Überlieferungen und Wetterregeln zum Januar!

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Alte Monatsnamen für den Januar

Der Name Januar stammt vom doppelgesichtigen („Janus-Gesicht“) römischen Gott Janus ab, dem er geweiht war. Andere Namen für den Januar waren:

  • Wolfmonat (in einem Breslauer Gedicht aus dem 15. Jahrhundert ist von der Wolfmondin die Rede. Im Januar ist Paarungszeit der Wölfe)
  • Hartmonat war vom 15. Jahrhundert an die gängige Bezeichnung (dies deutet wohl auf den hartgefrorenen Erdboden hin)
  • Im Neubrandenburgischen wurde der Januar „Dickkopp“ genannt
  • Bärmonat war die Bezeichnung im Schweizerischen
  • „dat kale mand“ nannte man den Januar noch im 19. Jahrhundert in Göttingen
  • Eismonat tauchte ab dem 18. Jahrhundert auf
  • Thore oder Thorsmanad stammen aus dem Skandinavischen (hier besteht ein Bezug zum Wachstumsgott Thor)

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Alte Wetter- und Bauernregeln und Aberglauben zum Januar

„In einem slowakischen Märchen gibt der Januar seinen Stab dem März und wie ihn dieser erhebt, schmilzt der Schnee, die Bäume knospen und Gras und Veilchen sprießen hervor. Wenn aber der Januar selbst den Stab dreht, entsteht Finsternis, Schneegestöber und Sturm“

-genau das haben wir gerade! Ich habe letztens noch eine Veilchenblüte gesammelt, Kirschblüten gesehen und sprießende Knospen beobachtet…

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Überlieferungen und Aberglaube zum Januar:

  • Im Januar tritt die Sonne in das Zeichen Wassermann ein
  • Die früher verbreitete Januarfeier wurde wiederholt von Seiten der Kirche verboten
  • Zu Neujahr wurden Geschenke verteilt (ein Vorläufer der Neujahrsgeschenke), gern auch am 2. Januar, der oft extra gefeiert wurde
  • Im Bentheimischen war lange noch der 2. Januar „Handgift“ (ein Tag der Beschenkung)
  • In verschiedenen Orten bei Eisenach hieß der 2. Januar „Waldfeier“ und alle Arbeit, auch die im Walde, musste ruhen
  • In Schlesien war der 2. Januar der Tag, an dem Dienstboten ihren Dienst wechselten
  • Der Januar ist ein Holzbrenner und gilt als der kälteste Monat, indem man besonders auf seine Gesundheit achten soll
  • ein regenreicher oder schneefreier Januar „düngt die Äcker“, es sterben dann aber auch besonders viele Frauen, hieß es
  • Hochzeiten fanden häufig im Januar statt
  • schon in der germanischen Zeit galten Herbst und Winter als beste Zeit zum Heiraten
  • In Pennsylvanien heißt es, im Januar geborene Kinder seien geistersichtig

Wetterregeln für den Januar

  • Fangen die Tage an zu langen, kommt der Winter gegangen
  • Der Bauer sieht im Januar lieber den Wolf (=kaltes Wetter) als den Pflug im Feld
  • Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte gut soll sacken
  • Knärrt im Jänner Eis und Schnee, gibt´s zur Ernt vül Koarn und Klee
  • Tanzen im Janaur die Mucken, muss der Bauer nach Futter gucken
  • Wächst das Gras im Januar, ist´s im Sommer in Gefahr
  • Ist am Neujahrstag gutes, sonniges Wetter, ist das ein gutes Omen für die kommende Ernte
  • Wie viele Nebel im Januar, so viele Wetter (Gewitter) sind im Sommer
  • Gibt´s im Januar viel Stern, legen die Hühner gern

Quelle: Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens (Bächtold-Stäubli)