Rauhnachtsorakel

Zeit des Übergangs, der Reinigung, des Schutzes und der Visionen: Rauhnachtszeit ist Orakelzeit! Und gerade sind wir ja noch mitten in den Rauhnächten – dies sind „die 12 heiligen Nächte“ zwischen Weihnachten und Jahresanfang. Die kalendarische Zählung ist unterschiedlich; ich gehe nach der klassischen Zählung der Nächte bis zum 6. Januar.

Dunkelheit, Rauch und Übergang

Die Rauhnächte sind seit Jahrhunderten ganz besondere Nächte: In ihnen geht „die wilde Jagd“ umher und Frau Holle, die Percht oder Wotan fährt mit ruhelosen Seelen durch den Nachthimmel. In diesen Nächten verhält man sich nach altem Glauben am besten ruhig, stellt den armen Seelen eine kleine Speise ans Herdfeuer, unterlässt jegliche Arbeiten (da sie sonst Unglück bringen) und räuchert Haus und Hof aus.

rauhnächte holda frau holle

Dahinter steckt die Situation des Wechsels und des Übergangs: Das alte Jahr geht dem Ende zu, das neue kommt. Und auch das Licht kämpft sich zurück – eine kraftvolle, dynamische Zeit also, in der so gesehen „Himmel und Hölle“ in Bewegung sind!

Und gerade an Orten und Zeiten des Übergangs, so wussten es schon die Kelten und andere alten heidnischen Kulturen, sind „die Tore“ offen: Die Tore zwischen den Welten, die Tore ins Innere, die Tore in andere Sphären.

r3

Es ist in ländlichen Gebieten wie z.B. dem Alpenraum auch heute noch üblich, „in den Zwölften“ zu räuchern. Damit befreit man sich und sein Leben von alten Energien, lädt neue ein und schützt sich gleichzeitig. Und da Weihnachten ein Fest des Lichts und der Sonne ist, passt das Element Feuer bestens dazu – denn neben dem Verbrennen von Kräutern, Hölzern und Harzen ging man auch mit Kerzen durch´s Haus, um die Kraft des Räucherns zu verstärken.

Ich habe heute mit einheimischen, selbstgesammelten Pflanzen geräuchert (bis auf die Mistel): Tannenharz, Mammutbaumharz, Johanniskraut und Wacholder.

Ich habe heute mit einheimischen, selbstgesammelten Pflanzen geräuchert (bis auf die Mistel): Tannenharz, Mammutbaumharz, Johanniskraut und Wacholder.

Für mich ist es eine ganz besondere stille Zeit, um in sich zu gehen, Ruhe und Kraft zu tanken, aber auch nach vorn zu schauen und das Neue zu begrüßen.

räuchern rauhnächte

Zeit des Orakelns

Zwar ist es eine dunkle Zeit, und auch die Legenden der wilden Jagd haben ihre dunkle Seite und Atmosphäre, aber ist damit nichts Böses oder Schlechtes gemeint. Wenn es im Außen dunkel ist, können wir besser nach innen schauen. Und da in und an Übergangen die Schleier dünner werden, sind diese Tage und Nächte eine wunderbare Zeit, um nach Omen und Zeichen Ausschau zu halten. Klassischer Weise und am wichtigsten sind hier die Träume der Rauhnächte, die man gut notieren und studieren sollte.

Aber nicht nur mittels der Träume kann man in das neue Jahr schauen. Wer seine Sinne und Augen öffnet, dem werden vielerlei Zeichen und Omen begegnen! Welches Tier kreuzt meinen Weg? Welcher Baum fällt mir ins Auge? Was finde ich unterwegs?

Ich habe beispielsweise in der Rauhnachtszeit schon einen Glückscent gefunden, die Feder eines seltenen Vogels, den ich noch nie gesehen habe, und am Neujahrsmorgen fand ich eine Nuss auf dem Weg und traf gleich drei mal einen meiner Lieblingsvögel. Es sind die kleinen, wunderbaren Zeichen, die nur darauf warten, gesehen zu werden 🙂

Wer sich gezielt auf den Weg nach Anregungen und Hinweisen für das neue Jahr begeben möchte, kann Karten legen oder sonstige Orakel befrage. Wichtig: Alles kann, nichts muss! Es gibt ein Richtig oder Falsch. Einfach nach dem Gefühl gehen, denn das ist das Entscheidende.

orakel rauhnächte

Ich habe für das neue Jahr Göttinnenkarten, einen Tierbegleiter und einen Baum (keltisches Ogham-Orakel) gezogen.

♣ Ich wünsche euch noch eine wunderschöne Rauhnachtszeit! ♣

Advertisements

2 Kommentare zu “Rauhnachtsorakel

  1. Sibylle sagt:

    Sehr schöne und wertvolle Beiträge, herzlichen Dank!!!

    Gefällt mir

  2. […] habe ich einiges zum Orakeln in den Rauhnächten geschrieben, denn dies ist eine uralte Tradition- die Schleier zwischen den Welten sind dünn, […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s