Alte Überlieferungen für den Monat Januar

Alte Monatsnamen, Aberglauben, Wetterregeln und Brauchtum

Der Januar ist ein wichtiger Monat: Er ist der erste des neuen Jahres und das Wetter wurde in früheren Zeiten immer ganz genau beobachtet, da es Aufschluss über das folgende Jahr geben sollte. Hier einige Bräuche, Überlieferungen und Wetterregeln zum Januar!

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Alte Monatsnamen für den Januar

Der Name Januar stammt vom doppelgesichtigen („Janus-Gesicht“) römischen Gott Janus ab, dem er geweiht war. Andere Namen für den Januar waren:

  • Wolfmonat (in einem Breslauer Gedicht aus dem 15. Jahrhundert ist von der Wolfmondin die Rede. Im Januar ist Paarungszeit der Wölfe)
  • Hartmonat war vom 15. Jahrhundert an die gängige Bezeichnung (dies deutet wohl auf den hartgefrorenen Erdboden hin)
  • Im Neubrandenburgischen wurde der Januar „Dickkopp“ genannt
  • Bärmonat war die Bezeichnung im Schweizerischen
  • „dat kale mand“ nannte man den Januar noch im 19. Jahrhundert in Göttingen
  • Eismonat tauchte ab dem 18. Jahrhundert auf
  • Thore oder Thorsmanad stammen aus dem Skandinavischen (hier besteht ein Bezug zum Wachstumsgott Thor)

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Alte Wetter- und Bauernregeln und Aberglauben zum Januar

„In einem slowakischen Märchen gibt der Januar seinen Stab dem März und wie ihn dieser erhebt, schmilzt der Schnee, die Bäume knospen und Gras und Veilchen sprießen hervor. Wenn aber der Januar selbst den Stab dreht, entsteht Finsternis, Schneegestöber und Sturm“

-genau das haben wir gerade! Ich habe letztens noch eine Veilchenblüte gesammelt, Kirschblüten gesehen und sprießende Knospen beobachtet…

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Überlieferungen und Aberglaube zum Januar:

  • Im Januar tritt die Sonne in das Zeichen Wassermann ein
  • Die früher verbreitete Januarfeier wurde wiederholt von Seiten der Kirche verboten
  • Zu Neujahr wurden Geschenke verteilt (ein Vorläufer der Neujahrsgeschenke), gern auch am 2. Januar, der oft extra gefeiert wurde
  • Im Bentheimischen war lange noch der 2. Januar „Handgift“ (ein Tag der Beschenkung)
  • In verschiedenen Orten bei Eisenach hieß der 2. Januar „Waldfeier“ und alle Arbeit, auch die im Walde, musste ruhen
  • In Schlesien war der 2. Januar der Tag, an dem Dienstboten ihren Dienst wechselten
  • Der Januar ist ein Holzbrenner und gilt als der kälteste Monat, indem man besonders auf seine Gesundheit achten soll
  • ein regenreicher oder schneefreier Januar „düngt die Äcker“, es sterben dann aber auch besonders viele Frauen, hieß es
  • Hochzeiten fanden häufig im Januar statt
  • schon in der germanischen Zeit galten Herbst und Winter als beste Zeit zum Heiraten
  • In Pennsylvanien heißt es, im Januar geborene Kinder seien geistersichtig

Wetterregeln für den Januar

  • Fangen die Tage an zu langen, kommt der Winter gegangen
  • Der Bauer sieht im Januar lieber den Wolf (=kaltes Wetter) als den Pflug im Feld
  • Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte gut soll sacken
  • Knärrt im Jänner Eis und Schnee, gibt´s zur Ernt vül Koarn und Klee
  • Tanzen im Janaur die Mucken, muss der Bauer nach Futter gucken
  • Wächst das Gras im Januar, ist´s im Sommer in Gefahr
  • Ist am Neujahrstag gutes, sonniges Wetter, ist das ein gutes Omen für die kommende Ernte
  • Wie viele Nebel im Januar, so viele Wetter (Gewitter) sind im Sommer
  • Gibt´s im Januar viel Stern, legen die Hühner gern

Quelle: Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens (Bächtold-Stäubli)

 

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14 Kommentare zu “Alte Überlieferungen für den Monat Januar

  1. Winnie sagt:

    sehr Interessant, … danke fürs sammeln & teilhaben lassen

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  2. sehr schöne Zeichnungen, danke für’s Teilen!

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  3. Käthe sagt:

    Schönes Monatsporträt! Ich hätte noch was zum Hollebrauchtum. Wenn es dich interessiert, schick ich es dir gerne 🙂 Liebe Grüße von einer stillen Mitleserin 😉

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    • Huhu, liebe Mitleserin 🙂 Ohja, sehr gerne! Ich bin grad Feuer und Flamme für Frau Holle, nachdem ich wieder einige alte Märchenfilme gesehen habe 🙂 Ganz liebe Grüße zurück!

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      • Käthe sagt:

        Oki doki, gerne 🙂 Da gibts immer mehr Bücher drüber… Timm, Göttner-Abendroth und noch einige neue mehr. Ich schau mal, dass ich dir ne Mail schicke 🙂 Liebe Grüße.

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      • Käthe sagt:

        Hallo Frau Birkenbaum. Ich wollte dir gerade eine Mail zur Holle schicken. Leider finde ich keine Mauladresse/Impressum. Magst du mir einfach eine schicken? Meine findest du bei mir im Blog, ich antworte dir dann 😉 Liebe Grüße!

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  4. berlienchen sagt:

    Da hast du wirklich wieder einiges Interessante herausgefunden. Weisst du vielleicht mehr über die Januarfeier, die verboten wurde? Ist das ein älterer Brauch? Klingt nach heidnisch, wenn die Kirche die Feier verboten hat…
    Ich bin sehr froh, dass inzwischen doch ein wenig Winter eingekehrt ist, auch wenn das wieder nur für einen Teil Deutschlands so zu sein scheint.
    Mit der Wetterbeobachtung hast du so recht. Ich interessiere mich ein klein wenig dafür. Mein Mann ist nun ja der totale Städter und hat dafür gar keinen Nerv, aber ich erntete doch schon ein wenig Bewunderung, als ich zu Weihnachten, wo es ja noch recht warm war, meinte, dass es sein kann, dass nach dem Vollmond ein kälteres Wetter aufzieht… Wenn es dann noch stimmt. 😉
    Liebe Grüße an dich!

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    • Hallihallo, und ein schönes und gesundes neues Jahr für Dich und Deine Familie auf diesem Wege 🙂
      Ja, solche Männer (aber auch Frauen) kenne ich, die belustigt mit den Augen rollen, dann aber doch hin und wieder überrascht sind, wenn etwas dran ist 🙂 Und es ist wirklich schade, dass wir das einfachste und wichtigste um uns herum, die Natur, so wenig kennen und wahrnehmen. Und gerade Kinder genießen das so sehr!

      Über diese Januarfeier habe ich leider keine weiteren Infos, habe da auch gestern zum ersten Mal von gelesen. Aber ich kopier dir hier mal den genauen Auszug aus dem Buch herein:

      „Im Januar tritt die Sonne in das Zeichen des Wassermanns 29) (s. d.). Am Janustag beschlossen die alten Römer die Saturnalien mit allerlei Mummenschanz, bei welchen man sich gern mit Hirsch- und Rindskalbfellen bekleidete. Dies fand auch in Gallien Nachahmung. Eligius predigte dagegen 30), und die Januarfeier wurde wiederholt von seiten der Kirche verboten 31) (s. Neujahr). An den Januarskalenden wurden auch Geschenke verteilt, die Vorläufer unserer Neujahrsgeschenke 32) (s. d.). Heute wird hie und da auch noch der 2. Januar gefeiert, namentlich auf alemannischem Gebiet. In manchen Orten gibt die Gemeindeabrechnung oder die Wahl der Gemeindebeamten Veranlassung zu einer abendlichen Zeche 33). Im Bentheimschen ist noch jetzt der 2. Januar „Handgift“ („Beschenkung“). In verschiedenen Orten bei Eisenach heißt dieser Tag „Waldvir“ (Waldfeier), und alle Arbeit, besonders im Walde, ruht.“

      Auf jeden Fall stammt diese Feier aus dem alten Rom. Habe noch diesen Hinweis gefunden: “ (…)Januarfeier im
      alten Rom, während der die Arbeit ruht, was aber die Kirche dann verbot)“

      Liebe Grüße aus meiner Dachwohnung, in der sogar von innen Eis am Fenster ist – ich habe den Winter im Haus 🙂

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      • berlienchen sagt:

        Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich hab vorhin spontan mal nach Neujahrsfeier im Netzt geschaut. Ich glaub, da muss ich noch mal in Ruhe nachlesen. Scheinbar ist es bei anderen Nationen immer noch Brauch, gerade den Jahreswechsel ausführlicher zu feiern, eben auch mit Geschenken. Man lernt halt nie aus, ne?! Danke dir für den „Impuls“ 🙂
        Eis am Fenster kann ja ganz schön sein, wenn das Zimmer dann trotzdem einigermaßen warm wir. Sonst musst du mit dem Hund kuscheln. Das hilft 🙂

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      • Ja, mir ging es ähnlich – ich fand das mit den Geschenken zu Neujahr z.B. auch ganz schön irgendwie. Kleine gute Omen fürs neue Jahr sind ja eine schöne Geste!

        Und ja, mein Hund ist meine Wärmflasche und schläft auch gerne mal mit unter der Bettdecke 🙂 Den Raum mit dem Eis am Fenster mache ich im Winter immer zu, weil der sich nicht richtig durchheizen lässt. Ich habe hier irgendwie die perfekte alte Ostberliner Wohnung, auch wenn es nicht mehr Berlin ist 😉 Fühle mich also wie zuhause, als Alt-Berlinerin 🙂

        Liebe Grüße!

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  5. tollebella sagt:

    Danke für den schönen Beitrag! Ich habe ihn in meiner Gruppe auf Facebook geteilt und bin gespannt, welchen Anklang er dort finden wird. 🙂

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