Alte Überlieferungen für den Monat Februar

Alte Monatsnamen, Aberglauben, Wetterregeln und Brauchtum

Der Februar liegt zwischen Winter und Frühling und beginnt direkt am 1./2. Tag mit dem wunderschönen Imbolc- oder Lichtmess-Fest. Er ist ein Monat des Übergangs und der Wendepunkte, weswegen er eine besondere mythologische Bedeutung hat.

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Alte Monatsnamen des Februars

Imbolc ist ein Fest des Segen, des Lichts und der Reinigung. Und auch der von den Römern übernommene Name spiegelt dies wieder, denn übersetzt heißt der Februar

  • Reinigungsmonat.
  • Hornung ist eine ebenso zentrale alte Bezeichnung für diesen Monat, denn der Frost ist so hart wie das Horn.
  • Katzenmonat deutet auf die Paarung der Katzen in dieser Jahreszeit hin.
  • In einem Tegernseer Kalender aus dem 16. Jahrhundert wird der Februar Holzmonat genannt, da das nun bei abnehmendem Mond gefällte Holz langhaltend und weniger anfällig sein soll.
  • Brigidemonat ist ebenfalls überliefert.
  • Die Bezeichnung Taumond tauchte im 18. Jahrhundert auf.
  • Der in vielen Abwandlungen überlieferte Name Spörkel, Sporkel, Spürkel oder Spirkel legt, so Bächtold-Stäubli, den Bezug zu einer Wetter- und Erdgöttin namens Spurke nahe.

Gleichzeitig wurde der Februar vor allem Weibermonat genannt – verbunden mit sehr viel altem Brauchtum, weswegen ich darauf nun noch ausführlicher eingehe.

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Februar, der Weibermonat

In diesem Monat kamen den Frauen besondere Rechte und Freiheiten zu. Er markiert den Beginn des langsam erwachenden Frühlings und damit der Fruchtbarkeit und der neu beginnenden Entstehung von Leben. Es ist auch (wie heute noch im Karneval) eine Zeit der Ausgelassenheit. Es ist ein Monat des Feierns, der Vergnügtseins und auch der Liebe: Neben dem Valentinstag hieß es, am 22.2. heirateten die Vögel. Günstig für Liebesorakel sollen der 22. und 24.2. sein. Auch die diversen Fastnachtsbräuche drehen sich vor allem um die Frauen und gemeinschaftliche Feste und Zusammenkünfte. In diesem Monat regieren die Frauen – nach norddeutschem und skandinavischem Glauben sogar über das Wetter. Im Christentum fand die Prägung dieses Monats durch Frauen dahingehend seinen Niederschlag, dass sich Feiertag sehr vieler weiblichen Heiligenfiguren in diesem Monat häuften.

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Februar, der Seelenmonat

Auch der Name Seelenmonat und verschiedene Abwandlungen wie Solmonad, Selle oder Sille zeugen davon, dass dieser Monat auch mit den Ahnen, den Verstorbenen und alten Seelen zu tun hat. Bei den Germanen beispielsweise war nicht die Julzeit, sondern mehr der Februar den Toten geweiht. Auf den Gräbern der Ahnen wurden nun Seelenspeisen geopfert (die z.B. aus Kuchen bestanden, weswegen der Monat auch Kuchenmonat genannt wurde).

Reste dieses Totenkultes haben sich bis heute gehalten: In Skandinavien warf man auch in jüngerer Vergangenheit an Lichtmess etwas Kuchen und Gebäck in den Ofen (früher: das Herdfeuer, unter dem die Ahnen wohnten)! Die Ahnengeister sollten mit Opfergaben gnädig gestimmt und gespeist werden. Und auch im deutschsprachigen Raum hielt sich die Ahnenverehrung zu diesem Zeitpunkt: In Oberbayern bspw. wurden am Lichtmessabend kleine Wachslichter für die armen Seelen der Ahnen angezündet.

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Weitere Überlieferungen und Aberglaube zum Februar

Wegen seiner Kälte und Feuchtigkeit galt der Februar in der Volksmedizin als tückisch und gefährlich und wurde daher eher gefürchtet. Eine Heidelberger Handschrift aus dem 15. Jahrhundert ist voller astrologischer Anweisungen, um diesen Monat gut zu überstehen.

Wer am 29.2. geboren wurde (aufgrund des Schaltjahres nur alle paar Jahre möglich), galt als geistersichtig. Von Hochzeiten im Februar wurde im Erzgebirge abgeraten, da dann viele Krankheiten zu erwarten seien. In anderen Gegenden jedoch war es genau umgekehrt.

Der Wetterglauben hält den Februar für weniger gefährlich als den Januar, Ist jedoch der Februar zu warm, sei Kälte an Ostern zu erwarten.

Quelle vor allem: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Bächtold-Stäubli
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12 Kommentare zu “Alte Überlieferungen für den Monat Februar

  1. Das ist ein sehr schöner und ausführlicher Bericht. Danke

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  2. berlienchen sagt:

    Wieder ein sehr schöner Bericht! Hat Spaß gemacht ihn zu lesen.
    LG aus Berlin

    Gefällt 1 Person

    • Danke das freut mich 🙂 Irgendwie hilft es immer, dem Alltag ein bisschen zu entkommen bzw. sich auf sich selbst zu besinnen, wenn man seine Aufmerksamkeit auf das Leben um uns herum richtet. Vorhin lief ich total missmutig und gestresst durch die Gegend, als eine schimpfende, keifende Amsel aufgeregt meinen Weg kreuzte und schon musste ich lachen 🙂
      Liebe Grüße zurück!

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  3. kat+susann sagt:

    Ich hätte gerne auch ein Herdfeuer in meiner Küche, wo die Ahnen wohnen. 😊war sehr spannend zu lesen. Kat.

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  4. kat+susann sagt:

    Das ist eine schöne Idee zu den Monaten etwas zu schreiben ! Und liest sich auch gut.
    Über den Februar so zu lesen, macht es mir gerade etwas leichter, dass ich im Februar Geburtstag habe.. Ich hab ja immer Sommergeburtstagsneid.. weil man da draussen feiern kann.. im Februar und im Haus wirds mir zu eng mit mehreren Menschen und dann noch im Mittelpunkt.
    Gruss von S.

    Gefällt 2 Personen

    • Oh sorry, jetzt erst gelesen! Die Sommergeburtstagsler haben in der Schule früher immer gejammert, weil alle in den Ferien waren und niemand zum Feiern da war 🙂 Ich bin generell kein großer Geburtstagsfeierer; wenn bei mir 5 Leute zu Besuch sind reicht es mir schon, ich kann dich also verstehen 😉

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  5. […] finde es sehr spannend und freue mich, dieses Fest entdeckt zu haben. Wirklich ein starker weiblicher Monat, der Februar! […]

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  6. Käthe sagt:

    Februar der Weibermonat. Wie passend… ich habe im Februar meinen Mann gewonnen, im Februar geheiratet und viele andere wichtigen Dinge sind bei uns immer im Februar passiert… Aber es steht auch alles unter einem chaotischen Stern – es ist definitiv erfrischend und ich liebe diese Art von Chaos 😉

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