Der Agatha-Tag am 5. Februar und das heilende Agathabrot

Das Fest der Heiligen Agatha und das dazugehörende Segnen des heilkräftigen „Agathabrotes“ ist ein alter Brauch, in dem heidnische Ursprünge stecken.

Der Februar ist der Monat der Frauen und beginnt mit dem Fest der alten keltischen Göttin Brighid, eine Göttin der Heilung, des Feuers und der Inspiration. Auch der später christlich ummantelte Jahreslauf beginnt mit dem Lichtmess-Fest am 2.2. und fährt 3 Tage später mit dem Festtag der Heiligen Agatha fort. Auch sie ist eine Heilige der Heilung und des Feuers, weswegen für mich klar ist, dass hier eindeutig Parallelen bestehen und anscheinend überdauert haben (viele heidnische Feste wurden vom Christentum adaptiert und um 3 Tage verschoben). Daher habe ich mir das Agatha-Fest einmal näher angeschaut 🙂

Das Fest der Agatha am 5. Februar

Agatha galt den Bauern früher als mächtige Schutzpatronin gegen Feuer. Hintergrund ist ihre Geschichte: Agatha war eine sizilianische Frauenfigur, die im 3. Jahrhundert mit glühenden Kohlen gemartert wurde. Nach ihrem Tod drohte der Ausbruchs des Ätnas mit der völligen Zerstörung ihres Orts Catania, woraufhin die Bürger in ihrer Not mit dem Schleier der toten Agatha gegen den Lavastrom des Vulkans zogen und das Unglück für die Stadt abwenden konnten. Seit diesem Wunder wurde sie verehrt und später heilig gesprochen.

Bauern stellten ihren Hof unter Agathas Schutz und weihten ihn mit Wettertafeln mit ihrem Gebet. Die Heilige wurde zu einem Allheillmittel gegen die Angst vor Naturgewalten, Krankheiten und Tod.

Das Agathabrot als Heil- und Zaubermittel

Am 5. Februar ging man noch bis ins 19. Jahrhundert (und teilweise noch bis heute) in die Kirche, um sich das heilkräftige Agathabrot segnen zu lassen: Das Agathabrot besteht aus Roggen- und Weizenmehl sowie Kleie und wird in kleine Brotlaiber geformt und mit dem „Agathazettel“ belegt.

agb2

Auf diesen Zetteln standen derartige Schutzgebete:

Herr Jesus Christus, durch die heilige Jungfrau Maria und Martyrin Agatha segne und weihe dieses Brote und löse aus das verzehrende Feuer

Volksmagische Verwendung von Agathazetteln und -broten:

  • Die Agathazettel wurden an Haus- und Hofwände geklebt und vom Brot bei (Krankheits)Gefahr gegessen.
  • Auch die Tiere bekamen bei wichtigen Anlässen für Schutz und Segen das Brot zu essen.
  • Um das Haus zu schützen, wurden Krümel des Agathabrotes in die Ecken auf den Boden gestreut.
  • Außerdem wurden kleine Glasfläschchen mit einem Agathazettel befüllt und unter dem Dach des Hofes befestigt oder im Mauerwerk des Kamins eingelassen.
  • Bei Feuer wurden Agathabrote in die Flammen geworfen.

Da Agatha als sehr weibliche Frau mit Brüsten rund wie Brote dargestellt wurde, haben auch die Agathabrote eine runde Form, wie man auf diesem Bild gut erkennen kann:

agb3

Die Agathabrote sind wie auf dem Bild zu erkennen auch in Brötchenform brustähnlich gebacken und bekannt. Auch Frauen bekamen es direkt nach der Geburt, um das Stillen zu erleichtern und auch „Feuer von innen“, also Entzündungen, zu verhindern.

Eine sehr starke weibliche Symbolik, die in ihrer Deutlichkeit sehr an heidnische/naturreligiöse vorchristliche Praktiken erinnert und deutliche archaische Züge hat.

∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼∼

Ich finde es sehr spannend und freue mich, dieses Fest entdeckt zu haben. Wirklich ein starker weiblicher Monat, der Februar! 🙂

Advertisements

2 Kommentare zu “Der Agatha-Tag am 5. Februar und das heilende Agathabrot

  1. kat+susann sagt:

    Das wusste ich gar nicht… Klasse ! Es wir ja immer besser mit meinem Geburtstag in diesem Monat.. freu !!!
    S.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s