Alte Überlieferungen zum Monat April

Auch der April ist voller Geheimnisse, Zauber und Magie. In alten Schriften lässt sich Einiges an Brauchtum, besonderem Wissen und Volksglaube finden (Die Aprilscherze sind auf deutschem Boden übrigens erst seit 1631 belegt).

Alte Monatsnamen für den April

Nachdem der März nun mit der Frühlingstagundnachtgleiche den Beginn des Frühling brachte, nimmt dieser im April nun Fahrt auf. Der Name April geht auf ‚Aprilis‚ (Latein) zurück, dies bedeutet ‚eröffnen‚.

Die Bezeichnung „Launing“ scheint sich von selbst zu erklären, da der Monat April für seine Wechselhaftigkeit berüchtigt ist. Auch Ostering/Ostaring, Oster oder Ostermonat/Ostermond wird er genannt. In Schlesien ist der April der Hafermonat.

Regionale Sonderbezeichnungen gibt es auch noch einige: In Ostfriesland war es der Feskmuun (Fischmonat), in Holstein der Koltenmaen, in den Niederlanden der Grasmaand und es gibt weitere Namen, die auf Hirte und Schafe hinweisen, da dies der Monat der Lämmer ist.

frühling

Das Licht ist zurückgekehrt

Alter Volksglaube über den Monat April

Der erste April galt als ein Unglückstag und man sollte keine Unternehmungen auf diesen Tag legen, weswegen in einigen Regionen an diesem Tag auch der Wechseltag der Dienstboten war. Und auch geheiratet werden sollte an diesem Tage (ebenso wie am 1.8. und am 1.9.) nicht, da ansonsten Untreue ins Haus stünde. Milch dürfe am ersten April ebenfalls (nach Sonnenuntergang) nicht aus dem Hause gegeben werden und das Vieh müsse dann im Stall bleiben, um es vor Verhexungen zu schützen. Außerdem solle man an diesem Tag nicht in der Wald fahren, keine Feldarbeit erledigen und auch keine Werkzeuge schmieden, da dies dann Unglück bringen wird.

Ebenso unter keinem guten Stern (den ganzen Monat über) standen Geburten: Aprilkinder seien Unglückskinder, denen kein gutes Schicksal prophezeit wurde. Und auch in der Volksmedizin allgemein war der April ein gefürchteter Monat und es schwebte die düstere Mahnung über ihm: „Was der März nicht will, nimmt der April“. Noch spezifischer sind die Überlieferungen des Böhmerwaldes, in denen es heißt, der April bringe die alten Weiber in die Hölle. Der hundertjährige Kalender empfiehlt daher Reinigungsmaßnahmen wie Schröpfen, Aderlass und Bäder.

Die Natur erwacht

Die Natur erwacht

Wetterglauben im April

Für den Ernteerfolg wurden vielerorts große Erwartungen an den April gesetzt, andernorts jedoch setzte man auf Nummer sicher und begann erst im Mai mit bestimmten Feldarbeiten. Dahinter steht die Unberechenbarkeit des Aprils: „Der April tut, was er will!“, lautet ein auch heute noch bekanntes Sprichwort.

Jedoch traute man auch dem Mai noch nicht so ganz: „Der April treibt sein G´spiel, der Mai hat auch noch allerlei“.

Für den Menschen oft ärgerlich, für die Landwirtschaft aber unabdinglich: Der Regen „“Nasser April ist der Bauern Will“). Noch besser soll dies sein, wenn er mit hohen Temperaturen einhergeht: „Warmer Aprilregen großer Segen“. Fällt im April noch einmal Schnee, ist dies auch kein Drama: „Aprilschnee düngt“, hieß es.

Im Saterland (Nordwestdeutschland) bringt man die Aprilschauer mit dem Wassermann (Busekerl) in Verbindung: „Kommt ein solcher, so erheben die Kinder ein lautes Geschrei und rufen: Der Busekerl kommt!“ – daran sieht man, wie beliebt und wichtig der Aprilregen war.

Wasser - Element des Lebens

Wasser – Element des Lebens

Besondere Tage im April

♣ Kuckuckstag: Tiburtius (14. April) kommt mit Sang und Schall, er bringt uns Kuckuck und Nachtigall

Am 14. oder 15.4. (variiert) ist im alten Volksglauben der Tag, an dem der Kuckuck zurückkehrt. Den ersten Kuckucksruf des Jahres, den man hören darf, kann man als Glücksomen nutzen. Hierfür gibt es verschiedene Bräuche, die raten, was man tun muss, um sein Glück zu nutzen. Auf jeden Fall jedoch solle man glücklich genug sein, in diesem Moment Geld in der Tasche zu haben (und am besten direkt mit Münzen klirren zu können), denn dann soll einem dies das ganze Jahr über nicht mehr ausgehen. Hier gibt es weitere spannende Informationen über den Kuckuckstag und seine Bedeutung!

♣ Georgstag am 23.4.

Die Heiligenfigur des St. Georgs scheint einen symbolischen letzten „Gruß“ und damit den endgültigen Abschied vom Winter zu beinhalten, denn er kommt auf einem Schimmel = der letzten Schneeflocke dahergeritten. Wegen der Reitersymbolik ist es ein Tag der Pferde, aber auch ein wichtiger Pfeiler in Bezug auf Wetterregeln und den Verheiß des Jahreslaufs: Diesem Tag wurde für das Wetter eine recht hohe Bedeutung beigemessen. Gab es an diesem Tag ein Gewitter, so verhieß das ein gesamtes kühles restliches Jahr. Steht das Korn schon so hoch, dass sich Krähen darin verstecken können, ist eine reiche Ernte zu erwarten. Und hier schließt sich auch der Kreis, denn „Georg“kommt aus dem Griechischen und heißt „Bauer“. Gerade für die Bauern ist dies ein wichtiger Tag und ein Meilenstein in der Landwirtschaft. Ab dem Georgstag wird mit bestimmten Arbeiten begonnen (z.B. Kartoffelpflanzung). Wer mehr darüber wissen will, findet hier jede Menge Infos!

♣ Die Walpurgisnacht (30.4.)

Der Tanz in den Mai ist ein ganz besonderes Fest der Fruchtbarkeit, über das ich dann kurz vorher ausführlich schreiben werde.

frühling

Der April – ein Schwellenmonat

Wie man sieht, ist der April irgendwie ein „Zwischenmonat“, der noch mit dem letzten Misstrauen gegenüber der Rückkehr des Winters kämpft und mit eben diesem am besten schnell überwunden wird. Erste wichtige Vorbereitungen für die Feldarbeit wird geleistet, man merkt aber auch eine gewisse Anspannung, da vom Wetter so vieles abhängt. Wird dann jedoch in den verheißungsvollen Mai ausgelassen gefeiert, scheint diese letzte Schwelle zum Sommer überschritten und der Weg zum vollen Leben, Sonne, Wachstum und Aktivität frei zu sein.

frühling

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