Selbstgemachte Braunellentinktur – kleines Kraut mit großer Wirkung

Vor allem gegen Herpes, aber auch bei anderen Hautproblemen antibiotisch und wundheilend wirksam: Die kleine Braunelle, die unscheinbar aber ausdauernd auf unseren Wiesen zuhause ist.

Die Braunelle

Ich muss gestehen, dass ich diese kleine, liebenswerte Pflanze erst vor einer Weile entdeckt habe. Sie ist – wenn man sie nicht kennt – sehr unscheinbar und wohnt ganz dicht am Erdboden, leicht versteckt gern im Rasen. Sie ist eine meist kleine, bodennahe Pflanze, deren Blättchen in die Breite rundherum wachsen und deren kleine, mehrköpfige Blüte in der Mitte sitzt, aber kein Bestreben hat, hoch hinaus zu wollen. Charakteristisch sind ihre violette Blütenfarbe, die grün-braun-Tönung der Blätter und ihr Naturell: Sie ist eine Sonnenanbeterin durch und durch.

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Sie taucht auf, wenn der Sommer Einzug hält und bleibt mitunter bis in den Oktober – die Sonne hält sie am Leben und das kostet sie aus. Sie ist eine zähe Pflanze, die es gern flach und sonnig mag, weswegen sie uns wortwörtlich oft einfach zu Füßen liegt, da sie sich auf nicht zu hohem Rasen sehr wohl fühlt und sich auch nicht davon stören lässt, wenn mal ein paar Menschenfüße über sie laufen.

Und sie kann auch höher wachsen, haben meine Recherchen gezeigt – ich persönlich kenne sie aber nur als Bodenpflänzchen mit wenigen Zentimetern Höhe.

Die Heilkraft der Braunelle

Die kleine, kräftige Braunelle ist eine große Heilerin, die z.B. bei Entzündungen und der Wundheilung helfen kann. Sie wurde über Jahrhunderte als kleines Allheimittel verwendet, ist dann aber zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Jedoch gibt es vor allem ein Einsatzgebiet, das sie sehr aktuell sein lässt: Eine Tinktur aus der Braunelle hilft hervorragend bei Herpes – und da versagen manche aciclovirhaltigen Apothekenmittel schon, da auch Herpeserreger Resistenzen entwickeln.

Doch auch bei weiteren Hautproblemen kann sie äußerlich angewendet werden: Sie enthält antibiotische Terpene sowie Rosmarinsäure. Und auch die Mundschleimhäute kann man mit der Tinktur behandeln – ebenso Rachenentzündungen (früher wurde die Braunelle hauptsächlich zur Behandlung der Diphtherie eingesetzt, einer infektiösen Erkrankung der oberen Atemwege!).

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Herstellung und Anwendung der Braunellen-Tinktur

Die Herstellung ist ganz einfach – man braucht nur etwas Geduld und

  • getrocknetes Braunellenkraut (ganze Pflanze)
  • Alkohol ca. 40% (z.B. handelsüblichen Korn oder Vodka)
  • Glasgefäß

Schritt 1: Braunellenkraut sammeln und trocknen

Man sammelt das blühende Kraut an einer sauberen, geeigneten Stelle und legt/hängt es zur langsamen Trocknung beiseite

Man sammelt das blühende Kraut an einer sauberen, geeigneten Stelle und legt/hängt es zur langsamen Trocknung beiseite

Schritt 2: Ansetzen der Tinktur

Man füllt das Kraut locker in ein verschließbares Gefäß. Die Menge ungefähr Hälfte/Hälfte (wenn das Kraut so locker ist. Ansonsten 1:5)

Man füllt das Kraut locker in ein verschließbares Gefäß und füllt mit Alkohol auf. Die Menge ungefähr Hälfte/Hälfte (wenn das Kraut so locker ist. Ansonsten 1:5)

Beschriftung mit Datum nicht vergessen

Beschriftung mit Datum und Verschließen nicht vergessen

3. Die Ziehzeit

Ich stelle meine Tinkturen gern an einen Platz am Fenster (Zimmertemperatur), wo sie von Sonne und Mond beschienen werden. Die Ziehzeit sollte mindestens 2 Wochen betragen, nach 4-6 Wochen ist die Tinktur dann fertig. Ich handhabe es, wenn es passt, so, dass ich Tinkturen/Auszüge an Vollmond ansetze. Danach nimmt mit dem abnehmenden Mond die Konzentration der Wirkstoffe in der Pflanze ab und geht in die Tinktur über, die dann nochmal 2 Wochen mit dem zunehmenden an Wirkkraft zunehmen kann.

Immer wieder mal schütteln zwischendurch

Immer wieder mal schütteln zwischendurch

4. Das Abseihen

Nach den 4-6 Wochen wird dann die Tinktur abgeseiht, d.h. die Kräuterbestandteile aus der Flüssigkeit herausgefiltert. Man kann sie z.B. durch ein feines Sieb oder einen Teefilter gießen. Die fertige Tinktur dann gut verschlossen und beschriftet lagern. Ich verwende dafür am liebsten Braunglas- oder Violettglasflaschen, da sich dort lichtgeschützt die Wirkstoffe länger halten.

Braunellentinktur

Die Anwendung

Braunellentinktur kann auch innerlich angewendet bzw. eingenommen werden. Da ich aber keine medizinischen/ärztlichen Ratschläge geben will und darf, bitte selbst recherchieren und niemals Eigenbehandlung anstelle eines Besuchs bei Fachleuten stellen.

Folgende äußeren Anwendungsmöglichkeiten gibt es für die Braunellentinktur:

  • Bei beginnendem Herpes so schnell wie möglich einfach die Tinktur mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle auftragen. Dies kann mehrmals am Tag wiederholt werden.
  • Zur Wundreinigung verdünnt anwendbar.
  • Auch hilfreich beim Vermeiden von Narbenbildung, da zusammenziehend.
  • Ebenfalls verdünnt als Gurgellösung bei entzündlichen Problemen der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs verwenden.
  • Ein ähnlich hergestellter Öl-Auszug kann zu einer Lippensalbe weiterverarbeitet werden
Hinweis zu allen Infos über überliefertes Heilwissen in meinem Blog: Jede Anwendung geschieht auf eigene Gefahr und ich übernehme keine Haftung.

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Ich habe diese kleine, besondere Pflanze sehr lieb gewonnen und für mich ist sie ein bisschen die kleine Schwester vom Freund Gundermann und eine treue und helfende Begleiterin, wie man sieht! 🙂

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3 Kommentare zu “Selbstgemachte Braunellentinktur – kleines Kraut mit großer Wirkung

  1. Christiane Reisenauer sagt:

    Guten Morgen, ich freue mich jedesmal sehr über deine schönen Beiträge…sie sind inspirierend und inhaltsstark.
    Letztens bin ich durch Kiefernwälder um Berlin gestreift und habe Harz gesammelt, eine tiefe Ruhe allein, mitten im Wald und habe später Salbe gekocht… Bald werden wir die Samen in die Welt bringen…Vielen Dank, dass du deine Welt teilst.
    Ich hatte mit einer sehr freundlichen Frau von den Blühenden Landschaften gesprochen und sie sagte, dass es sehr gut wäre, die Samen in eine flache Form zu bringen, ähnlich eines Platzchens.
    viele Grüße Christiane

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Christiane, ganz ganz lieben Dank für Deine tollen Worte, das bedeutet mir viel, denn genau deswegen schreibe ich diesen Blog, um ein bisschen von all dem Schönen um uns herum weiterzugeben ❤
      Ich schick Dir liebe Grüße in meine Heimat Berlin!
      *Franziska*
      Ps. Und danke für den Tipp mit den Samenbomben, ich zerdrücke sie jetzt immer beim Austeilen, damit sie gut durchstarten können 🙂

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  2. sabine sagt:

    hallo und vielen lieben dank für den tollen bericht. ich habe selbst vor kurzem eine braunellentinktur zur unterstützung der normalisierung meiner pap werte angesetzt. leider bin ich unschlüssig wie lange ich die tinktur einnehmen sollte. gibt es für sowas vielleicht eine allgemeine richtlinie? danke und ganz liebe grüße!

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