Altes Wissen: Der Zauber der Lärche

Die Lärche ist ein starkes, magisches Wesen, das von den Menschen schon seit dem Altertum verehrt und geliebt wird. Ihre Verwendung als Lichtbringer und Schutzbaum hat eine lange Tradition, von der ich euch heute einmal etwas erzählen möchte.

Die Lärche

Die Lärche ist ein kräftiger, hochwachsender Nadelbaum, der viel Sonne und Freiraum braucht und viele hundert Jahre alt werden kann. Das Holz ist fest und widerstandsfähig, die Nadeln gefiedert und leicht. Sie ist der einzige Nadelbaum in unseren Breitengraden, der im Herbst seine Nadeln gelblich-braun färbt und dann abwirft – dies geschieht sonst nur bei Laubbäumen.

Als Heilpflanze, schützendes und robustes Baumaterial und als magischer Lebensbegleiter ist die Lärche seit langem mit den Menschen verbunden.

Links: Junge Lärchenspitzen und -blüten, rechts: Herbstliche
Lärchenzweige schmücken wie strahlende Sterne den Waldboden.

Im Herbst, wenn die Lärchen ihre weichen gelben Nadeln verlieren, erstrecken sich weiche, helle Teppiche davon im Wald, die wunderschön weich und hell, aber auch ein guter Dünger für den Boden sind.

Die Lärche als Heilpflanze der Volksmedizin

Vor allem die Verwendung des Lärchenharzes/Lärchenpechs hat eine lange Tradition; älteste Aufzeichnungen dazu stammen aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde bspw. zur Desinfektion in Krankenzimmern genutzt oder auf schmerzenden Stellen des Körpers gestrichen. Eine Salbe aus dem Harz hat antibakterielle, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde und wärmende Eigenschaften. Auch bei bronchialen Beschwerden und rheumatischen Krankheiten fand sie Verwendung. Man kann Salben und Likör aus ihren Bestandteilen herstellen, aber auch Sirup und Tee aus jungen Trieben.

Lärchenholz färbt sich bei Feuchtigkeit rot, weswegen der Baum mit Blitz und Feuer in Verbindung gebracht und als Schutz davor angesehen wurde.

Die Lärche als magischer Baum in alten Überlieferungen

  • Ein Stück Lärchenholz bei sich zu tragen, soll vor negativen Einflüssen und Verzauberung schützen.
  • Da sich das Holz der Lärche ebenso wie das der Erle bei Feuchtigkeit rot färbt, galt auch die Lärche als Schutzbaum gegen Feuer. So empfiehlt ein Bericht aus dem 6. Jahrhundert, das Haus mit Lärchenholz zu täfeln, um es gegen Brände zu schützen.
  • Ebenfalls soll die Lärche vor Blitzeinschlag schützen. In Oberösterreich war die Lärche ein wichtiger Schutzbaum, der als „Hausbaum“ bewusst zum Schutz an die Höfe gepflanzt wurde.
  • In Schlesien wurden am 30. April alle Türen und Fenster zur Abwehr der Hexen mit sogenannten „Hexenrütteln“ versehen; dies waren mit zarten Nadeln besetzte junge Lärchenzweige.
  • Bei den Südslaven hängt man Lärchenrinde Kindern gegen den bösen Blick um den Hals.
  • Im Alpenraum gab es mehrere Lärchen, die als Heiligtümer auch noch in der Blüte des Christentums von großer Bedeutung waren.
  • Lärchenharz- und Holz war eine beliebte Räucherung nach Unglücksfällen im Familienkreis und auch zur allgemeinen Reinigung nach schmerzhaften Geschehnissen.
  • Die Lärche galt als beseelt und als Wohnort guter Geister und Naturwesen.
  • Die Waldfeen und Saligen, die die Lärche bewohnen, helfen den Menschen, wenn sie sich im Wald verirrt oder sonstige irdische Nöte hatten.
  • Der Lärche wurden auch Sorgen und Krankheiten anvertraut und übergeben.
  • Zum Schutz vor Hexen wurden Haus und Hof mit Lärchenzweigen geschmückt.

 

Die Lärche als Räucherpflanze

Ich nutze Lärchenharz (leider selten und schwer zu sammeln), -holz und -nadeln gern in Räuchermischungen, die mit Neubeginn, Reinigung, Segnung und Licht zu tun haben. Sie eignet sich aufgrund ihrer lichtvollen und positiven Eigenschaften gut für Oster- und Frühlingsräucherungen, als Trostspender und als Lichtbringer. Auch für alle Neuanfänge ist sie gut geeignet – und als guter „Hausbaum“ auch ein perfekter Bestandteil von Räucherungen für neu bezogenen Wohnraum. Sie bringt Sonne ins Gemüt und spendet auf sanfte Weise Lebenskraft und inneren Frieden (auch bei Trauer).

Im Jahreskreis passt sie gut zu Räucherungen an Yule, Imbolc, Ostara und Beltane, die das wachsende Licht und das neue Leben begrüßen und begleiten.

beltane-raucherung

Meine Beltane-Räucherung u.a. mit Lärchenharz, Gundermannblüten, Rotdornblüten, Huflattich und Schlüsselblume.

 

Advertisements

4 Kommentare zu “Altes Wissen: Der Zauber der Lärche

  1. Melanie sagt:

    Ich liebe Lärchen! Die schönsten und speziellsten Bäume, dies gibt🌲

    Gefällt 1 Person

  2. Billy sagt:

    Danke für den Aufschlussreichen und sehr interessanten Artikel!

    LG Billy

    Gefällt 1 Person

  3. Andrea sagt:

    Genau meine Themen, die du beschreibst, sehr schön! Dann folge ich dir doch gleich mal.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s