Walpurgisnacht und 1. Mai nach alten Bräuchen

Schutzzeichen, Räucherwerk, Sprung übers Feuer, Nächtliches Heilflanzensammeln, neunerlei Holz, Heilkräuter und Maikörbchen – dieses schöne Fest hat es in sich!

Die Walpurgisnacht und das Feiern und Tanzen in den ersten Mai sind ein jahrhundertealtes Frühlingsfest des Lichts, des Lebens und der Fülle. Der Winter zieht sich endgültig zurück und die Natur strotzt vor neuer Kraft. Alles wächst und lebt, es wird warm und hell und jede Menge Arbeit für die diesjährige Ernt steht bevor bzw. hat schon begonnen. Ein außerordentlich wichtiger und besonderer Zeitpunkt also! Hier habe ich etwas über alte Überlieferungen und Bräuche geschrieben und heute möchte ich euch auf eine kleine Bilderreise durch meine Walpurgisnacht und den Start in den Mai mitnehmen 🙂

Die Vorbereitungen

Neben dem Basteln von Maikörbchen und dem Einkauf auf dem Bauernmarkt gab es noch weitere wichtige Zutaten:

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Ich habe kleine Bündel mit 9-erlei Holz zusammengestellt

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und Osterkohle vom diesjährigen Osterfeuer herausgesucht. Osterkohle war in alter Zeit ein kostbarer Schatz für allerlei Segen und Zauber.

Dann habe ich eine Räuchermischung zusammengestellt, die zum Teil schon aus den ersten Heilkräutern dieses Frühlings bestand (wie z.B. Apfelblüten, junge Eichenblätter, Waldmeister, Gundermann, Eichenknospen, Lungenkraut, Brennnessel) und zum anderen Teil aus weiteren Klassikern für Licht, Fülle und Neubeginn wie Kiefernharz, Alant- und Kalmuswurzel, Erdrauch und Dammar. Insgesamt 13 Kräuter, Bäume und Harze habe ich verwendet.

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Walpurgis-Räucherwerk

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Ein duftender Gruß an den Frühling, ein Dank an den Winter

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Ein Glas blieb übrig und wurde mit dem Wachs der Walpurgiskerze fürs nächste Jahr versiegelt.

Die Walpurgisnacht

Ab Beginn der völligen Dunkelheit und der „Geisterstunde“ war es früher wie heute Brauch, bestimmte Kräuter und Pflanzenteile zu sammeln, da sie zu diesem Zeitpunkt eine besondere Kraft haben. Wir sind in den Wald gefahren, da ich vor kurzem auf eine alte Überlieferung für Heilzauber und Besprechungen gestoßen bin, in der die Verwendung eines bestimmten Holzes beschrieben wurde, das nur in dieser Nacht gesammelt werden kann. Und genau das haben wir getan und sobald es getrocknet ist, kann ich es weiterverarbeiten.

Dann habe ich ein kleines symbolisches Walpurgisfeuer entzündet; traditionell mit neunerlei Holz.

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Nicht fehlen darf der Sprung übers Feuer 🙂

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Ein alter Brauch ist es, Türen und Fenster mit drei Kreuzen zu versehen, um das Gebäude und seine Bewohner vor Unheil zu schützen. Ich habe alle Türen und Fenster damit verschönert – es muss aber nicht immer sichtbar sein; man kann sie auch symbolisch anzeichnen 🙂

Den Mai begrüßen

In den letzten Tagen habe ich schon begonnen, Blumen und Heilpflanzen zusammenzutragen, die mir auf meinen Wegen begegnet und mir wichtig sind. Daraus entstanden sind ein großer Blumenstrauß sowie ein Heilpflanzen-Weihstrauß, der später zu einem Räucherbündel weiterverarbeitet und getrocknet und dann zu Ende des Sommers verbrannt wird.

Außerdem habe ich einen kleinen Maikorb mit Obst, Gemüse und Salz zusammengestellt als Opfergabe an die Natur und den Sommer, verbunden mit der Bitte, dass alle Lebewesen in diesem Sommer genügend Nahrung haben werden. Und fast noch wichtiger: Das Wasser. Nach der furchtbaren Dürre des letzten Jahres und angesichts der trockenen Felder, Wiesen und Wälder ist die wichtigste Gabe auf meinem kleinen Altar ein Fläschchen Regenwasser…

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Fülle für Natur, Tier und Mensch

Aus dem Walpurgisaltar wird ein Futterplatz: Nachher wird alles für die Tierchen kleingeschnitten und ausgelegt.

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Lebenswichtiges Regenwasser

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Der Walpurgis-Weihstrauß

In diesem Heilpflanzenstrauß sind 30 Pflanzen vereint – ich bin immer wieder begeistert, wie viel Ende April schon wächst und blüht!

Mit dabei sind u.a. Salbei, Rosmarin, Johanniskraut, Hopfen, Brombeerblätter, Hasel, Birke, Fichte, Gundermann, Günsel, Ringelblume, Lavendel, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Bärlauch, Vogelmiere, Waldmeister, Löwenzahn, Brennnessel, Apfelbaum, Schöllkraut. Morgen hole ich ihn rein und wickle ein Räucherbündel daraus, welches dann im Samhain-Feuer, also ein halbes Jahr später, verbrannt wird.

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Ein Kranz aus Birkenzweigen, mit dem ich später die Haustür geschmückt habe. Der Kranz steht für das Rad des Lebens sowie das Sonnenrad, die Birke für Erneuerung.

Dann habe ich Mehl gemahlen und einen traditionellen Mohnkuchen gebacken. Der Mai darf mit Genuss und Freude begrüßt werden 🙂

Außerdem habe ich vorher schon kleine Maikörbe gebastelt, da ich einen süßen Brauch aus Amerika entdeckt habe: Man füllt Freunden ein kleines Körbchen z.B. mit Blumen und Gebäck und hängt es ihnen an die Tür. Freude teilen macht immer Spaß, deswegen radel ich gleich los, um meine Körbchen zu verteilen, solange der Kuchen noch warm ist 🙂 Ein Apfel und Blüten von unterwegs kommen ebenfalls noch dazu.

 

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Wie man sieht, ist der Start in den Mai ein wunderschönes und tiefgründiges Fest des Lebens, der Dankbarkeit und der Freude. Ich wünsche euch einen wundervollen Frühling und Sommer!

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