König Drosselbart und das Elend der Zucht- und Hochzeitstauben

Dieses wunderschöne, liebe Wesen konnten wir Anfang der Woche aus einem Teich retten. Es ist eine gestrandete, verirrte Zuchttaube, wie sie oft nicht nur für „Taubensport“, sondern auch als Schmucktauben bei Hochzeiten eingesetzt werden.

Dies ist leider bei weitem kein Brauch, der für Liebe, Treue und Glück stehen kann – denn für viele dieser Tiere bedeutet es nicht nur Stress, sondern oft auch den Tod.

Hochzeitstauben sind Tierleid mit Ansage

Sie werden an fremden Orten ausgesetzt, vorher zusammengepfercht und müssen dann ihren Weg zurück finden. Dies gelingt bei weitem nicht allen Tauben. Sie verirren sich, stranden entkräftet unterwegs, verhungern, verletzen sich oder werden von Greifvögeln erbeutet und durch Unwetter, Hitze oder Kälte gefährdet – worauf sie nicht vorbereitet sind. Oftmals sind sie nicht einmal für die Rückkehr in ihr „Zuhause“ vorbereitet und können somit auch mit genug Glück gar nicht zurückkehren. Für die Züchter sind es keine nennenswerte Verluste – für sie sind es leicht ersetzbare „Einwegtauben“ – oder: Wegwerftiere.

Unser geretteter Taubenmann

Weiterlesen

Magisches Ostern nach alten Bräuchen

Heute möchte ich euch von meinem wunderschönen Ostern mit vielen alten Bräuchen in der Natur berichten: Ich habe Osterwasser vor Sonnenaufgang geholt, Eier nach altem Brauch verziert, Essen für die Tiere in den Wald gebracht, meine Heilsteine gereinigt und die Natur beobachtet. Ostern ist ein Fest der Natur, des erwachenden Lichts, der Heilung und der Fülle – hier erfahrt ihr mehr über alte Bräuche und ihre Hintergründe.

z1

Wir gingen vor dem Sonnenaufgang in unseren „Zauberwald“, die Lichtungen und Wiesen waren voller Nebel, es war still und voller Vogelgesang zugleich und die Luft war frisch und klar.

z0

Die Dämmerung verfärbte den Himmel immer wieder neu.

y3

Ich ging allein und schweigend zum Bach mitten im Wald und wusch meine Steine im klaren Wasser. Zwei Steine habe ich als Dank im Bach gelassen.

z4

Ich nahm vier kleine Fläschchen Osterwasser mit und habe uns und den Hunden damit das Gesicht bestrichen. Dieses Wasser soll jung, schön und gesund erhalten und kann das ganze Jahr über verwendet werden.

Weiterlesen

Vollmond,Wurzelharz und Zauberwald

Heute Nacht um 01:05 wartet der letzte Vollmond in diesem Kalenderjahr auf uns – und genau 1 Woche später die wunderbare Wintersonnenwende. Der Wald war in den letzten Tagen und Wochen ein ganz verzauberter Ort voller Eiskristalle, Glitzer und in einem ganz besonderen Licht. Ich möchte euch ein paar der schönen Eindrücke heute zeigen – und ein ganz besonderes Fundstück, nämlich seltenes Wurzelharz ❤

ad19

Die Schneekönigin hat Lametta verteilt

ad21

Der kleine Waldsee, an dem u.a. ein Reh und ein Eisvogel wohnen, schläft.

Weiterlesen

Steine als Begleiter im Alltag

Mit Steinen aller Art bin ich seit meiner Kindheit verbunden. Sie sind faszinierende, spannende und hilfreiche Begleiter im Alltag – und das auf vielen Ebenen. Einige schöne Wege, sich mit Steinen zu verbinden, möchte ich euch heute einmal zeigen.

Meine Verbindung mit den Steinen

Ich habe schon als Kind angefangen, Steine zu sammeln und habe mich zu einer sehr engagierten kleinen Hobby-Mineralogin entwickelt 🙂 In jedem Urlaub mit anderen Gesteinsgegebenheiten klebten meine Augen am Boden; Steinbrüche, Strände und Kiesgräben habe ich gestürmt und Mineraliengeschäfte ebenfalls. Meine Schätze habe ich sorgfältig studiert, sortiert, katalogisiert und gehegt.

Das Highlight war dann mein Schülerpraktikum in der Mineralogie-Abteilung des großen Berliner Naturkundemuseums, wo ich in den „Heiligen Hallen“ und dem sagenhaften Archiv den ganzen Tag in aller Ruhe komplett mit Steinen zu tun haben durfte. Ein Traum; ich schwärme heute noch davon!

Später kam dann die tiefere Verbindung mit den Heilwirkungen von Steinen hinzu und ich habe gemerkt, dass sie nicht nur gut tun, sondern auch mit mir „sprechen“. Steine sind auf jeden Fall aus meinem Leben nicht wegzudenken und daher auch heute dieser Beitrag.

Mineralien, Kieselsteine, Halbedelsteine oder Edelsteine?

Was die Wirkung, Bedeutung und Symbolik von Steinen angeht, ist ihre Bezeichnung oder Einordnung egal – sie alle sind von der Natur über Millionen von Jahren geschaffene Weiterlesen

Mein Jahr in kleinen Gedankenschnippselchen

Das Jahr neigt sich dem Ende… und ich habe mir ein paar Tage voller Ruhe und Alleine-Sein genommen und schaue zurück auf das Jahr und meine Reise – ein Auf und Ab mit vielen wundervollen kleinen Nebensätzen, die den ganzen Zauber ausmachen:

Rauhnachtsduft

Rauhnachtsduft

2015

  • …habe ich mein Ohr an einen Baum gehalten, an dem gerade ein Specht gepocht hat
  • ….traf ich sooo viele liebe Zaunkönige
  • …überstand mein geliebter Hund 2 Operationen und wir sind enger und kuschliger denn je
  • …machte mich der falsche Job sehr krank, bevor mich dann der Traumjob ereilte
  • …wurden meine Träume wieder magischer und zeigten mir geheimnisvolle Orte, offenbarte Geheimnisse und Botschaften von anderen Menschen
  • …schenkten mir zwei phantastische Bäume ihr duftendes Harz und lernte ich einen lieben Holundergeist kennen
  • …sah ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Eisvogel
  • …habe ich mir Vorräte an Marmelade, Apfelmus und Fichtenspitzensirup angelegt
  • …war ich kein einziges Mal erkältet, habe mir aber Füße und Hände kaputtgelaufen/kaputtgearbeitet
  • …habe ich die Schüßlersalze wiederentdeckt und mir Bachblüten geschenkt
  • …konnte ich wieder viel mehr spenden und tolle Projekte unterstützen
  • …danke ich euch allen, weil mein neuer Blog nicht nur mir, sondern auch mittlerweile ca. 20.000 Leser:innen Spaß gemacht hat 
  • …habe ich viel Wissen angesammelt
  • …viel über mich selbst gelernt (sogar etwas zuviel, es muss sich erstmal setzen)
  • …habe ich seit Jahren mal wieder Karten gelegt und bin gleich vom Volltreffer überrumpelt worden
  • …habe ich mir endlich die lang gewünschte Spiegelreflexkamera zugelegt
  • …endete mit einem wunderschönen Weihnachtsgeschenk meines liebsten Menschens
  • …und mit der Gewissheit, dass ich stolz auf mich sein kann.

 

Ich wünsche euch einen ebenso besinnlichen Ausklang und einen tollen Start in ein wunderschönes neues Jahr!

Der Geist im Holunder, das Nest des Zaunkönigs und die Zeit des Übergangs

Man kann von so viel Reichtum umgeben sein, ohne eine Million auf dem Konto zu haben – ich merke es immer mehr. Und gerade in dieser Jahreszeit habe ich das Gefühl, noch offener zu sein und mit geschärftem Blick durchs Leben zu gehen und Schönem zu begegnen. Einige faszinierende Erlebnisse und Geschenke der letzten Woche möchte ich hier mit euch teilen ♥

Holundergeist, Eisvogel & Zaunkönigwohnung
hg

…ich glaube es ja selbst nicht, aber dieser liebe Freund ist mir erst jetzt aufgefallen, obwohl ich seit Jahren fast jeden Tag an ihm vorbeigehe… Und nun freue ich mich schon immer auf ihn und sag ihm Hallo, ebenso wie meiner jahrelang übersehenen neuen Bekanntschaft, dem Mammutbaum 🙂

Aber es gibt eben für alles den richtigen Zeitpunkt. Und dieses Jahr stand für mich irgendwie im Zeichen des Zaunkönigs – ich habe selten so viele gesehen, wie dieses Jahr, egal ob in Frühling, Herbst oder Winter. Und ich liebe sie nun noch mehr! Sie sind so klein und kugelig und witzig und richtig kleine Zappelphilippe. Sie können laut sein und sogar tanzen – Lebensfreude pur 🙂

Tja und nun „stolperte“ mein Blick letztens auch wieder mal auf einem täglich gleichen Weg durch den Wald über etwas Besonderes, das sich tatsächlich als Zaunkönignest herausstellte ♥

nest zaunkönig

Sieht das nicht gemütlich und künstlerisch aus? Ich war begeistert! Hier findet ihr übrigens meinen Text über die Botschaft des Zaunkönigs – ein ganz besonderes kleines-großes Wesen!

Dazu gesellte sich aber noch ein etwas größerer und ziemlich seltener Verwandter: Ein Eisvogel.

Ja, wir haben tatsächlich einen Eisvogel gesehen! Auf einmal sahen wir etwas schillernd Blau-Türkises über den schmalen Bach fliegen und dachten erst, es wäre eine riesige Libelle. Als wir ihm dann ein Stück hinterhergingen, sahen wir ihn noch einmal und ich könnte seinen braun-roten Bauch sehen.

Wir waren echt platt – mit so etwas Unerwartetem rechnet man einfach nicht, und wir sind beide über 30 und haben noch nie vorher einen Eisvogel gesehen. Einfach herrlich ♥

…und noch mehr Geschenke:

Eine liebe Freundin, die mit mir das Harz-Sammeln entdeckt hat, ist sagenhaft fündig geworden und hat jede Menge toller Harze gesammelt und mir sogar einige wunderschöne Stücke geschenkt:

harz wildsammlung

harz wildsammlung

Der Duft ist unbeschreiblich – irgendeine Mischung aus kühlem Wald, Menthol, Harz und frisch geschnittenem Holz. Und farblich reicht die Palette von silbrig-weiß über hellgelb bis braun und dunkel-bernsteinrot.

Solch gefundenes Harz ist ein Geschenk des Waldes und man kann es aufheben und damit räuchern oder mithilfe eines alkoholischen Auszugs tolle wärmende Salben damit herstellen. Ich hoffe, ich werde auch mal das Glück haben, so tolle Funde zu machen – aber ich hatte ja wiederum schon das große Glück, welche geschenkt bekommen zu haben 🙂

November/Dezember: Zeit des Übergangs

samhain

Wir befinden uns ja gerade in einer absoluten Zeit des Übergangs… Der Winter tastet sich vor, die Sonne nimmt ab, die Pflanzenkräfte ziehen sich in die Erde zurück und wir nähern und dem „Nullpunkt“ des Jahres – der längsten Nacht des Jahres bei der Wintersonnenwende.

Aber gleichzeitig beginnt dann auch ein neues Jahr und die reinigenden Rauhnächte stehen uns bevor, in denen alles in der Schwebe und – wie es so schön heißt: „Die Schleier dünn sind“. Und ich merke davon schon viel. Meine Träume werden etwas düsterer, aber präzise, Verstorbene begegnen mir im Traum und tief verborgene Gefühle zeigen sich etwas mehr. Und ich werde mit Fundstücken und Begegnungen der ganz besonderen Art beschenkt, wie ihr oben gesehen habt 🙂

he

Es ist eine Zeit des Fühlens, des Träumens, des Fäden-Spinnens und des In-sich-Gehens. Gleichzeitig kann es sich gerade jetzt äußerst lohnen, die Wahrnehmungen zu stärken und mit einem anderen Blick durchs Leben zu gehen. Unter Umständen entdeckt man dann am Wegesrand einen neuen Freund im Holunder 🙂 – denn auch die dunkle und kalte Zeit des Jahres kann so reich und besonders sein!

Ps: Und da diese Jahreszeit bestens zum Lesen geeignet ist und ich jede Menge toller Bücher (auch zum Verschenken an Weihnachten) entdeckt habe, werde ich hier in den nächsten einige besonders schöne Bücher vorstellen.

Auf dem Flohmarkt und im Gruselhaus…

Gerade liegen mehrere Stunden Flohmarkt, ein Besuch auf dem Bauernmarkt und ein recht seltsames Erlebnis hinter mir… Ich möchte kurz davon berichten, denn das Überraschende und Unerwartete wartet doch öfter auf uns, als man denkt… 🙂

Aber zuerst kurz meine gefundenen Schätze:

fm5

Am Tollsten ist der große Holzspiegel, den ich für 3€ bekommen habe… Aber auch ein 160 Jahre altes Märchen (1854 von einer Frau (!) geschrieben, auf das ich sehr gespannt bin: Es heißt „Die Irrlichter“ und spielt im Harz. Die Ausgabe, die ich zufällig entdeckt habe, ist von 1881 – ich werde also gleich ein 134 Jahre altes Buch lesen… ♥ toll, oder?

fm3

Und wo wir nun schon beim Mystisch-Gespenstisch- und Alten sind: Dann wurde es komisch…!

Das unerwartete Gruselhaus

Wir entdeckten an der Hauptstraße ein unscheinbares Schild bei einem noch unscheinbareren Hauseingang, auf dem stand, das dort heute eine Haushaltsauflösung sei. Wir gingen also hinein, und kaum hatten wir das Haus betreten, waren wir mindestens 60 Jahre in der Zeit zurück gewandert.

Mit einem Mal standen wir mitten in einer verschachtelten, verwinkelten Wohnung, die aussah, als wäre in ihr seit etlichen Jahrzehnten die Zeit stehen geblieben. Mitten in einer modernen Stadt, mitten in einer Hauptverkehrsstraße standen wir in einem Haus, das im Innern eine andere Zeitrechnung hatte.

Die Tapeten hätten aus dem Museum stammen können, die ärmliche, einfache Küche ebenfalls. Wir fanden alte Durchreichen, kleine Kämmerchen, steile Treppen und verwinkelte Flure und eine Wohnung, die kein Ende nahm. Das Badezimmer sah aus, als wäre es seit mehr als 50 Jahren nicht betreten worden. Eine alte Nähmaschine, in die Jahre gekommenes Zeichenmaterial und Nähzubehör, sogar eine große alte Werkstatt mit alten Fässern entdeckten wir. Es war ganz und gar gruselig und dennoch irgendwie spannend und interessant. Die Zimmer, Flure, Etagen und Eckchen konnte ich nicht  zählen, und genauso wenig konnte ich glauben, im Jahr 2015 zu sein… Weil ich so geplättet war und aus dem Staunen nicht heraus kam, habe ich leider auch keine Fotos gemacht, bis auf dieses, als wir wieder herunter gingen.

fm4b

Ich bin etwas traurig, dass ich nicht jede Menge Fotos gemacht habe, aber es war auch so seltsam und eigenartig in diesem Haus, dass ich mich nicht wundern würde, wenn es morgen gar nicht mehr da wäre 🙂 Etwas Untypischeres habe ich hier in dieser Stadt und in unserer Zeitrechnung noch nie erlebt. Die Oma im Schaukelstuhl saß förmlich noch dort und las ihre Zeitung von 1928…

Zurück in der Realität folgte dann noch eine kurze weniger mitnehmende Zeitreise in einen Antiquitätenladen, wo ich nicht nur ein tolles Spinnrad bewundert, sondern eine sehr kuriose Biedermeier-Dose entdeckt habe:

fm

Die dramatisch-ehrliche Inschrift:

 ♥ Soll ich dich nicht haben, ♥

♥ mag man mich begraben. ♥

🙂

Auf dem Bauernmarkt sind wir dann wieder in der farbenfrohen Gegenwart angekommen und ich habe den wunderschönsten Blumenstrauß überhaupt mit nach Hause genommen:

fm2

Ich wünsche euch ein schönes und erlebnisreiches Wochenende! Und wem jetzt auch nach etwas Staub und alten Zeiten ist: Morgen ist den ganzen Sonntag Märchentag auf 3Sat!