Glücksbringer für Zuhause: Selbstgemachter Kräuterkranz

Die Frauendreißiger enden in 2 Tagen und auch der Herbst ist immer weiter auf dem Vormarsch, viele Pflanzen schon verschwunden oder auf dem Rückzug: Die wunderschöne Zeit des Kräutersammelns endet also bald (nur Äpfel und Holunderbeeren stehen noch auf meiner Liste, eventuell auch noch Weißdornbeeren und Schlehen).

Also habe ich mir gedacht, ich nutze diese letzte Gelegenheit zum Sammeln noch einmal. Gleichzeitig wollte ich irgendwie diese schöne Zeit konservieren. Mein Kräuterbuschen ist schon schön getrocknet und hängt in meinem Kräuterzimmer, in meinem Schlafzimmer hängt auch einer, aber im Flur noch nichts. Also kam mir spontan die Idee, mal einen Kräuterkranz zu binden und zu trocknen. Ich habe das zwar noch nie gemacht, aber Versuch macht klug(ch) 😉

Selbstgebundener Kräuterkranz

Dieser Kranz ist nicht nur eine schöne Dekoration, er bietet auch die Möglichkeit, Schönheit und Kraft der Kräuter einzufangen und sich damit einen Glücksbringer fürs Zuhause herzustellen – je nachdem, welche Pflanzen man wählt.

Kräuterkranz

Kräuterkranz im September

Man benötigt:

  • Einen Holzring oder einen getrockneten geflochtenen Weidenring
  • frische Kräuter und Beeren und was man so hineinhaben möchte
  • Naturgarn

Ich habe als „Gerüst“ einen Ring aus geflochtenen Weidenzweigen genommen; solche Ringe bastle ich mir öfter mal unterwegs, wenn ich an einer Weide mit tiefhängenden Zweigen vorbeikomme. Man nimmt einen mindestens 1 meter langen Weidentrieb, formt einen Kreis und windet den Rest des Zweiges fortlaufend drumherum. Dann lässt man es einen Monat trocknen, damit der Ring stabil ist und sich nicht mehr verzieht, wenn man ihn benutzt.

Dann bindet man lange Zweige am Ende am Ring fest und beginnt, sie um den Reifen zu wickeln. Ab und zu knotet man das ganze mit einem Band fest und steckt neue Kräuterzweige dazu. So arbeitet man sich den Kreis entlang und kann am Ende noch Lücken auffüllen und die Zweige mit den Beeren dazustecken. Eine Schlaufe zum Aufhängen nicht vergessen – fertig.

Am besten liegend trocknen und erst dann aufhängen, damit der Kranz schön in Form bleibt und gleichmäßig trocknet.

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In meinem Kräuterkranz sind folgende Pflanzen enthalten:

Birke – für Reinigung und Erneuerung

Weißdorn – fürs Herz und die Liebe

Lavendel – für Entspannung und Harmonie

Schafgarbe rot & weiß – für Weiblichkeit

Minze – für einen klaren Kopf

Rainfarn – für die Kraft der Sonne

Goldrute – ebenfalls ein heilendes Sonnenkraut

Beifuß – für Schutz und Weisheit

Hopfen – für Heilung und Entspannung

Gundermann – ein erdendes Kraftpaket

Holunderbeeren – eine magische, schützende Hexenpflanze der Frau Holle

Herzgespann – für ein fröhliches, ruhiges Herz

Ebereschenbeeren – ein glückbringender Schutzbaum

Ähren – für Wohlstand und Fülle

Frauenmantel – das Wunderkraut für Frauen

So wunderbar bunt und kraftvoll ist der schöne Altweibersommer! Ein Stück von ihm wird nun demnächst auch in meinem Flur hängen, und es wird sicher nicht bei diesem ersten Kräuterkranz bleiben 🙂

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Interessantes über den Altweibersommer

Der September ist der Mai des Herbstes (alte Bauernregel)

…nach einem kurzen, kalten Regenintermezzo ist er nun noch einmal da: Der schöne Altweibersommer mit tiefstehender, heller Sonne, frischer Luft und um die 20 Grad. Wenn Sommer und Herbst kurz Hand in Hand gehen, haben wir ihn: Den Altweibersommer. Man erkennt ihn passenderweise auch daran, dass einem unterwegs Spinnenweben ins Gesicht fliegen 😉 Da ich diese kleine Zwischenzeit sehr mag und sowieso fasziniert von solchen Übergängen bin, habe ich mich mal ein wenig intensiver damit beschäftigt und einiges Interessantes über Natur, Bräuche und unsere Vergangenheit gelernt!

So zeigt sich der Altweibersommer

Der Altweibersommer ist eine Zwischen-Zeit. Daher wurde ihm früher viel Beachtung geschenkt, wie ich weiter unten noch erzählen werde. Eine gute „Anzeigepflanze“ ist die Fette Henne: Den Sommer über ist sie grün, doch wenn der Sommer sich dem Ende neigt, verrät sie dies, indem sie sich rötlich einfärbt (wie auf dem folgenden Bild rechts zu sehen).

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Das klassische Merkmal des Altweibersommers ist der „Rückfall“ des beginnenden Herbstes in den Sommer. Meteorologisch zeigt es über lange Zeiten, dass Mitte/Ende September angenehme, stabile Hochdrucklagen noch einmal für sonniges Wetter sorgen, auch wenn der Sommer stetig auf dem Rückzug ist – und mit ihm das Licht. Umso wertvoller also diese geschenkten Sonnenstunden, weshalb diese besondere Zeit seit vielen Jahrhunderten in den Bauernregeln ihren Platz hatte.

Woher der Altweibersommer seinen Namen hat

Der Name „Altweibersommer“ ist ca. seit dem 17. Jahrhundert bekannt (andere Quellen datieren später). Bisher teilte man das Jahr in Sommer und Winter, dann kamen der „Junge Weibersommer“ im Frühling sowie der „Altweibersommer“ im Herbst dazu. Aber auch andere Namen hatte er, so z.B. Frauensommer, Mädchensommer, Mettensommer, Nachsommer, Witwensommer, Allerheiligensommer. 

Die Bezeichnung „Altweiber“ geht auf eben jene Spinnfäden zurück, die einem zu dieser Jahreszeit gerne mal ins Gesicht fliegen. Sie stammen von den obligatorischen Spätsommergästen an Fenstern, Hecken und Ecken: Die Baldachinspinnen, deren Flugfaden durch die Lüfte schwebt. Ihr hellglänzender Faden erinnert an das silbrige Haar alter Frauen. Auch im osteuropäischen Raum heißt dieser Spätsommer „Weibersommer“.

Frauen und Spinnfäden hängen aber auch noch auf eine andere Weise zusammen: Weiben ist unser heutiges Weben, also das Verspinnen von Fäden zu Garn. Und damit gelangen wir auch schon noch tiefer in die Vergangenheit: In die nordische Mythologie.

Der Schicksalsfaden der Nornen und die Zeit der Übergänge

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Die Nornen sind die 3 Schicksalsgöttinnen der nordischen Mythologie. Ihre Namen sind Urd, Werdandi und Skuld – sie sind die Jungfrau, die Frau und das alte Weib. Ihr Werk ist das Spinnen der Schicksalsfäden am Weltenbaum und in ihnen spiegelt sich die Dreifaltigkeit von Werden, Sein und Vergehen. Mich fasziniert diese Sicht auf den ewigen Zyklus des Lebens sehr, denn er meint mehr als nur Leben, Sein und Sterben. Mit ihm ist auch der ewige Kreislauf innerhalb des Lebens gemeint, denn alles ist immer ein Prozess der Veränderung. Wir selbst verändern uns, und auch die die Umstände unseres Lebens tun es immer und immer wieder. Dieser stetige Wandel begleitet uns und lässt uns unser einzigartiges Leben entwickeln – mit all den Facetten von Werden, Sein und Vergehen, die immer auch mit- und nebeneinander bestehen.

Auch spannend: Der September wurde früher auch Scheiding genannt – die Scheide zwischen Sommer (Wärme) und Herbst (Kälte).

Der Altweibersommer in der Natur

Der Altweibersommer ist eine Zwischen-Zeit in genau solch einem Prozess: der Sommer ist noch da, verabschiedet sich aber langsam. Der Herbst betritt die Bühne und vermischt sich mit dem Spätsommer. Die Natur ist noch voller Kraft und Farben, hat aber schon einen herbstlichen Anstrich. Viele Pflanzen sind verblüht und die Vorräte werden schnell noch gesammelt und befüllt, bevor die Landschaft fast leergefegt wird. Die nun stärker auftretenden Temperaturschwankungen stoßen die bunte Verfärbung der Blätter von Bäumen an.

So wunderschön sieht diese gemeinsame Zeit der beiden Jahreszeiten aus:

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Brauchtum und Mystisches im Altweibersommer

♠ Die Frauendreißiger enden Mitte September: Dies ist eine besondere Zeitspanne von 30 Tagen ab der Kräuterweihe am 15.8., die nach altem Glauben sehr günstig zum Sammeln von Heilpflanzen war, da diese in jener Zeit besonders heilkräftig seien. Danach war das Sammeln von Heilpflanzen tabu.

♠ Die Schwendtage: Schwendtage sind in den alten Überlieferungen „ungünstige“ oder „verworfene“ Tage, an denen man besser nichts beginnt und viele Dinge auch nicht tut. Die Bekanntesten sind wohl die 12 Rauhnächte. Im September haben wir gleich 8 davon: vom 21.-28.9. solle man nichts Neues beginnnen, sondern das Vorhandene ordnen. Beste Zeit also für Haus- und Hofputz – ebenso fürs Ausrümpeln und Loslassen von Ballast und unnützem Kram.

Die Herbsttagundnachtgleiche (meist um den 21./22.9. herum) markiert einen besonderen Feiertag: An diesem Tag sind Tag und Nacht gleich lang – und gleichzeitig beginnt nun die dunkle Jahreszeit, da ab jetzt die Nächte länger als die Tage sind. Es ist also ein Schwellenfest, gleichzeitig auch der letzte Erntedank. Zeit für schöne Altäre mit allem Bunten, was uns die Natur (noch) schenkt!

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Und hier noch ein altes Gedicht über diese kleine aber feine Jahreszeit:

Der September ist der auserlesene Monat der zweiten Blüte,
der Monat der reifenden Rebe.
Außerdem ist er der Monat, in dem sich die Erde wieder öffnet,
so daß wir „einsetzen“ können, was bis zum Frühjahr Wurzel fassen soll:
Wieder eine Gelegenheit für uns Gärtner, die Blumenzüchter abzulaufen,
uns ihre Kulturen anzugucken und Schätze für das kommende Frühjahr auszusuchen.
Karel Capek (1890-1928)

Ich liebe und genieße den Altweibersommer sehr! Ich tanke nochmal Sonne und freue mich über alles, was blüht, sammle aber auch schon fleißig erste Bucheckern, reife Äpfel und glänzende Kastanien. Und gegen Dunkelheit und Kälte helfen gute Bücher, leckerer Tee und ein schönes Stück eine schöne Tafel Schokolade 😉

Teatime

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