Altes Wissen: Der Zauber der Lärche

Die Lärche ist ein starkes, magisches Wesen, das von den Menschen schon seit dem Altertum verehrt und geliebt wird. Ihre Verwendung als Lichtbringer und Schutzbaum hat eine lange Tradition, von der ich euch heute einmal etwas erzählen möchte.

Die Lärche

Die Lärche ist ein kräftiger, hochwachsender Nadelbaum, der viel Sonne und Freiraum braucht und viele hundert Jahre alt werden kann. Das Holz ist fest und widerstandsfähig, die Nadeln gefiedert und leicht. Sie ist der einzige Nadelbaum in unseren Breitengraden, der im Herbst seine Nadeln gelblich-braun färbt und dann abwirft – dies geschieht sonst nur bei Laubbäumen.

Als Heilpflanze, schützendes und robustes Baumaterial und als magischer Lebensbegleiter ist die Lärche seit langem mit den Menschen verbunden.

Links: Junge Lärchenspitzen und -blüten, rechts: Herbstliche
Lärchenzweige schmücken wie strahlende Sterne den Waldboden. Weiterlesen

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Altes Wissen: Der Zauber der Erle

Seit Urzeiten ist die Erle für die Menschen ein ganz besonderer Baum: Als „Die Erlenfrau“ ist sie seit Jahrtausenden bekannt und es ranken sich viele Mythen um diesen zauberkräftigen Baum – und das bereits seit der Eisenzeit und somit länger als 3000 Jahre. Ihr Holz, das sich durch Wasser-/Luftkontakt rot färbt, wurde als blutend bezeichnet und der Baum daher als weiblicher Hexenbaum bekannt. Und sie wächst auch gern in der Nähe von Gewässern oder auf feuchtem Boden. Ich möchte euch diesen spannenden Baum des Wassers, des Untergrunds und der Magie heute einmal ausführlicher vorstellen ♥

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Die zauberkräftige Erlenfrau

Der Baum der Schwelle

Erlen fühlen sich am wohlsten an Übergangen und Schwellen zwischen Wasser und Land: Sie leben in beiden Welten und man findet sie auch genau dort: An moorigen Stellen, an Bächen und Flüssen, an Seen und Teichen und an Orten mit versiegten Wasserstellen, die unterirdisch noch vorhanden sind. Sie stehen dabei gern „mit einem Bein“ im Wasser und mit dem anderen in der Erde – genau dazwischen eben.

Solche Schwellen und Übergänge sind für die Menschen seit jeher Orte der Anderswelt und ihrer Wesen, an denen „die Schleier dünn“ sind und der Übergang leichter. Daher ist die Erle genau das: Ein Wesen, das mit der anderen Seite in Kontakt steht und bringen kann. Weiterlesen

Was uns der Haselstrauch verraten kann: Magisches, alte Bräuche und Wissenswertes

Ich liebe ja Bäume und habe auch so meine Lieblinge unter ihnen. Und nun ist gerade ein „neuer“ hinzugekommen, denn ich entdecke gerade meine Verbindung zum Haselstrauch und habe mich deswegen etwas ausführlicher mit ihm befasst und möchte mit euch spannendes altes Wissen rund um sein Wesen und seine Wirkung teilen.

Der Haselstrauch

Die gesunden und leckeren Haselnüsse sind das, was wohl jeder von ihm kennt. Ansonsten ist er ein Baum, der sich eher im Hintergrund hält. Meist ist er eher als Strauch mit einer Höhe von ca. 5-6 Metern zu finden, er kann aber auch als größerer Baum wachsen. Auffällig sind seine recht runden Blätter und die früh blühenden Haselkätzchen, die schon im auslaufenden Winter den Frühling einläuten. Und im Herbst beschenkt er uns mit leckeren Haselnüssen (wobei die im Handel erhältlichen Haselnüsse von der südlicher wachsenden Lambertshasel stammen).

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Und natürlich ist die Haselnuss verewigt in dem wunderschönen Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ♥ Mit Sicherheit können auch uns die Haselnüsse Glück bringen! Wobei die Hasel uns außerdem unterstützen kann, erfahrt ihr nun:

Wirkung und Wesen des Haselstrauchs

Schon seit Jahrtausenden war der Haselstrauch für die Menschen ein bedeutender Baum – nicht nur wegen seiner wertvollen Früchte! Ähnlich wie der Holunder der „Frau Holle“ war auch der Haselstrauch ein beseeltes Wesen und wurde ehrfürchtig „Frau Haselin“ genannt und mit viel Respekt behandelt. Kein Wunder, wenn man sich sein Wesen einmal genauer anschaut, denn er hat Einiges zu bieten!

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Energie leiten:

Recht bekannt ist die Verwendung von Haselnussholz zur Herstellung von Wünschelruten. Dieses Holz war das Holz erster Wahl, da die Haselnuss ein sehr guter Energieleiter ist, mit deren Hilfe in Form eines gegabelten Zweiges auf die Suche nach Wasser gegangen wurde. Auch heute gibt es noch Rutengeher, die dieses Holz verwenden. Ich selbst habe es auch schonmal probiert, allerdings nicht mit Hasel. Und dennoch konnte ich zuverlässig Wasser und Salz finden 🙂 Auch als Zauberstab wurde Haselholz sehr häufig benutzt, z.B. für Wetterzauber.

Wolf-Dieter Storl, Selbstversorger und Kenner der Qualitäten von Pflanzen und ihrer Mythen, beschreibt den Hasel als Vermittler ätherischer Schwingungen und seelischer Bilder. Daher ist er auch ein

Strauch der Innenschau und Weisheit:

Sein Holz kann helfen, tiefer in Traumwelten zu versinken und im Traum Botschaften zu empfangen und zu erkennen. Ich habe neben dem Kopfkissen einen Talisman aus Haselholz liegen und mag seine sanfte Energie und Inspiration sehr.

Aufgrund seiner Eigenschaft, auch Gedanken und deren Vermittlung zu fördern, waren, so Storl, die Thing-Plätze der Germanen mit Haselstäben umzäunt. Bei den Kelten spielte er eine Schlüsselrolle, was man u.a. an Legenden erkennt, in denen es um die „Quelle der Weisheit, umgeben von den 9 Haselbäumen“ geht. Der Lachs (ein Weisheits-Symbol) lebte in dieser Quelle und aß von den ins Wasser gefallenen Nüssen. Für jede Haselnuss, die er verspeiste, erschien ein Punkt auf seiner Haut. Wer den Lachs aß, nahm diese Weisheit in sich auf.

Vermittler zwischen den Welten:

Als Symbol für Weisheit und das Erspüren und Leiten von Energien ist der Hasel auch ein Baum des Übergangs und ein Mittler zwischen den Welten. Er ist ein Baum, der mit den Elementen Wasser und Luft sowie dem Untergrund assoziiert ist und uns dabei hilft, die Quelle des Seins zu ergründen und aus dieser Weisheit zu schöpfen. Er wächst gern auf gekreuzten Wasseradern und ist nicht nur deswegen ein symbolischer Wächter der Pforte, der eine enge Beziehung zur Anderswelt hat. Und er hat auch einen spannenden „Untermieter“, denn in seinen Wurzeln soll eine weiße Schlange mit einer goldenen Krone wohnen – diese scheint in ihrer Herkunft mit dem keltischen Weisheit verwandt, da auch ihr Verzehr mit Weisheit beschenken soll: Wer ein Stück von ihr isst, der „wird die Sprache der Tiere verstehen, mit den Zwergen und Naturgeistern reden und sämtliche Heilpflanzen erkennen können“, so Storl („Die alte Göttin der Pflanzen“, S. 185).

Fruchtbarkeitssymbol:

Seine reichhaltigen, nahrhaften Früchte sowie sein frühes Blühen im Jahreskreis verraten es: Er steht auch für Fruchtbarkeit. Daher hatten Haselruten u.a. zur Wintersonnenwende sowie zu Ostara einen festen Platz in den Feiern zum Segnen von Feld und Tieren, die so auch mit Gesundheit beschenkt werden sollten. Auch bei Hochzeiten waren Haselnüsse ein beliebtes Geschenk an die Braut, das viele Kinder bescheren sollte.

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Die Hasel als magischer Begleiter

Divination/Intuition: Ohne Zweifel kann der Hasel hilfreich sein, die Intuition zu stärken und in Träumen, beim Orakeln oder in der Meditation Dingen auf den Grund zu gehen. Hierfür kann man sich aus dem Holz Talismane basteln, Runen oder Oghamstäbe aus seinem Holz benutzen oder Räucherungen, Essenzen und Tinkturen verwenden. Der Hasel hilft dabei, ins Unterbewusstsein zu schauen und innere Quellen erreichen zu können.

♥ Kreativität: Nicht nur im Bereich des sprachlichen Ausdrucks (er ist der keltische Baum der Poeten), auch im allgemeinen kreativen Bereich kann der Hasel unterstützend wirken. Er hilft also nicht nur beim Hervorbringen neuer Einblicke und Weisheiten, sondern inspiriert auch zu deren Umsetzung und Ausdruck: Sich treiben lassen und Neues erschaffen.

♥ Schutz: Der Haselstrauch ist eine alte Schutzpflanze. In Irland wurde Pferden eine Kette aus Haselnüssen umgehangen, um sie vor der Verzauberung durch das Feenvolk zu schützen und auch im deutschsprachigen Raum galt Haselholz als krankheitsabwehrend. Außerdem wurde es im Haus platziert, um dieses vor Unwetter und Blitzeinschlag zu schützen.

♥ Heilung, Weiterentwicklung: Aufgrund seiner Hilfe beim Erkennen, Erspüren und Sehen ist er auch ein Baum des Wandels, der Transformation und der Heilung im emotionalen Bereich. Seine sanfte, aber nachhaltige Kraft hilft beim Wissen und Erkennen (Kopf/Verstand/Element Luft) ebenso wie beim Versöhnen und Spüren (Intuition/Gefühl/Element Wasser). Eine sehr kraftvolle und gute Kombination!

♥ Ogham: Im keltischen Ogham-System (eine Zusammenstellung verschiedener heiliger Bäume und deren Zuordnung zu Monaten bzw. Abschnitten im Jahreskreis) steht die Hasel für den neunten Monat. Der Haselbaum ist hier verbunden mit der wunderbaren Göttin Brighid, die u.a. die Heilige der Dichtkunst, der Heilung, des Frühlings und göttlicher Inspiration ist.

♥ Tarot und Numerologie:  Die Zahl 9 begegnete uns auch schon in der Legende vom Lachs der Weisheit. Die „drei Haselnüsse“ bei Aschenbrödel sind deren Teiler: 3×3 ergibt 9. Die Zahl 9 steht im Tarot für den Eremiten (Einsiedler), der Innenschau hält und Weisheit in sich selbst findet.

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Der Haselstrauch in Volksglauben und Brauchtum:

Folgende Informationen sind im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens versammelt:

  • Der Hasel ist in der germanischen Welt eine uralte Zauberpflanze mit vielen kultischen Bedeutungen.
  • Man nahm ein Stückchen seines Holzes mit, wenn man auf weitere Reisen ging, um beschützt zu sein – ebenso, wenn man auf gefährlichen Wegen und bei Nacht unterwegs war.
  • In Siebenbürgen war es ein Brauch von Soldaten, bevor sie in den Krieg ziehen mussten, ein Schutzamulett aus Haselholz anzufertigen: Man „teilte einen an Johanni geschnittenen Haselzweig zwischen 11 und 12 Uhr Mitternacht in sieben, etwa 1-2 Zoll lange Stückchen“.
  • Der Hasel schützt vor bösen Geistern, der Teufelsjagd und in Rumänien auch vor Vampiren.
  • Aus seinem Holz wurden Tinkturen und Öl gegen angehexte Krankheiten angefertigt. Hierfür muss das Holz „gesammelt werden, wenn die Sonne im Widder steht, oder 2-3 Tage vor dem Neumond“.
  • Kühe und andere Tiere wurden damit gefüttert und gesegnet, um sie zu schützen und fruchtbar zu machen.
  • Auch im Kräuterbuschen fanden ein Haselzweig sowie 3 Haselnüsse Verwendung.
  • Er war eine stark gewitterabwehrende Pflanze. Seine Zweige wurden auch bei Gewitter an die Fenster gesteckt (siehe oben: ein guter Energieleiter!). Ebenso wurden Haselkätzchen bei Gewitter zum Schutz des Hauses in das Herdfeuer geworfen.
  • Haselnüsse schenkte man zu Weihnachten und Neujahr als Zeichen der Liebe.
  • Viele Haselnüsse im Herbst bedeuten viele Kinder im nächsten Jahr und unfruchtbare Frauen wurden mit Haselzweigen berührt.
  • Viele Haselnüsse deuten ebenfalls auf einen strengen, kalten Winter.
  • Der Haselstrauch steht in Verbindung mit unterirdischen Schätzen.
  • In der Volksmagie fand der Haselstrauch Verwendung für Krankheitszauber und Liebesorakel.
  • Die Hasel war ein Glücks-, Schutz und Lebensbaum.

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Also, ich mag die Frau Haselin sehr! 🙂