Magisches Ostern nach alten Bräuchen

Heute möchte ich euch von meinem wunderschönen Ostern mit vielen alten Bräuchen in der Natur berichten: Ich habe Osterwasser vor Sonnenaufgang geholt, Eier nach altem Brauch verziert, Essen für die Tiere in den Wald gebracht, meine Heilsteine gereinigt und die Natur beobachtet. Ostern ist ein Fest der Natur, des erwachenden Lichts, der Heilung und der Fülle – hier erfahrt ihr mehr über alte Bräuche und ihre Hintergründe.

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Wir gingen vor dem Sonnenaufgang in unseren „Zauberwald“, die Lichtungen und Wiesen waren voller Nebel, es war still und voller Vogelgesang zugleich und die Luft war frisch und klar.

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Die Dämmerung verfärbte den Himmel immer wieder neu.

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Ich ging allein und schweigend zum Bach mitten im Wald und wusch meine Steine im klaren Wasser. Zwei Steine habe ich als Dank im Bach gelassen.

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Ich nahm vier kleine Fläschchen Osterwasser mit und habe uns und den Hunden damit das Gesicht bestrichen. Dieses Wasser soll jung, schön und gesund erhalten und kann das ganze Jahr über verwendet werden.

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Harze sammeln und verwenden

Harze von Bäumen sind eine wunderbare Sache und man kann schöne Dinge mit ihnen machen – und seiner Gesundheit etwas Gutes tun!

Kleine Geschenke von großen Bäumen: Das Harz

Ich bin zum Harzsammeln gekommen, als ich nach Jahren des Spazierengehens im gleichen Stadtwald einen Mammutbaum entdeckte, an dessen Rinde sich kleine, feine Ströme trockenen Harzes zeigten. Ich nahm einige Stückchen mit, verräucherte sie und war begeistert von dem wahnsinnig tollen Duft. Weihrauchkaufen gehört nun also für mich zur Vergangenheit, zumal man mit Harzen einheimischer Bäume auch naturheilkundlich viel tun kann. Seitdem achte ich mehr auf Bäume und ihre Rinde und sammle nun auch tolles Tannenharz selbst, das man auch nirgendwo kaufen kann. Aber Harze sammeln zu können ist auch immer ein Glücksfall, denn man muss schon genau hinschauen – umso wertvoller ist es für mich, wenn ich irgendwo ein paar golden glänzende Harztropfen finde.

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Wo und wie man Harz von Bäumen sammeln kann

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Wintersonnenwende: Die Rückkehr des Lichts und der Ursprung von Weihnachten

Die Wintersonnenwende ist eines meiner liebsten Jahreskreisfeste ❤ Es ist eine ganz besondere Nacht, daher will ich einige Hintergründe und Ideen mit euch teilen ♥

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Die Wintersonnenwende: Der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres

Wie der Name schon sagt, ist es ein Wendepunkt, der mit dem Stand der Sonne zu tun hat. Der Abstand zwischen Sonne und Erde ändert sich im Lauf des Jahres – und mit ihm die Dauer die Länge der Sichtbarkeit der Sonne und damit auch die Länge der Tage bei uns auf der Erde. Die Wintersonnenwende markiert den Höhepunkt der „dunklen Jahreszeit“, denn der Tag davor ist der kürzeste des Jahres – demzufolge erleben wir zu diesem Zeitpunkt auch die längste Nacht. Doch dies ändert sich mit der Sonnenwende, da ab nun die Sonnenbahn unseres Horizontes wieder ansteigt und die Tage länger werden.

Die längste Nacht

Die längste Nacht

Die Rückkehr des Lichts und der Ursprung von Weihnachten

In den früheren Kulturen und Lebenswelten war die Natur und eine beseelte Umwelt der Lebensmittelpunkt der Menschen, da sie mit der Natur lebten und unmittelbar von ihr abhängig waren. Es kann also fast keinen wichtigeren Grund zum Feiern gegeben haben, als die Rückkehr der Sonne, die sich mit der Wintersonnenwende ankündigt (meist am 21., aber auch am 20. oder 22. Dezember)! Viele antike Bauwerke und Heiligtümer, bei denen genau und nur zur Sonnenwende das Licht durch einen zentralen Punkt fällt, beweisen dies. Prähistorische Sonnenverehrung findet man überall auf der Welt, und gerade zur Wintersonnenwende kann man dies gut verstehen, wenn man sich vorstellt, was für eine gute Verheißung dieses Fest war: Die Tage werden nun wieder länger, Wärme und Licht kehren zurück und auch das Leben in der Natur wird bald wieder erwachen. Es ist daher ein absolutes Fest des Lebens und der Lebenskraft – und ebenso eines der Wiederauferstehung, wenn das tiefe, kalte Tal des Winters erfolgreich durchschritten wird. Und so ist auch sehr naheliegend, zu verstehen, dass das Christentum dieses Fest schlicht adaptiert und „umgeschrieben“ hat in die eigenen erschaffenen Überlieferungen – und nicht nur dieses Fest wurde im Christentum einfach um 3 Tage verrückt und unter anderem Namen gefeiert. Aber das ist hier nicht das Thema, denn ich möchte ich euch noch von einigen wunderschönen Bräuchen und Überlieferungen zum Feiern dieses wunderschönen Fests erzählen.

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Bedeutung der Wintersonnenwende

Viele Aktivitäten haben auch in unserem heutigen Weihnachtsfest überlebt, in dem sich zentrale Elemente des heidnischen Lichtfestes bewahrt haben:

  • Das Schmücken von Haus und Hof mit immergrünen Zweigen, Mistelzweigen, bunter Dekoration und vielen Lichtern
  • Das Backen und Teilen verschiedenster leckerer Backwaren
  • Das Teilen von Geschenken und besinnlicher Zeit – also auch des Dankesagens

Das Schmücken mit bunten Kugeln ist erst in den letzten 1-2 Jahrhunderten aufgekommen, davor waren Äpfel eines der wichtigsten Symbole. Sie stehen für Fruchtbarkeit, Nahrung und Leben und sie waren ein wertvolles (und gesundes!) Geschenk und wunderbar zum Schmücken geeignet.

Da die Natur noch im tiefen Schlaf war, bald aber wieder zum Leben erwecken würde, war es ein alter ländlicher Brauch, die Natur sicherheitshalber rechtzeitig aufzuwecken und darauf vorzubereiten, dass es bald wieder losgehen würde mit dem aktiven Leben. Daher wurden Bienenstöcke, Bäume und die Tiere auf dem Hof in den Ställen „wachgeklopft“ und man flüsterte ihnen zu, dass sie bald wieder erwachen sollen, wenn spätestens im Frühling das neue Leben wieder beginnt.

Da jetzt aber noch die Dunkelheit und der Winter unser Leben bestimmen, ist es auch eine Zeit des Insichgehens, des Kräftesammelns und des Beisammenseins – und hier ist nicht nur der gegenwärtige Kreis von Familie und Freunden gemeint, sondern auch der Teil unser Liebsten, die nicht mehr unter uns weilen. Es ist eine Zeit der Ahnen und der eigenen Wurzeln, deswegen ist es ein guter Anlass, an sie zu denken, mit ihnen zu sprechen und sie im Herzen lebendig bleiben zu lassen. Der Kreislauf des Lebens wird gerade in ruhigen, dunkleren Zeiten präsent und man kann sie nutzen, um in sich zu gehen und sich mit dem eigenen Inneren zu beschäftigen. Dazu gehören dunkle wie helle Seiten, die man in seinem Wesen vereinen und annehmen kann.

Licht ist auch Hoffnung – deshalb ist die Wintersonnenwende durch und durch ein Feiertag! Die Sonne wird in dieser heiligen Nacht wieder neu geboren und bald zu ihrer alten Kraft zurückkehren und uns mit Wärme, Licht und Nahrung versorgen, weswegen alles Runde, Goldene und Lichte unbedingt ebenfalls zu diesem Fest gehört. Und da auch die Farbe Grün gerade in der dunklen Jahreszeit ein Symbol für das Leben und die Hoffnung ist, eignen sich goldene, grüne und rote Farben bestens als Farben, die zu diesem Fest passen (Gold für das Licht, Grün für das Leben/die Natur und Rot für Energie und Lebenskraft).

Ich habe daher für dieses Jahreskreisfest einen Kranz aus neunerlei Grün gebunden, ihn mit roten Beeren dekoriert und werde in der Sonennwendnacht eine leuchtende Kerze in seiner Mitte entzünden:

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Alte Bräuche & Magisches zur Wintersonnenwende

Es gibt Unmengen wundervoller Traditionen und Überlieferungen für dieses bedeutende Jahreskreisfest – sie alle hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen, zumal jede Region ihre eigenen besonderen Bräuche hat. Einige habe ich aber zusammengetragen und stelle sie hier einmal vor, um einen Einblick in die große Bedeutung dieses Festes und gleichzeitig einige Ideen zum Feiern zu geben.

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♣ Es kann ein traditionelles Sonnenwendfeuer entzündet werden – am besten mit dem Yulscheit. Die Asche dieses Stücks Holz wurde nach dem Fest aufbewahrt, da sie Fruchtbarkeit und Segen bringen sollte.

♣ Wer kein Feuer entzünden kann, kann natürlich Kerzen nehmen – eigentlich nicht wegzudenken in dieser Jahreszeit und ein guter „Ersatz“ eines großen Feuers im Freien.

♣ Der Baum als Weihnachtssymbol steht für das Leben und die Kraft der Natur. Man muss aber keinen Baum fällen, um diese Kraft bei sich zu haben. Mit Räucherungen von Bäumen (Nadeln, Harze, Hölzer, Beeren) kann man sich gut mit dieser Kraft verbinden.

♣ Eine schöne und leckere Idee ist es, symbolisches Backwerk selber zu machen: Man kann Kekse und Plätzchen in runden Formen als Sonnensymbol backen und mit Nüssen verzieren. Auch alles, was mit Äpfeln zu tun hat, passt bestens (siehe oben!). Ich werde z.B. einen Apfelpunsch kochen.

♣ Das Thema Essen ist in unserem heutigen Weihnachten ja quasi omnipräsent – und das ist auch nicht verkehrt. Allerdings macht es mich immer traurig, wenn die Feste der Menschen den Tod Tausender Tiere bedeuten. Für mich passt es nicht zusammen und ich sehe nichts Positives oder Glückbringendes darin, einen wert-vollen Anlass mit der Ent-wertung von Lebe(wese)n zu zelebrieren. Dankbarkeit und Achtung stehen für mich im Vordergrund – da passen eine tote Gans oder sonstige Weihnachtsbraten nicht dazu, denn der Tod bleibt Tod, und zwar ein ganz realer. Für mich ist es ein gutes Gefühl, durch eine kleinen „Verzicht“ ein großes Leben zu retten – und das gerade an Feiertagen, aber auch im Rest des Jahres.

♣ Da Weihnachten auch eine Zeit des Schenkens und Verwöhnens ist, sollte man das auch zum Anlass nehmen, sich selbst etwas Gutes zu tun! Und ebenso seiner Umwelt. Ich werde Vogel- und Eichhörnchenfutter aufhängen und an Freunde verschenken. Wenn Geben und Nehmen im Einklang sind, haben mehrere etwas davon 🙂

♣Passende Pflanzen zum Räuchern sind rote getrocknete Beeren (z.B. Ebereschenbeeren und Weißdorn), Holunderholz und -beeren, Eichenrinde und -blätter, Harze aus einheimischen Wäldern und Wurzeln lichtbringender Pflanzen wie Angelika (Engelwurz) und Alant. Und ganz besonders passt der Wacholder! Er repräsentiert Standaftigkeit, Lebenswillen und alles Untergründige, Innere, Mystische. Seine Nadeln und sein Holz haben einen intensiven waldigen Duft und er zeigt uns das Verborgene, spendet Lebenskraft und erdet uns.

♣ Auch das Thema Schutz findet zu dieser Zeit gut seinen Platz und man kann sie nutzen, um sich aus schützenden Kräutern Schutzamulette herzustellen – bspw. ein Ebereschenamulett (die Beeren und das Holz sind auch in dieser Jahreszeit noch zu finden!):

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Und als wunderbarer Abschluss folgen auf die Wintersonnenwende die wunderbaren Rauhnächte: Die heiligen 12 Nächte rund um den Jahreswechsel sind eine magische, ganz besondere Zeit, die man für Reinigung, Innenschau und zum Orakeln nutzen kann. Ich werde demnächst mehr dazu schreiben!

Ich wünsche euch eine wunderschöne Zeit und freue mich schon sehr auf diesen Tag!

Yule-Kranz aus neunerlei Grün

Eine tolle Idee, um den alten Brauch der „neunerlei Hölzer“ mit der Winterzeit und dem Thema Schutz zu verbinden: Ein

Yule-Kranz aus neunerlei Grün!

Diese wunderschöne Idee habe ich bei der Blumenschule Schongau entdeckt, die saisonale und auch für rituelle Zwecke gedachte handgemachte Kränze und Gestecke anbietet und dieses Jahr den „Kranz aus neunerlei immergrünen Zweigen“ vorgestellt hat. Er hat mir sofort gefallen, denn ich liebe die uralte Tradition der neunerlei Hölzer (hier könnt ihr mehr über die Hintergründe lesen!). Ich habe dies als Anregung genommen, selbst einen herzustellen und bin heute auf die Suche gegangen und habe dann den Kranz gewunden. Hier ist das Ergebnis 🙂

 

Schutzkranz neunerlei holz

neunerlei holz schutzkranz

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In diesem Kranz sind enthalten:

  • Wacholder
  • Eibe*
  • Stechpalme
  • Efeu* (vom Holunder)
  • Seidentanne
  • Lebensbaum
  • Heidekraut
  • Rosmarin
  • Mistel

Mit eingebaut sind Zapfen des Mammutbaums und getrocknete Ebereschenbeeren.

(* Achtung: giftig!)

Ich habe den Kranz auf einem „Gerüst“ aus langen, zu einem Ring gewundenen Stechpalmzweigen aufgebaut und dann nach und nach weitere Zweige hineingeflochten und an einigen Stellen habe ich Zweige mit Naturband fixiert, aber größtenteils ist alles miteinander verwoben und zusammengesteckt, man benötigt also kein weiteres Zubehör.

Geeignet sind alle immergrünen Pflanzen!

Bedeutung und Verwendung

Dieser Kranz bedeutet mehrerlei und ist ein wunderbarer Begleiter für die Winterzeit.

Er steht für Schutz, da mehrere schützende Hölzer wie Stechpalme, Wacholder und alles, was Nadeln hat, eingearbeitet werden können.

Er steht für das ewige Leben, denn gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn die Pflanzenkräfte sich zurückgezogen haben, zeigen uns die immergrünen Hölzer, dass das Leben dennoch bestehen bleibt.

Er steht für den ewigen Kreislauf, denn die heilige Zahl 9 ist das Dreifache der 3, die für Werden-Sein-Vergehen steht.

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Verwendung:

♥ Man kann ihn, so wie bei mir, auf den Altar legen und darin oder drumherum Kerzen entzünden – ebenso kann man ihn zum Schutz über der Eingangstür oder an anderen Orten aufhängen.

♥ Seine Verwendung ist nicht nur auf die Yule-Zeit begrenzt! Man kann ihn als Schutzkranz auch nach Yule verwenden oder ihn im Frühling rituell verbrennen oder der Natur übergeben, wenn die Sonne und das Licht zurückgekehrt sind.

♥ Man kann ihn auch (ähnlich dem Kräuterbuschen des Hochsommers) als Räucherapotheke verwenden und sich immer, wenn man es benötigt, die passenden ungiftigen getrockneten Pflanzenteile abpflücken und verräuchern – vor allem bei Themen wie Schutz, Ahnen, Orakel und Innenschau.

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…und gleichzeitig ist er eine wunderschöne Dekoration mit Bedeutung 🙂

Geheimtipp: Allgäuer Heilkräuterkerzen

Handgemacht, altes Kräuterwissen, natürlich & wunderschön: Heute stelle ich euch mal etwas Besonderes vor. Die Heilkräuterkerzen aus dem Allgäu, die ich vor einer Weile entdeckt habe. Sie gefallen mir aus mehreren Gründen so sehr, weshalb ich sie euch heute einmal ausführlicher vorstellen möchte:

Das Allgäu – altes Kräuterwissen und keltische Wurzeln

Das Allgäu ist ein besonderes, mystischer Fleckchen Erde auf dieser Welt. Dort findet man klare Seen und Flüsse, frische Luft, beeindruckende Berge, weite Almwiesen und eine unglaublich reichhaltige Natur, in der man dort auch noch ganz allein sein kann. Vor allem Kräuterwissen und alte heidnische Traditionen haben sich dort sehr gut erhalten und wurden über Jahrtausende bewahrt. Im Alpenraum begegnet uns eine so reichhaltige alte Kultur voller Sagen und Überlieferungen, und nicht ohne Grund leben viele Kräuterkundler genau dort (u.a. Wolf-Dieter Storl).

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Vor allem das Räuchern (zu besonderen Anlässen wie Gewitter, Jahreskreisfesten und Feiertagen sowie den Rauhnächten) ist in dieser Region noch sehr verbreitet. Ein Freund, der Almen besucht und eine Auszeit dort plant, erzählte mir, wie der alte Senner ganz selbstverständlich regelmäßig mit selbstgemischten Kräutern und Harzen den Stall und die Alm ausräuchert. Das Räuchern ist ein kleines, aber feines Ritual, um sich mit den Kräften der Pflanzen und Düfte zu verbinden und zu allen erdenklichen Anlässen für Unterstützung zu sorgen. Aber nicht jeder mag den Rauch oder hat die Gelegenheit und das Zubehör dazu. Hier sind Kerzen mit Kräutern eine perfekte Alternative, da auch hier Feuer, Luft und Pflanzen verbunden werden und sich ihre Energien entfalten können.

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Die Allgäuer Heilkräuterkerzen: Herstellung und Zutaten

Die Allgäuer Heilkräuterkerzen entspringen genau diesem Hintergrund: Sie verbinden das jahrtausendealte Wissen um Pflanzen und ihre Kräfte mit der ebenso alten Tradition, kleine Rituale abzuhalten, um Danke zu sagen, Segen zu erbitten und in sich zu gehen. Diese Kerzen werden von Hand gegossen und mit passenden Farben, Düften und Essenzen ausgewählter Pflanzen angereichert, jeweils für verschiedene Zwecke und Lebensthemen, aber auch den kompletten Jahreskreis. Enthalten sind neben pflanzlichem Stearin Pflanzen – oder Harzauszüge, Heilkräuteressenzen, ätherische Öle und Tinkturen (die Pflanzen der Auszüge stammen entweder aus eigenem Anbau, Wildsammlung oder aus kontrolliert biologischem Anbau).

Besonders toll ist der Duft, denn obwohl nicht mit künstlichen Aromen gearbeitet wird, duften diese Kerzen einfach traumhaft! Sie haben einen starken und sanften Duft zugleich, also keinesfalls mit klassischen Duftkerzen zu verwechseln, aber auf eine andere Art intensiv, ohne zu stark zu sein. Ich habe eine der Kerzen in meinem Eingangsbereich aufgestellt und werde seitdem von einem feinen Duft begrüßt 🙂

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Was ich ebenfalls sehr mag, ist die an Kristalle erinnernde Stuktur des Wachses und die faszinierenden Muster, die sich beim Abbrennen bilden! Die Kerzen brennen vollständig herunter, ohne dass sich Wachsreste auftürmen, aber während des Herunterbrennens bilden sich immer wieder dünne, kleine „Wachskristalle„, die wie Eisblumen aussehen.

Und sie brennen übrigens rund 50 Stunden – man hat also lange etwas davon und ich zünde verschiedene Kerzen immer wieder zum passenden Zeitpunkt an.

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Die verschiedenen Sorten der Heilkräuterkerzen, ihre Wirkung und passende Anlässe

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Die Kraft des Waldes: Neunerlei Holz

Die Zahl 9 ist seit Jahrtausenden eine besonders kraftvolle und heilige Zahl. Sie besteht aus 3×3 – Bei den Kelten symbolisierte die Zahl 3 die Vollkommenheit des Universums. Auch in anderen Kulturen, z.B. der nordischen Mythologie, hat sie eine besonders magische Bedeutung. Im deutschen Volksglauben ist sie daher tief verankert und es gibt etliche Bräuche und Rituale rund um die Zahlen 3 und 9. Ein für mich besonders schöner ist dieser:

Neunerlei Holz

Neunerlei Holz

Neunerlei Holz

Das Sammeln und Verbrennen von neunerlei Holz galt als besonders zauberkräftig und segenspendend – mit neunerlei Holz wurden Feuer entzündet und verschiedene Bräuche begangen. Sie kommen vor allem an Walpurgis zum Einsatz: Das Beltane-Fest, mit dem man in den Mai hineinfeiert, ist seit Jahrtausenden eines der wichtigsten Feste im Jahreskreis, bei dem Fruchtbarkeit, Reinigung und Segen erlangen möchte. Aber auch im Winter, zu Samhain (Halloween) und an Weihnachten (Wintersonnenwende) kam neunerlei Holz zum Einsatz.

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Bräuche und Rituale mit neunerlei Holz

♣ In keltischen Gebieten wurden zur Frühlingstagundnachtgleiche sowie vor allem in der Beltane-Nacht (30. April auf 1. Mai) alle Feuer gelöscht und dann im Freien das Beltane-Feuer entzündet, das mit dem Holz von 9 Bäumen befeuert wurde. Dieses Feuer wurde dann zum Wohnplatz getragen, um dann das dortige Feuer damit neu zu entfachen. Der Sprung übers Maifeuer soll Segen, Fruchtbarkeit und Reinigung bringen. Mit der Asche wurden Tiere und Felder gesegnet.

♣ Im deutschen Volksglauben heißt es, wer in der Walpurgisnacht auf einem Schemel aus neunerlei Holz sitzt, kann Hexen erkennen. Ebenso sollte ein Feuer aus neunerlei Holz hellsichtig machen und einem den zukünftigen Liebsten zeigen. Doch es wurde nicht nur als Liebesorakel verwendet, es diente auch zum Schutz und sollte vor Hexen, bösen Wünschen, Unwetter, Seuchen und Dieben bewahren.

♣ Neunerlei Holz für das Notfeuer: Zurückgehend auf germanische Bräuche wurden in Ausnahmesituationen (z.B. Viehseuchen, Dürren, Unwetter) Notfeuer entfacht, die u.a. aus neunerlei Holz errichtet wurden. Auch bei diesen Notfeuern galt: Alle anderen Feuer mussten vorher gelöscht werden. Mit der Flamme des Notfeuers wurden dann alle Herdfeuer neu entfacht. Dies ist in der Systematik ein Schutz- und Erneuerungszauber, da man mit dem Segen dieses besonderen Feuers seine Not durch überirdischen Beistand zu überstehen hoffte.

…und ebenso in der Winterzeit: Im deutschen Aberglauben heißt es, wer sich zur Weihnachtsmesse ein Bündel aus neunerlei Holz schnürt, hört die Tiere sprechen und sieht die Hexen. Und auch in den Rauhnächten, wenn die Percht (Frau Holle) durch die Lüfte zieht, wurde mit neunerlei Holz geräuchert, um die Wilde Jagd zu besänftigen.

Neunerlei Holz

Neunerlei Holz

♣ Im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens steht u.a.:

  • Das Räuchern von neunerlei Holz oder das Baden in einem Sud daraus ist ein alter Abwehrzauber
  • Am Johannisabend steckt man Ruten von neunerlei Holz ans Haus
  • Am Karfreitag vor Sonnenaufgang muss man neunerlei Hölzer von Bäumen sammeln, deren Namen nicht auf -baum endet. Dies hängt man zum Schutz vor Bösem in Haus und Stall
  • Knoblauch und neun Hölzer müssen an Walpurgi vor Sonnenaufgang ungesehen an die Stalltür gehängt werden
  • Gegen Viehverhexung musste man nach Sonnenuntergang das Holz von Kirsche, Pflaume, Birne, Apfel, Tanne, Kiefer, Birke, Linde und Weide sammeln – stillschweigend, und ohne es von lebenden Bäumen zu nehmen oder sie zu beschädigen.
  • Im östlichen Mecklenburg waren die neun Hölzer: Apfel, Birne, Flieder, Holunder, Stachelbeere, Johannisbeere, Hainbuche, Pappel und wilde Rose.
  • Ist jemand verhext worden, soll er neunerlei Holz zusammen mit neunerlei Kräutern kochen und diese Abkochung stilschweigend im Schein des abnehmenden Mondes um Mitternacht vergraben.
  • Gegen Fieber werfe neunerlei Holz rücklings ins Wasser
  • An Heiligabend banden sich Frauen Kränze aus neunerlei Holz, setzten sie auf den Kopf und schauten bei sternenklarem Himmel ins Wasser, um das Bild des Zukünftigen zu erblicken.

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Moderne Ideen zu neunerlei Holz

Ich mag die Symbolik sehr gerne und liebe Bäume aller Art, daher sammel ich immer wieder mal Zweige verschiedener Bäume, wenn nach einem Sturm etwas am Boden liegt. Die gebündelte Kraft der Bäume in Form von neunerlei Holz ist gut als Glücksbringer geeignet.

Ich habe vor allem verschiedene Flaschen damit hergestellt und sie mit neunerlei Holz, passenden Beeren und Steinen gefüllt:

Neunerlei Holz

Neunerlei Holz

Hexenflasche Neunerlei Holz

Hexenflasche Neunerlei Holz

Man kann Späne von neunerlei Holz auch gut als Räucherung verwenden oder Talismanbeutel oder -fläschchen damit füllen. Und auch neunerlei Kräuter sind ein altbekannter Brauch z.B. für die Ostersuppe – die „Grüne Neune“. Es gibt also viele Wege, diese schöne Zahl und die Kräfte der Natur auf besondere Art und Weise umzusetzen.

Interessantes über den Altweibersommer

Der September ist der Mai des Herbstes (alte Bauernregel)

…nach einem kurzen, kalten Regenintermezzo ist er nun noch einmal da: Der schöne Altweibersommer mit tiefstehender, heller Sonne, frischer Luft und um die 20 Grad. Wenn Sommer und Herbst kurz Hand in Hand gehen, haben wir ihn: Den Altweibersommer. Man erkennt ihn passenderweise auch daran, dass einem unterwegs Spinnenweben ins Gesicht fliegen 😉 Da ich diese kleine Zwischenzeit sehr mag und sowieso fasziniert von solchen Übergängen bin, habe ich mich mal ein wenig intensiver damit beschäftigt und einiges Interessantes über Natur, Bräuche und unsere Vergangenheit gelernt!

So zeigt sich der Altweibersommer

Der Altweibersommer ist eine Zwischen-Zeit. Daher wurde ihm früher viel Beachtung geschenkt, wie ich weiter unten noch erzählen werde. Eine gute „Anzeigepflanze“ ist die Fette Henne: Den Sommer über ist sie grün, doch wenn der Sommer sich dem Ende neigt, verrät sie dies, indem sie sich rötlich einfärbt (wie auf dem folgenden Bild rechts zu sehen).

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Das klassische Merkmal des Altweibersommers ist der „Rückfall“ des beginnenden Herbstes in den Sommer. Meteorologisch zeigt es über lange Zeiten, dass Mitte/Ende September angenehme, stabile Hochdrucklagen noch einmal für sonniges Wetter sorgen, auch wenn der Sommer stetig auf dem Rückzug ist – und mit ihm das Licht. Umso wertvoller also diese geschenkten Sonnenstunden, weshalb diese besondere Zeit seit vielen Jahrhunderten in den Bauernregeln ihren Platz hatte.

Woher der Altweibersommer seinen Namen hat

Der Name „Altweibersommer“ ist ca. seit dem 17. Jahrhundert bekannt (andere Quellen datieren später). Bisher teilte man das Jahr in Sommer und Winter, dann kamen der „Junge Weibersommer“ im Frühling sowie der „Altweibersommer“ im Herbst dazu. Aber auch andere Namen hatte er, so z.B. Frauensommer, Mädchensommer, Mettensommer, Nachsommer, Witwensommer, Allerheiligensommer. 

Die Bezeichnung „Altweiber“ geht auf eben jene Spinnfäden zurück, die einem zu dieser Jahreszeit gerne mal ins Gesicht fliegen. Sie stammen von den obligatorischen Spätsommergästen an Fenstern, Hecken und Ecken: Die Baldachinspinnen, deren Flugfaden durch die Lüfte schwebt. Ihr hellglänzender Faden erinnert an das silbrige Haar alter Frauen. Auch im osteuropäischen Raum heißt dieser Spätsommer „Weibersommer“.

Frauen und Spinnfäden hängen aber auch noch auf eine andere Weise zusammen: Weiben ist unser heutiges Weben, also das Verspinnen von Fäden zu Garn. Und damit gelangen wir auch schon noch tiefer in die Vergangenheit: In die nordische Mythologie.

Der Schicksalsfaden der Nornen und die Zeit der Übergänge

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Die Nornen sind die 3 Schicksalsgöttinnen der nordischen Mythologie. Ihre Namen sind Urd, Werdandi und Skuld – sie sind die Jungfrau, die Frau und das alte Weib. Ihr Werk ist das Spinnen der Schicksalsfäden am Weltenbaum und in ihnen spiegelt sich die Dreifaltigkeit von Werden, Sein und Vergehen. Mich fasziniert diese Sicht auf den ewigen Zyklus des Lebens sehr, denn er meint mehr als nur Leben, Sein und Sterben. Mit ihm ist auch der ewige Kreislauf innerhalb des Lebens gemeint, denn alles ist immer ein Prozess der Veränderung. Wir selbst verändern uns, und auch die die Umstände unseres Lebens tun es immer und immer wieder. Dieser stetige Wandel begleitet uns und lässt uns unser einzigartiges Leben entwickeln – mit all den Facetten von Werden, Sein und Vergehen, die immer auch mit- und nebeneinander bestehen.

Auch spannend: Der September wurde früher auch Scheiding genannt – die Scheide zwischen Sommer (Wärme) und Herbst (Kälte).

Der Altweibersommer in der Natur

Der Altweibersommer ist eine Zwischen-Zeit in genau solch einem Prozess: der Sommer ist noch da, verabschiedet sich aber langsam. Der Herbst betritt die Bühne und vermischt sich mit dem Spätsommer. Die Natur ist noch voller Kraft und Farben, hat aber schon einen herbstlichen Anstrich. Viele Pflanzen sind verblüht und die Vorräte werden schnell noch gesammelt und befüllt, bevor die Landschaft fast leergefegt wird. Die nun stärker auftretenden Temperaturschwankungen stoßen die bunte Verfärbung der Blätter von Bäumen an.

So wunderschön sieht diese gemeinsame Zeit der beiden Jahreszeiten aus:

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Brauchtum und Mystisches im Altweibersommer

♠ Die Frauendreißiger enden Mitte September: Dies ist eine besondere Zeitspanne von 30 Tagen ab der Kräuterweihe am 15.8., die nach altem Glauben sehr günstig zum Sammeln von Heilpflanzen war, da diese in jener Zeit besonders heilkräftig seien. Danach war das Sammeln von Heilpflanzen tabu.

♠ Die Schwendtage: Schwendtage sind in den alten Überlieferungen „ungünstige“ oder „verworfene“ Tage, an denen man besser nichts beginnt und viele Dinge auch nicht tut. Die Bekanntesten sind wohl die 12 Rauhnächte. Im September haben wir gleich 8 davon: vom 21.-28.9. solle man nichts Neues beginnnen, sondern das Vorhandene ordnen. Beste Zeit also für Haus- und Hofputz – ebenso fürs Ausrümpeln und Loslassen von Ballast und unnützem Kram.

Die Herbsttagundnachtgleiche (meist um den 21./22.9. herum) markiert einen besonderen Feiertag: An diesem Tag sind Tag und Nacht gleich lang – und gleichzeitig beginnt nun die dunkle Jahreszeit, da ab jetzt die Nächte länger als die Tage sind. Es ist also ein Schwellenfest, gleichzeitig auch der letzte Erntedank. Zeit für schöne Altäre mit allem Bunten, was uns die Natur (noch) schenkt!

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Und hier noch ein altes Gedicht über diese kleine aber feine Jahreszeit:

Der September ist der auserlesene Monat der zweiten Blüte,
der Monat der reifenden Rebe.
Außerdem ist er der Monat, in dem sich die Erde wieder öffnet,
so daß wir „einsetzen“ können, was bis zum Frühjahr Wurzel fassen soll:
Wieder eine Gelegenheit für uns Gärtner, die Blumenzüchter abzulaufen,
uns ihre Kulturen anzugucken und Schätze für das kommende Frühjahr auszusuchen.
Karel Capek (1890-1928)

Ich liebe und genieße den Altweibersommer sehr! Ich tanke nochmal Sonne und freue mich über alles, was blüht, sammle aber auch schon fleißig erste Bucheckern, reife Äpfel und glänzende Kastanien. Und gegen Dunkelheit und Kälte helfen gute Bücher, leckerer Tee und ein schönes Stück eine schöne Tafel Schokolade 😉

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