Anleitung: Glückstalisman Erntedank und Liebe

In England ist ein sehr alter Brauch, aus Getreideähren sogenannte „Corn Dollies“ in den verschiedensten Variationen für Erntedank und als Glücksbringer anzufertigen. Ich war mal kreativ und habe mir eine einfache, schnell gemachte Herzform ausgedacht und möchte euch hier eine kurze Anleitung zeigen:

Selbstgemachter Talisman für Erntedankfeste, Liebe und Glück im Heim

Man braucht: 

  • Eine gerade Anzahl an frischen Ähren
  • einen dünnen Faden
  • eine Schere

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Osterwasser, Osterbrot und das Fest des Frühlings: Alte Bräuche und Magie zu Ostern

Ostern ist ein Fest des Frühlings und des Lebens – und voller Zauber und Magie. Es gibt jede Menge alte Bräuche, Orakel und Überlieferungen zu diesem Fest. Seine Grundlage findet man im Jahreskreis: Die Frühlingstagungnachtgleiche (um den 20./21.3. herum) markiert den Wendepunkt, ab dem die Tage wieder länger als die Nächte sind und damit der Frühling Einzug hält und die Zeit des Lichts ihrem Höhepunkt (Mittsommer) entgegenläuft. Es ist ein Fest des Wachsens, der Reinigung, der Fruchtbarkeit und der Lebenskraft. Dies spiegelt sich in vielen alten Aufzeichnungen, aus denen ich mal einiges zusammengetragen habe:

Die Natur erwacht mit voller Kraft aus dem Winterschlaf

Die Natur erwacht mit voller Kraft aus dem Winterschlaf

Heilendes Osterwasser

Wasser, das an Ostern geschöpft/geholt wurde, wurde seit Jahrhunderten Weiterlesen

Alte Überlieferungen: Die Magie von Wind und Sturm

Eine stürmische Woche wartet auf uns und ich muss zugeben: Ich liebe den Wind und sein unheimliches Rauschen, habe aber auch immer wieder mal auch ein etwas gruseliges Gefühl. Wenn man wie ich lange unterm Dach in einem alten Haus gewohnt hat, wo der Wind an den Dachziegeln klappert, gegen die Fenster drückt, durch die Ofenrohre saust und durchs Gebälk fegt, dann bekommt man die ungeheure Kraft der Natur doch noch zu spüren, selbst wenn man drinnen sicher und warm ist. Auch mein Hund ist bei Wind und Sturm wachsamer. Ich persönlich finde den Wind sehr befreiend, denn kühle und frische Luft ist mein Element und hilft mir tatsächlich, den Kopf freizukriegen. Es hat für mich etwas Befreiendes, Reinigendes und Kräftigendes – und eben auch etwas Geheimnisvolles. Daher habe ich mich nun mal etwas näher damit befasst 🙂

storm wind sturm

Der Wind im alten Volksglauben

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Alte Überlieferungen für den Monat Januar

Alte Monatsnamen, Aberglauben, Wetterregeln und Brauchtum

Der Januar ist ein wichtiger Monat: Er ist der erste des neuen Jahres und das Wetter wurde in früheren Zeiten immer ganz genau beobachtet, da es Aufschluss über das folgende Jahr geben sollte. Hier einige Bräuche, Überlieferungen und Wetterregeln zum Januar!

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Alte Monatsnamen für den Januar

Der Name Januar stammt vom doppelgesichtigen („Janus-Gesicht“) römischen Gott Janus ab, dem er geweiht war. Andere Namen für den Januar waren:

  • Wolfmonat (in einem Breslauer Gedicht aus dem 15. Jahrhundert ist von der Wolfmondin die Rede. Im Januar ist Paarungszeit der Wölfe)
  • Hartmonat war vom 15. Jahrhundert an die gängige Bezeichnung (dies deutet wohl auf den hartgefrorenen Erdboden hin)
  • Im Neubrandenburgischen wurde der Januar „Dickkopp“ genannt
  • Bärmonat war die Bezeichnung im Schweizerischen
  • „dat kale mand“ nannte man den Januar noch im 19. Jahrhundert in Göttingen
  • Eismonat tauchte ab dem 18. Jahrhundert auf
  • Thore oder Thorsmanad stammen aus dem Skandinavischen (hier besteht ein Bezug zum Wachstumsgott Thor)

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Alte Wetter- und Bauernregeln und Aberglauben zum Januar

„In einem slowakischen Märchen gibt der Januar seinen Stab dem März und wie ihn dieser erhebt, schmilzt der Schnee, die Bäume knospen und Gras und Veilchen sprießen hervor. Wenn aber der Januar selbst den Stab dreht, entsteht Finsternis, Schneegestöber und Sturm“

-genau das haben wir gerade! Ich habe letztens noch eine Veilchenblüte gesammelt, Kirschblüten gesehen und sprießende Knospen beobachtet…

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Überlieferungen und Aberglaube zum Januar:

  • Im Januar tritt die Sonne in das Zeichen Wassermann ein
  • Die früher verbreitete Januarfeier wurde wiederholt von Seiten der Kirche verboten
  • Zu Neujahr wurden Geschenke verteilt (ein Vorläufer der Neujahrsgeschenke), gern auch am 2. Januar, der oft extra gefeiert wurde
  • Im Bentheimischen war lange noch der 2. Januar „Handgift“ (ein Tag der Beschenkung)
  • In verschiedenen Orten bei Eisenach hieß der 2. Januar „Waldfeier“ und alle Arbeit, auch die im Walde, musste ruhen
  • In Schlesien war der 2. Januar der Tag, an dem Dienstboten ihren Dienst wechselten
  • Der Januar ist ein Holzbrenner und gilt als der kälteste Monat, indem man besonders auf seine Gesundheit achten soll
  • ein regenreicher oder schneefreier Januar „düngt die Äcker“, es sterben dann aber auch besonders viele Frauen, hieß es
  • Hochzeiten fanden häufig im Januar statt
  • schon in der germanischen Zeit galten Herbst und Winter als beste Zeit zum Heiraten
  • In Pennsylvanien heißt es, im Januar geborene Kinder seien geistersichtig

Wetterregeln für den Januar

  • Fangen die Tage an zu langen, kommt der Winter gegangen
  • Der Bauer sieht im Januar lieber den Wolf (=kaltes Wetter) als den Pflug im Feld
  • Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte gut soll sacken
  • Knärrt im Jänner Eis und Schnee, gibt´s zur Ernt vül Koarn und Klee
  • Tanzen im Janaur die Mucken, muss der Bauer nach Futter gucken
  • Wächst das Gras im Januar, ist´s im Sommer in Gefahr
  • Ist am Neujahrstag gutes, sonniges Wetter, ist das ein gutes Omen für die kommende Ernte
  • Wie viele Nebel im Januar, so viele Wetter (Gewitter) sind im Sommer
  • Gibt´s im Januar viel Stern, legen die Hühner gern

Quelle: Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens (Bächtold-Stäubli)

 

Rauhnachtsorakel

Zeit des Übergangs, der Reinigung, des Schutzes und der Visionen: Rauhnachtszeit ist Orakelzeit! Und gerade sind wir ja noch mitten in den Rauhnächten – dies sind „die 12 heiligen Nächte“ zwischen Weihnachten und Jahresanfang. Die kalendarische Zählung ist unterschiedlich; ich gehe nach der klassischen Zählung der Nächte bis zum 6. Januar.

Dunkelheit, Rauch und Übergang

Die Rauhnächte sind seit Jahrhunderten ganz besondere Nächte: In ihnen geht „die wilde Jagd“ umher und Frau Holle, die Percht oder Wotan fährt mit ruhelosen Seelen durch den Nachthimmel. In diesen Nächten verhält man sich nach altem Glauben am besten ruhig, stellt den armen Seelen eine kleine Speise ans Herdfeuer, unterlässt jegliche Arbeiten (da sie sonst Unglück bringen) und räuchert Haus und Hof aus.

rauhnächte holda frau holle

Dahinter steckt die Situation des Wechsels und des Übergangs: Das alte Jahr geht dem Ende zu, das neue kommt. Und auch das Licht kämpft sich zurück – eine kraftvolle, dynamische Zeit also, in der so gesehen „Himmel und Hölle“ in Bewegung sind!

Und gerade an Orten und Zeiten des Übergangs, so wussten es schon die Kelten und andere alten heidnischen Kulturen, sind „die Tore“ offen: Die Tore zwischen den Welten, die Tore ins Innere, die Tore in andere Sphären.

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Es ist in ländlichen Gebieten wie z.B. dem Alpenraum auch heute noch üblich, „in den Zwölften“ zu räuchern. Damit befreit man sich und sein Leben von alten Energien, lädt neue ein und schützt sich gleichzeitig. Und da Weihnachten ein Fest des Lichts und der Sonne ist, passt das Element Feuer bestens dazu – denn neben dem Verbrennen von Kräutern, Hölzern und Harzen ging man auch mit Kerzen durch´s Haus, um die Kraft des Räucherns zu verstärken.

Ich habe heute mit einheimischen, selbstgesammelten Pflanzen geräuchert (bis auf die Mistel): Tannenharz, Mammutbaumharz, Johanniskraut und Wacholder.

Ich habe heute mit einheimischen, selbstgesammelten Pflanzen geräuchert (bis auf die Mistel): Tannenharz, Mammutbaumharz, Johanniskraut und Wacholder.

Für mich ist es eine ganz besondere stille Zeit, um in sich zu gehen, Ruhe und Kraft zu tanken, aber auch nach vorn zu schauen und das Neue zu begrüßen.

räuchern rauhnächte

Zeit des Orakelns

Zwar ist es eine dunkle Zeit, und auch die Legenden der wilden Jagd haben ihre dunkle Seite und Atmosphäre, aber ist damit nichts Böses oder Schlechtes gemeint. Wenn es im Außen dunkel ist, können wir besser nach innen schauen. Und da in und an Übergangen die Schleier dünner werden, sind diese Tage und Nächte eine wunderbare Zeit, um nach Omen und Zeichen Ausschau zu halten. Klassischer Weise und am wichtigsten sind hier die Träume der Rauhnächte, die man gut notieren und studieren sollte.

Aber nicht nur mittels der Träume kann man in das neue Jahr schauen. Wer seine Sinne und Augen öffnet, dem werden vielerlei Zeichen und Omen begegnen! Welches Tier kreuzt meinen Weg? Welcher Baum fällt mir ins Auge? Was finde ich unterwegs?

Ich habe beispielsweise in der Rauhnachtszeit schon einen Glückscent gefunden, die Feder eines seltenen Vogels, den ich noch nie gesehen habe, und am Neujahrsmorgen fand ich eine Nuss auf dem Weg und traf gleich drei mal einen meiner Lieblingsvögel. Es sind die kleinen, wunderbaren Zeichen, die nur darauf warten, gesehen zu werden 🙂

Wer sich gezielt auf den Weg nach Anregungen und Hinweisen für das neue Jahr begeben möchte, kann Karten legen oder sonstige Orakel befrage. Wichtig: Alles kann, nichts muss! Es gibt ein Richtig oder Falsch. Einfach nach dem Gefühl gehen, denn das ist das Entscheidende.

orakel rauhnächte

Ich habe für das neue Jahr Göttinnenkarten, einen Tierbegleiter und einen Baum (keltisches Ogham-Orakel) gezogen.

♣ Ich wünsche euch noch eine wunderschöne Rauhnachtszeit! ♣

Gewitterkerzen & Co: Alte Bräuche zum Schutz vor Gewitter

Ein alter, heute kaum noch bekannter Brauch ist das Anzünden einer Gewitterkerze, um Haus und Hof vor Blitzeinschlag zu schützen. In sehr ländlichen, gläubigen Gebieten (vor allem im Alpenraum) hat sich dieser Brauch noch bis heute erhalten und ich habe mir sogar vor Jahren mal eine Gewitterkerze aus dem Kloster Andechs mitgebracht:

Gewitterkerzen

Gewitterkerzen

Der alte Brauch der Gewitterkerzen/Wetterkerzen/Schauerkerzen

Für den Falle, dass ein Sturm oder Gewitter Haus und Hof bedrohte, wurde im „Herrgottswinkel“ oder einer Schublade eine besondere Kerze genau für jene Notfälle aufbewahrt: Diese schwarze Kerze (entweder rein schwarz oder mit Wachsbildern und Ornamenten verziert) wurde nur während solcher Unwetter angezündet und danach wieder gelöscht und aufbewahrt. Damit sollten das Haus und all seine Bewohner vor Blitzeinschlag und sonstigem Wetterunheil geschützt werden. Bekannt sind sie seit über 500 Jahren. Gesegnet werden sie traditionell an Lichtmess – dem Kerzenfest, was auf heidnische Ursprünge zurückzuführen und im keltischen Raum das Fest der Göttin Brighid war. Dieses heidnische Fest heißt Imbolc und wird immer am 2. Februar gefeiert.

Und Tatsache: Ich habe eine Seite gefunden, auf der man geweihte, schwarze Wetterkerzen bestellen kann!

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Ich finde diesen Brauch aus zweierlei Gründen tiefgründig und schön:

Zum einen macht es durchaus Sinn, in einer potentiell bedrohlichen Situation in sich zu gehen und um Schutz und Segen zu bitten- wo oder bei wem auch immer. Denn wir sind alle verletzlich und letztlich abhängig von der Natur. Und das ist auch der zweite Aspekt, der mir an diesem Brauch gefällt: Er bedeutet für mich Demut vor der Natur. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir geschützt und behütet sind vor den Urgewalten der Natur; auch wenn uns das in unserer heutigen Zeit oft anders vorkommt und wir meinen, die ganze Welt gehört uns. Das tut sie aber nicht. Wir sind auf dieser Welt zu Gast und sollten uns dessen dankbar bewusst sein. Daran erinnert mich ein solcher Brauch. Ich denke oft bei schweren Unwetter daran, wie gut ich es habe, ein Dach über dem Kopf zu haben. Dieses Glück hat nicht jeder.

Und Feuer hat auch etwas Reinigendes – ebenso wie ein Gewitter. Ich finde es also gar nicht so unpassend, diese Reinigung auch im Inneren des Hauses fortzusetzen. Gegen negativ oder zu spannungsvoll aufgeladene Luft, bspw. nach einem Gewitter, hilft übrigens das Räucher mit Königskerze. Sie ist auch Teil meiner Hausreinigungs-Mischung und eine gute Reinigungs- und Entladepflanze.

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Weitere Bräuche und alte Schutzzauber gegen Gewitter

„Schau nicht aus dem Fenster, sonst lockst du den Blitz noch herbei!“ – solche und andere Regeln und verschiedenste Vorkehrungen zum Schutz vor Unwettern gab es. Einige habe ich hier zusammengetragen (im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens sind es ganze 10 Seiten überlieferter Bräuche!):

  • Wenn es in der Ferne donnert, dann jagt der Teufel die Guten. Kommt aber ein heller Blitz, dann sind die Engel hinter dem Teufel her.
  • In Schlesien wurden Gewitterwolken „Schwarzer Kater“ genannt, in der Schweiz „Schwarzer Mann“
  • Gewitterreiche Jahre waren gefürchtet, und dennoch auch gut, denn sie sorgten für fruchtbare Felder.
  • Zieht ein Gewitter während wichtiger Anlässe wie Geburt, Hochzeit oder Begräbnissen auf, so sind diese von besonderer Art. Wird ein Kind inmitten eines Gewitters geboren, erwartet es ein mühevolles Leben.
  • Das Herdfeuer musste in vielen Regionen gelöscht werden, damit es kein Feuer im Hause anzieht. Widerum heißt es auch vielerorts, dass dort der Blitz nicht einschlägt, wo das Herdfeuer brennt.
  • Gewitter werden von Hexen über die Felder gejagt, weswegen bei Gewitter die Glocken geläutet wurden. Der Küster, der diese Arbeit verrichtete, wurde dafür extra mit einem Entgelt bedacht, das Wetterkorn, Wettergarbe, Glockengarbe oder Donnerhocke hieß.
  • Auch brennende Palmzweige auf dem Herd/im Herdfeuer sollten Schaden abwehren.
  • In Friesland wurde grünes Holz mit starker Rauchentwicklung verbrannt, bspw. Hasel, Weide, frische Blumen , Birken- und Eichenzweige.
  • Da das Gewitter das Eisen fürchtete, wurde fast allerorts Sense oder Beil kreuzweise vor die Haustür gestellt.
  • Außerdem gab es Himmelsbriefe zum Schutz: Dies waren mit Schutzgebeten beschriebene Papiere, die als Amulette dienten.
  • Dem Gewitterregen wurde eine segenspendende Wirkung zugeschrieben, ebenso dem Blitzbaumholz. Kleinen Kindern wurde Gewitterregen zu Trinken gegeben, damit sie schneller und leichter sprechen lernen.
  • Ein Schutzzauber für das Korn, aus Ostpreußen: Schneide im Frühling einen Haselstrauch und mache damit beim ersten Gewitter ein Kreuz über jeden Getreidehaufen.
  • Der Haselstrauch gilt als gewitterabwehrend. Schon in vorchristlicher Zeit war der Haselstrauch dem Gott Donar geweiht, von dem der Donner seinen Namen hat…
  • Zum Schutz vor Rückenschmerzen werfe man sich beim ersten Gewitter auf den Boden und wälze sich auf der Erde.
  • Späne von vom Blitz getroffenen Holz schützen vor allerlei Schmerzen und verleihen Amuletten mehr Kraft.
  • Teile vom Kräuterbuschen werden ins Herdfeuer geworfen, um sich vor Blitzeinschlag zu schützen.
  • Auf dem Hof wurden besondere Pflanzen zum Schutz vor Unwettern gepflanzt, z.B. Hasel- und Nussbäume, Hauswurz und schwarzer Holunder.

Das ist nur ein kleiner Einblick… Aber man bekommt doch eine ganz gute Vorstellung davon, wie lebenswichtig früher die Sicherheit gegenüber den Mächten der Natur war. Ich finde, das dürfen wir auch heute nicht vergessen.

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