Lammas – das Schnitter- und Erntefest

Am 1. August oder am 8. Vollmond nach Yule wird traditionell das uralte, auf heidnische Bräuche zurückgehende Erntefest Lammas/Lughnasadh gefeiert – in diesem Jahr ist dies der 7.8., wenn man nach der astrologischen Berechnung geht.

Dieses Fest, später auch als Schnitterfest bekannt, markiert den Beginn der Ernte, die Zeit der Fülle und des Segens, den die Natur uns gibt – und auch die Früchte unserer Arbeit. Es folgen im weiteren Jahreslauf dann ErnteDANKfeste, doch nun geht es um das Einbringen der Ernte.

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Die ersten Äpfel dieses Jahres, gestern auf dem Bauernmarkt gekauft

Es ist ein Fest der Erde – denn sie nährt, schützt und beschenkt uns. Wir können diese Zeit nutzen, um ganz bewusst „aus dem Vollen zu schöpfen“ – also

Eine wichtige Zeit auch, um Fülle zu teilen:

Ich habe seit diesem Monat meine Patenschaften für Natur-, Umwelt- und Tierschutzprojekte aufgestockt, um nun jeden Monat regulär 1% meines Gehaltes zu spenden (in Amerika bekannt als „One percent for the planet“.

Man kann Vögel und andere Wildtiere mit gutem Futter bedenken, Freunde zum Essen einladen und seine eigene Fülle so teilen.

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Fülle und Nahrung für alle – wer gibt, dreht das Rad sinnvoll weiter.

Ich werde morgen räuchern, Brot backen und mich noch bewusster als sonst mit dem Thema Erdung befassen. Dazu kommt dann demnächst ein eigener Beitrag.

Ich wünsche euch eine Zeit voll Kraft und „Reichtum“ – dass dies nichts Finanzielles sein muss, zeigt uns die Natur jetzt im Hochsommer ganz besonders.

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Feiern, was wir haben – das ist Lammas/Lughnasadh. 

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„Die Seele der Alpen“ -eine magische Reise durchs Jahr

In den Alpen haben sich jahrtausende altes Wissen und Bräuche rund um die Natur, den Jahreskreis und die geheimen Kräfte des Lebens gehalten – ein reicher Schatz an archaischen und mystischen Vorstellungen und Erfahrungen, der bis heute in alten Traditionen, Überlieferungen und Naturdenkmälern bestehen blieb. Aus vielen verschiedenen Quellen und mit einem guten Gespür wurde diesen alten Überlieferungen und magischen Bräuchen auf die Spur gegangen, immer der Natur und dem Lauf des Jahres folgend. Das lesenswerte Ergebnis möchte ich euch heute kurz vorstellen und ans Herz legen:

Die Seele der Alpen – Magische Rituale mit der Kraft von Sonne, Stein und Wasser

Kurt Derungs, Kailash Verlag 2015, 16,99€

In seinem Buch nimmt der Autor uns mit in die magische Welt der Alpen: Alte Naturverehrung, mystische Gottheiten und Sagengestalten, mächtige Berge, tiefe Täler und eine ungebrochene Verbindung zur Natur und ihren Kreisläufen sind die Begleiter. Ein wunderschönes Büchlein, um zu lernen, zu erfahren und den alten Geschichten nachzuspüren!

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Zum Inhalt

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert:

Im ersten Teil werden geografische, geschichtliche und wissenschaftliche Hintergründe vorgestellt und ein Einblick in den naturbezogenen Glauben und das spirituelle Leben unserer heidnischen Vorfahren gegeben. Alpenkundige oder Einheimische profitieren hier von genauen Ortsangaben, aber auch wer nicht dort wohnt, kann mit diesem Buch sehr gut in die faszinierende Welt der Berge eintauchen. Sehr spannend und aufschlussreich ist der Ansatz des Autors, viele Fäden zu ihren alten Quellen zusammenzuführen und den vorchristlichen Spuren auf den Grund zu gehen. So begegnen uns viele interessante weibliche Göttinnen- und Sagenfiguren, aber auch Erklärungen, wie das Christentum sie zu seinesgleichen machte. Und wir tauchen ein in die Welt einer beseelten Natur, in der Quellen und Gewässer heilig waren, Naturgeister mit uns sprechen und der Wald eine Seele hat.

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Im zweiten Teil geht es dann beginnend mit der dunklen Zeit des Jahres auf eine Reise mit dem natürlichen Kreislauf der Sonne. Wir folgen in alten Ritualen, Feiern und Bräuchen der Reise der Sonne und dem Mond aus der Tiefe an ihren höchsten Punkt und wieder zurück ins Verborgene. Der Autor verfolgt die Reste heidnischer Bräuche aus der Gegenwart, verbindet sie mit alten Überlieferungen und ordnet sie in ihre möglichen Ursprünge ein. Ganz klar, dass wir damit bei den essentiellen Kräften des Lebens ankommen: Bei der Erde, der Sonne, dem Mond und der Lebenskraft, die in allem schlummert, von der wir abhängig und durch die wir erst entstanden sind.

Einige Kapitel:

  • Salige und Schicksalsfrauen
  • Von Sennerinnen und Hirten
  • Rituale und Naturgaben
  • Allerseelen und Anderswelt
  • Krampus und Nikolausfrau
  • Die mythische Frau Percht
  • Lichtmess und Brotwerfen
  • Scheibenschlagen und Feuerkult
  • Walpurgisnacht und Pfingstkönig
  • Der Korngeist als letzte Garbe

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Ich muss sagen, ich habe in diesem Buch wirklich noch einiges gelernt, mit dem ich nicht gerechnet hatte! Vieles Wissen über alte Jahreskreisbräuche habe ich bisher aus irischen/keltischen/britannischen Überlieferungen gewonnen. Und nun habe ich sie auch in den Alpen wiedergefunden – und zwar mit handfesten kulturgeschichtlichen Belegen. So trifft man sogar in den Alpen den Brauch der aus Korn geflochtenen Göttin Brighid wieder! Besonders hervorzuheben ist außerdem, dass der Autor neben der großen Bedeutung der Sonne auch immer wieder die Rolle des Mondes in seinen Deutungen und Erklärungen mit einbezieht.

Und trotz seiner genauen Belege und der nachvollziehbaren Rekonstruktion der Fakten und Indizien ist es kein trockenes Lehrbuch. Man erfährt auch das Gefühl für diese alte Welt, die in jedem von uns schlummert: Das Staunen über die Macht der Natur, den Respekt und die ewige Suche nach einem guten Leben, aber auch die Sehnsucht nach der Verbindung zu unseren Wurzeln, zu etwas Höherem und einer guten Quelle allen Lebens.

Dieses Buch liest sich natürlich am allerbesten neben dem Kaminfeuer in einer einsamen Almhütte, aber dieses Privileg haben leider nur wenige Menschen. Aber auch andernorts kann man in diese Atmosphäre eintauchen und viel über unsere Wanderung durch das Jahr in und um uns herum lernen. Ein Buch, das zum Nach- und Weiterdenken anregt und viele Inspirationen auch für die eigene Verbindung mit den natürlichen Kreisläufen und Jahreskreisfesten gibt – und nicht zuletzt einen spannenden Beitrag zum Verständnis unserer heutigen Feste leistet und ihnen so wieder eine ganz neue, alte Bedeutung geben kann.

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Mein Fazit:

  • lesenswert
  • lebensbereichernd
  • handlich und gute Qualität
  • fundiert und lebendig
  • absolute Empfehlung!

Und hier findet ihr eine Leseprobe des Verlags!