Warum Totholz so wichtig für Tiere und Pflanzen ist: Ein Plädoyer für Naturbelassenheit

Wir Menschen sind schon komisch – wir säbeln den Rasen ab, frisieren Sträucher, fällen Bäume, die irgendwo irgendwem im Weg sind, sortieren sogar die Natur ordentlich und „hübsch“ und am Ende streuen wir Kunstdünger drüber, damit unsere Pflanzen wachsen. Damit verschließen wir uns nicht nur der Schönheit und faszinierenden Logik der Natur, wir zerstören sie auch, indem wir unzähligen Lebewesen, Organismen und Prozessen ihre Grundlage nehmen.

Schönheit ist nicht vergänglich - in der Natur

Natürliche Schönheit ist nicht vergänglich – sie wandelt sich nur

Warum wir also dringend mehr Naturbelassenheit brauchen:

In der Natur ist für alles gesorgt. Nicht immer für alle, aber es gibt nichts, was „übrig“ bleibt oder unnütz und wertlos ist. So gut wie alles in der Natur hat einen Sinn und eine Bedeutung im großen Ganzen.

Das Herbstlaub schützt Pflanzen und nährt den Boden, Bienen und Fledermäuse bestäuben auf Nahrungssuche Pflanzen, Bäume verbessern die Bodenqualität, Würmer und Kleinstlebewesen kompostieren „Abfälle“, die es in der Natur aber nicht gibt: Weiterlesen

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Magisches Silvester: Alte Bräuche rund um den Jahreswechsel

Seelenfest, Orakelnacht, Backzauber, Wetter-Omen und Glücksbringer: Übergänge, Wechsel und besonders bedeutsame Jahreszeitenereignisse werden seit Urzeiten feierlich begangen und oft ranken sich viele Legenden und Aberglauben um sie. Um einen Eindruck zu bekommen, wie in vergangenen Zeiten der Jahreswechsel begangen wurde, habe ich hier mal einige alte Überlieferungen gesammelt. Es sind auch einige schöne Anregungen dabei 🙂

silvester magie

Alte Silvesterbräuche

aus dem Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens von Bächtold-Stäubli (eine 10-bändige Fundgrube!)

Das neue Jahr begrüßen

  • Erst im Jahr 1691 wurde der 1. Januar als kalendarischer Jahresanfang festgesetzt.
  • Trennungs- und Übergangsbräuche werden an ihm vollzogen – oft mit dem Ansinnen, Glück anzuziehen.
  • Mit Lärm und Krach (z.B. Kirchenglocken oder Bretterschlagen) wurde das neue Jahr ein- und das alte aus“gedroschen“. Je stärker der Schall, desto größer die Fruchtbarkeit des neuen Jahres!
  • Ebenso wurde fast überall mit lauten Knallen und Schüssen der Jahreswechsel begangen. Dies solle Geister vertreiben sowie Fruchtbarkeit, Glück und Schutz bringen.
  • Sogar Flaschen und Töpfe (zum Teil mit Asche gefüllt) wurden gegen Fensterläden und Türen geworfen. Je lauter der Lärm, umso besser.
  • Der Glücksprung: Beim 12. Schlage um Mitternacht muss man von einem Stuhl oder Tisch herunterspringen, um nicht auf zukünftiges Glück verzichten zu müssen.
  • In Westfalen wurde eine als alte Frau gekleidete Strohpuppe aus dem Dorf getragen und in ein Gewässer geworfen. Man kehrte mit einer jungen Dorfschönheit in den Ort zurück. Diese war die Neujahrskönigin, musste aber auch in diesem Jahre heiraten, wollte sie nicht als alte Jungfer sterben.
  • In den Wirtshäusern wurden die Lichter gelöscht und genau mit dem 12. Schlag der Glocke wieder entzündet.
  • Im Erzgebirge trank die ganze Familie beim Silvesterläuten aus dem gleichen Glas, welches danach aus dem Fenster geworfen wurde. So sollte Unglück vom Hause fernbleiben.
  • Das Haus wurde mit grünen Zweigen geschmückt.

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Ein Toten- und Geisterfest

  • Oft war der Jahresabschluss auch ein besonderer Anlass für ein Seelenfest. Im Erzgebirge beispielsweise ließ man beim Silvesteressen für verstorbene Angehörige einen Platz frei und/oder stellte ihre Lieblingsspeisen auf den Tisch.
  • Und auch die lieben Hausgeister wurden bedacht: Im Emmental legte man ihnen in der Silvesternacht Brot und ein Messer auf den Tisch.
  • In Ostpreußen wurde in dieser Nacht der Ofen warm geheizt, damit die Toten sich wärmen können.
  • Wer in der Silvesternacht um Mitternacht zur Geisterstunde auf den Dachboden geht, dem erscheint der zuletzt im Hause Verstorbene.
  • Wie in den Rauhnächten generell, fährt auch in der Silvesternacht das Wilde Heer durch die Lüfte. Versunkene Glocken sollen läuten, Unterirdische hört man arbeiten, Hexen sitzen an Kreuzwegen und Verwünschte kommen hervor.
  • In Mecklenburg verbarrikadierte man sich fast: Alle Geräte waren unter Dach und Fach, der Brunnenschwengel angebunden oder eingeholt sowie alle Fenster und Türen verschlossen. Man scheute sich, das Haus zu verlassen.
  • In der Silvesternacht darf nichts zerbrechen und kein Feuer achtlos niederbrennen und erlischen, da ansonsten im neuen Jahr jemand im Hause sterben wird.

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Ein Weihe- und Segensfest

  • Wenn nicht in allen 12 Rauhnächten, so wurde zumindest am Neujahrstage das Haus ausgeräuchert, oft auch in Begleitung von Kerzen, die mitgetragen wurden.
  • In Estland wurden des Morgens alle Gegenstände, aber auch Türen, Fenster, Speisen und Getränke mit einem Kreuz oder Pentagramm bezeichnet, um dem Bösen keinen Zugriff zu gewähren.
  • In dieser Nacht geschnittene Wünschelruten sollten beim Auffinden verborgener Schätze ganz besonders helfen.
  • Besenreiser wurden gesammelt, um sich im neuen Jahr vor Behexung zu schützen. Und wenn man um 12 Uhr mit solch einem Besen eine leere Stube vollständig nach draußen auskehrt, so kehrt man auch das Unglück weg.
  • Der Hausherr schlägt um Mitternacht 4 Holzpfähle in allen vier Himmelsrichtungen rund um das Haus herum in die Erde. Dies soll vor Blitzschlag schützen.
  • Wasser, das man in dieser Nacht schöpft, bleibt ein Jahr lang frisch und bewahrt das Haus, in dem es sich befindet, vor Unheil. Man schöpft es am Abend vor Sonnenuntergang.
  • Den Quellen werden Opfer dargebracht und der Brunnen wurde mit einem Bäumchen geschmückt.
  • Wer in der Silvesternacht stillschweigend eine Muskatnuss kauft und sie das ganze Jahr über in der Hosentasche mit sich trägt, soll auch bei schweren Stürzen vor Knochenbrüchen geschützt sein.

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Interessantes über den Altweibersommer

Der September ist der Mai des Herbstes (alte Bauernregel)

…nach einem kurzen, kalten Regenintermezzo ist er nun noch einmal da: Der schöne Altweibersommer mit tiefstehender, heller Sonne, frischer Luft und um die 20 Grad. Wenn Sommer und Herbst kurz Hand in Hand gehen, haben wir ihn: Den Altweibersommer. Man erkennt ihn passenderweise auch daran, dass einem unterwegs Spinnenweben ins Gesicht fliegen 😉 Da ich diese kleine Zwischenzeit sehr mag und sowieso fasziniert von solchen Übergängen bin, habe ich mich mal ein wenig intensiver damit beschäftigt und einiges Interessantes über Natur, Bräuche und unsere Vergangenheit gelernt!

So zeigt sich der Altweibersommer

Der Altweibersommer ist eine Zwischen-Zeit. Daher wurde ihm früher viel Beachtung geschenkt, wie ich weiter unten noch erzählen werde. Eine gute „Anzeigepflanze“ ist die Fette Henne: Den Sommer über ist sie grün, doch wenn der Sommer sich dem Ende neigt, verrät sie dies, indem sie sich rötlich einfärbt (wie auf dem folgenden Bild rechts zu sehen).

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Das klassische Merkmal des Altweibersommers ist der „Rückfall“ des beginnenden Herbstes in den Sommer. Meteorologisch zeigt es über lange Zeiten, dass Mitte/Ende September angenehme, stabile Hochdrucklagen noch einmal für sonniges Wetter sorgen, auch wenn der Sommer stetig auf dem Rückzug ist – und mit ihm das Licht. Umso wertvoller also diese geschenkten Sonnenstunden, weshalb diese besondere Zeit seit vielen Jahrhunderten in den Bauernregeln ihren Platz hatte.

Woher der Altweibersommer seinen Namen hat

Der Name „Altweibersommer“ ist ca. seit dem 17. Jahrhundert bekannt (andere Quellen datieren später). Bisher teilte man das Jahr in Sommer und Winter, dann kamen der „Junge Weibersommer“ im Frühling sowie der „Altweibersommer“ im Herbst dazu. Aber auch andere Namen hatte er, so z.B. Frauensommer, Mädchensommer, Mettensommer, Nachsommer, Witwensommer, Allerheiligensommer. 

Die Bezeichnung „Altweiber“ geht auf eben jene Spinnfäden zurück, die einem zu dieser Jahreszeit gerne mal ins Gesicht fliegen. Sie stammen von den obligatorischen Spätsommergästen an Fenstern, Hecken und Ecken: Die Baldachinspinnen, deren Flugfaden durch die Lüfte schwebt. Ihr hellglänzender Faden erinnert an das silbrige Haar alter Frauen. Auch im osteuropäischen Raum heißt dieser Spätsommer „Weibersommer“.

Frauen und Spinnfäden hängen aber auch noch auf eine andere Weise zusammen: Weiben ist unser heutiges Weben, also das Verspinnen von Fäden zu Garn. Und damit gelangen wir auch schon noch tiefer in die Vergangenheit: In die nordische Mythologie.

Der Schicksalsfaden der Nornen und die Zeit der Übergänge

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Die Nornen sind die 3 Schicksalsgöttinnen der nordischen Mythologie. Ihre Namen sind Urd, Werdandi und Skuld – sie sind die Jungfrau, die Frau und das alte Weib. Ihr Werk ist das Spinnen der Schicksalsfäden am Weltenbaum und in ihnen spiegelt sich die Dreifaltigkeit von Werden, Sein und Vergehen. Mich fasziniert diese Sicht auf den ewigen Zyklus des Lebens sehr, denn er meint mehr als nur Leben, Sein und Sterben. Mit ihm ist auch der ewige Kreislauf innerhalb des Lebens gemeint, denn alles ist immer ein Prozess der Veränderung. Wir selbst verändern uns, und auch die die Umstände unseres Lebens tun es immer und immer wieder. Dieser stetige Wandel begleitet uns und lässt uns unser einzigartiges Leben entwickeln – mit all den Facetten von Werden, Sein und Vergehen, die immer auch mit- und nebeneinander bestehen.

Auch spannend: Der September wurde früher auch Scheiding genannt – die Scheide zwischen Sommer (Wärme) und Herbst (Kälte).

Der Altweibersommer in der Natur

Der Altweibersommer ist eine Zwischen-Zeit in genau solch einem Prozess: der Sommer ist noch da, verabschiedet sich aber langsam. Der Herbst betritt die Bühne und vermischt sich mit dem Spätsommer. Die Natur ist noch voller Kraft und Farben, hat aber schon einen herbstlichen Anstrich. Viele Pflanzen sind verblüht und die Vorräte werden schnell noch gesammelt und befüllt, bevor die Landschaft fast leergefegt wird. Die nun stärker auftretenden Temperaturschwankungen stoßen die bunte Verfärbung der Blätter von Bäumen an.

So wunderschön sieht diese gemeinsame Zeit der beiden Jahreszeiten aus:

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Brauchtum und Mystisches im Altweibersommer

♠ Die Frauendreißiger enden Mitte September: Dies ist eine besondere Zeitspanne von 30 Tagen ab der Kräuterweihe am 15.8., die nach altem Glauben sehr günstig zum Sammeln von Heilpflanzen war, da diese in jener Zeit besonders heilkräftig seien. Danach war das Sammeln von Heilpflanzen tabu.

♠ Die Schwendtage: Schwendtage sind in den alten Überlieferungen „ungünstige“ oder „verworfene“ Tage, an denen man besser nichts beginnt und viele Dinge auch nicht tut. Die Bekanntesten sind wohl die 12 Rauhnächte. Im September haben wir gleich 8 davon: vom 21.-28.9. solle man nichts Neues beginnnen, sondern das Vorhandene ordnen. Beste Zeit also für Haus- und Hofputz – ebenso fürs Ausrümpeln und Loslassen von Ballast und unnützem Kram.

Die Herbsttagundnachtgleiche (meist um den 21./22.9. herum) markiert einen besonderen Feiertag: An diesem Tag sind Tag und Nacht gleich lang – und gleichzeitig beginnt nun die dunkle Jahreszeit, da ab jetzt die Nächte länger als die Tage sind. Es ist also ein Schwellenfest, gleichzeitig auch der letzte Erntedank. Zeit für schöne Altäre mit allem Bunten, was uns die Natur (noch) schenkt!

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Und hier noch ein altes Gedicht über diese kleine aber feine Jahreszeit:

Der September ist der auserlesene Monat der zweiten Blüte,
der Monat der reifenden Rebe.
Außerdem ist er der Monat, in dem sich die Erde wieder öffnet,
so daß wir „einsetzen“ können, was bis zum Frühjahr Wurzel fassen soll:
Wieder eine Gelegenheit für uns Gärtner, die Blumenzüchter abzulaufen,
uns ihre Kulturen anzugucken und Schätze für das kommende Frühjahr auszusuchen.
Karel Capek (1890-1928)

Ich liebe und genieße den Altweibersommer sehr! Ich tanke nochmal Sonne und freue mich über alles, was blüht, sammle aber auch schon fleißig erste Bucheckern, reife Äpfel und glänzende Kastanien. Und gegen Dunkelheit und Kälte helfen gute Bücher, leckerer Tee und ein schönes Stück eine schöne Tafel Schokolade 😉

Teatime

Teatime

Natur, Natur, Natur… Nahrung für die Seele

Heute war so ein Tag, wo ich wieder furchtbar müde war und schnell ins Büro musste. Es gab also nur Zeit für einen kurzen Spaziergang mit meinem Hund, aber ich habe mir dabei gewünscht, jetzt einfach eine Stunde durch Wald und Wiese zu gehen, Blumen zu pflücken und Kräuter zu sammeln 🙂 Aber auch in der Stadt und „um die Ecke“ gibt es lauter Schönes zu entdecken, deswegen hier eine kleine Sammlung meiner Bilder der letzten Woche und damit ein kleiner bunter virtueller Spaziergang zum Abschalten und Genießen 🙂

Wasserstelle auf 1 Meter Höhe

Wasserstelle auf 1 Meter Höhe

Eigentumswohnung

Eigentumswohnung

verlassenes Eigenheim ;)

verlassenes Eigenheim 😉

gefiederte Grüße

gefiederte Grüße

...und gepunktetes Glück

…und gepunktetes Glück

Sterne in grün

Sterne in grün

bunte Hecken

bunte Hecken

ein Pavillon aus Birkenblättern

ein Pavillon aus Birkenblättern

und selbst gesäte Lampions

und selbst gesäte Lampions

...neben Frau Nachbarin Kornlume

…neben Frau Nachbarin Kornlume

Mit herzlichen Grüßen...

Mit herzlichen Grüßen…

...und jeder Menge BUNT! :)

…und jeder Menge BUNT! 🙂

Das Rotkehlchen im Ilex: Ein verzauberter Waldspaziergang

Es gibt ja so Tage, die beginnen schon damit, dass man sich rundum gut fühlt. Bei mir war heute so ein Morgen, den ich dann direkt mit einem langen und traumhaft schönen Waldspaziergang begonnen habe. Und ich bin nicht mit leeren Händen wiedergekommen:

wald16Lavendel, Beifuß, Johanniskraut und pinke Schafgarbe ❤

Das Rotkehlchen im Ilex

Das schönste Erlebnis waren einige Minuten, die ich mit einem Rotkehlchen verbracht habe, das neben mir in einem Ilex (Stechpalme) saß und friedlich vor sich hin gesungen hat. Ich habe ihm einige Minuten zugehört und es beobachtet und war einfach nur glücklich 🙂 Dieses Jahr haben es mir ja vor allem die Zaunkönige angetan, da ich ihnen immer öfter begegne, aber auch die Rotkehlchen erobern mehr und mehr mein Herz. Sie sind so neugierig und fast zutraulich, und außerdem wunder-wunder-schön 🙂 Ich treffe schlanke und kugelige und finde eins niedlicher als das andere ❤ 🙂

Der verzauberte Wald

Der altbekannte Wald hat mir mal wieder seine schönsten Seiten gezeigt. Hier sind einige davon:

Nichts ist so stetig wie der Wandel

Nichts ist so stetig wie der Wandel

auch der Herbst liegt im Sommer noch auf dem Boden

auch der Herbst liegt im Sommer noch auf dem Boden

Der Glanz der Buchenblätter

Der Glanz der Buchenblätter

letzte Holunderblüten

letzte Holunderblüten

Futter für die Leprechauns :)

Futter für die Leprechauns 🙂

Eine Kobold-Burg

Eine Kobold-Burg

...und eine Elfentür

…und eine Elfentür

Sommerkraft und Blütenzauber

Sommerkraft und Blütenzauber

Bodenblüher

Bodenblüher

...und Herzen liegen zu unseren Füßen

…und Herzen liegen zu unseren Füßen

auch die Natur schaut zu

auch die Natur schaut zu

ein Dach über dem Kopf

ein Dach über dem Kopf

Schönheiten am Wegesrand

Schönheiten am Wegesrand

Ich wünsche euch auch einen Tag mit wunderschönen Momenten! 🙂 ❤