König Drosselbart und das Elend der Zucht- und Hochzeitstauben

Dieses wunderschöne, liebe Wesen konnten wir Anfang der Woche aus einem Teich retten. Es ist eine gestrandete, verirrte Zuchttaube, wie sie oft nicht nur für „Taubensport“, sondern auch als Schmucktauben bei Hochzeiten eingesetzt werden.

Dies ist leider bei weitem kein Brauch, der für Liebe, Treue und Glück stehen kann – denn für viele dieser Tiere bedeutet es nicht nur Stress, sondern oft auch den Tod.

Hochzeitstauben sind Tierleid mit Ansage

Sie werden an fremden Orten ausgesetzt, vorher zusammengepfercht und müssen dann ihren Weg zurück finden. Dies gelingt bei weitem nicht allen Tauben. Sie verirren sich, stranden entkräftet unterwegs, verhungern, verletzen sich oder werden von Greifvögeln erbeutet und durch Unwetter, Hitze oder Kälte gefährdet – worauf sie nicht vorbereitet sind. Oftmals sind sie nicht einmal für die Rückkehr in ihr „Zuhause“ vorbereitet und können somit auch mit genug Glück gar nicht zurückkehren. Für die Züchter sind es keine nennenswerte Verluste – für sie sind es leicht ersetzbare „Einwegtauben“ – oder: Wegwerftiere.

Unser geretteter Taubenmann

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Seedbombs (Samenbomben) für Hummeln und Bienen selbermachen

Einfach und schnell selbstgemacht – ein Geschenk für die Natur!

April und Mai ist die beste Zeit, um Seedbombs (Samenbomben) in der Stadt und in der Natur zu verteilen, um nützliche Pflanzen für Hummeln und Bienen wachsen zu lassen! Aufgrund des großen Bienensterbens, der vielen Pestizide und Monokulturen überall ist unsere Artenvielfalt auf allen Ebenen stark bedroht – und Bienen und Hummeln sind ein sehr wichtiger Teil davon, der unsere Unterstützung mehr denn je benötigt.

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Samenbomben selber machen – Rezept und Anleitung

Benötigt werden:

  • Blumenerde oder Kräuteraufzuchtserde (bitte torffrei, da für torfhaltige Erde Raubbau an unseren letzten Mooren betrieben wird)
  • Heilerde oder Ton- oder Lehmpulver (Heilerde gibts z.B. in Drogeriemärkten, Lehm- und Tonpulver im Gartencenter)
  • Blumensamen
  • Wasser

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Warum Totholz so wichtig für Tiere und Pflanzen ist: Ein Plädoyer für Naturbelassenheit

Wir Menschen sind schon komisch – wir säbeln den Rasen ab, frisieren Sträucher, fällen Bäume, die irgendwo irgendwem im Weg sind, sortieren sogar die Natur ordentlich und „hübsch“ und am Ende streuen wir Kunstdünger drüber, damit unsere Pflanzen wachsen. Damit verschließen wir uns nicht nur der Schönheit und faszinierenden Logik der Natur, wir zerstören sie auch, indem wir unzähligen Lebewesen, Organismen und Prozessen ihre Grundlage nehmen.

Schönheit ist nicht vergänglich - in der Natur

Natürliche Schönheit ist nicht vergänglich – sie wandelt sich nur

Warum wir also dringend mehr Naturbelassenheit brauchen:

In der Natur ist für alles gesorgt. Nicht immer für alle, aber es gibt nichts, was „übrig“ bleibt oder unnütz und wertlos ist. So gut wie alles in der Natur hat einen Sinn und eine Bedeutung im großen Ganzen.

Das Herbstlaub schützt Pflanzen und nährt den Boden, Bienen und Fledermäuse bestäuben auf Nahrungssuche Pflanzen, Bäume verbessern die Bodenqualität, Würmer und Kleinstlebewesen kompostieren „Abfälle“, die es in der Natur aber nicht gibt: Weiterlesen

(März/April) Hummelköniginnen im Frühjahr helfen

Ich habe heute eine Hummelkönigin gefunden, die es leider nicht geschafft hat, ich konnte sie nur noch tot finden. Damit einige Andere vielleicht vor dem Erfrieren oder Verhungern gerettet werden können, möchte ich hier ein paar Infos und Tipps weitergeben.

flauschige, liebenswerte Hummeln

flauschige, liebe Hummeln

Die ersten Hummeln im Frühjahr

Im Frühjahr schwirren sie aus, die Königinnen der zukünftigen Hummelstaaten, um auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Nest zu gehen. Da es leider oft noch Frost und zu kaltes, nasses Wetter gibt, kann diese Reise ganz schnell gefährlich werden und mit dem Tod enden. Zwar beginnen manche Hummelköniginnen schon im Februar mit ersten Ausflügen, sie müssen sich jedoch schnell wieder verkriechen, wenn die Witterung umschlägt. Da außerdem das Nahrungsangebot in Form von Frühblühern noch sehr knapp ist, können sie an Entkräftung sterben. Weiterlesen

Orangenminze und eine Weisheit im Vorbeigehen

Manchmal sind es ja die kleinen Töne, die einen aufhorchen lassen und überraschen und zum Denken bringen.

In meinem Haus wohnt eine alte Frau, die ich fast jeden Tag treffe. Sobald mein Hund sie sieht, sprintet er los, weil er fast immer ein Leckerlie bei ihr bekommt. Heute sind wir also zusammen zurück zum Haus geschlendert, als wir sie beim Spazierengehen getroffen haben. Als ich die Haustür für uns aufschließen wollte, saß da ganz in der Nähe des Türschlosses eine dicke, fette Herbstspinne – ja, diese „schönen“ großen Spätsommerboten mit wildem Muster und Kreuz auf dem Rücken. Als ich angeekelt lachen und schimpfen musste, winkte die alte Frau nur ab und sagte:

Wissen Sie, bei uns früher in der Schule, da hatten wir Spinnen, die waren fünfmal so groß wie diese da! Aber ich hab immer gesagt:

weisheit seele

Ja… Wer weiß, welch alte Seele da sitzt! Sie hat nicht Unrecht… Meine Spinnenphobie beseitig das zwar nicht, aber es ist doch ein wunderschöner Satz, der vor allem völlig unerwartet kam von dieser Frau, mit der ich sonst nur über unsere Hunde oder das Wetter spreche.

Und weil dieser Satz so unerwartet und schön war, wollte ich ihn mit euch teilen 🙂 ebenso wie eine kleine Neuentdeckung in Form einer Tasse Tee, die ich gerade zum ersten Mal trinke:

Orangenminze – die besondere Schwester der Pfefferminze

Feierabend-Teechen

Feierabend-Teechen

Die Orangenminze habe ich aus dem wunderschönen Kräutergarten Pommerland und ich wollte sie eigentlich „nur“ zum Mischen für andere Tees benutzen. Als ich aber ihren ganz besonderen Duft mitbekommen habe, war mein Interesse geweckt. Und sie hat es in sich!

Der Duft ist ganz blumig und sanft – der Geschmack hingegen kräftig und angenehm!

Sie schmeckt überhaupt nicht nach Minze, denn sie hat kein Menthol. Sie schmeck am Anfang recht aromatisch und frisch, hat aber einen herben Nachgeschmack und diese „Trockenheit“ von schwarzem Tee (den ich sehr gerne trinke). Ich bin begeistert 🙂

Und ihre Wirkung kann sich ebenfalls sehen lassen:

Sie beruhigt das Denken, stärkt das Herz, ist antibakteriell und lindert Krämpfe. Dazu ist sie keimtötend.

Also ich kann meine neue Freundin, die Orangenminze, nur empfehlen 🙂 Für Tees nicht zuviel verwenden, damit die herbe Note nicht überhand nimmt. Der tolle orangenblumige Duft wäre auch eine Idee für Kräuterbeutel oder Duftsäckchen und Schlafkissen!

Achtung: Jungtauben-Zeit! So kann man Fluganfängern helfen

Vor ca. 3 Wochen habe ich noch 2 aus dem Nest gefallene Taubenkinder beerdigt, die noch fast ganz ohne Federn und nicht lebensfähig waren. Aber jetzt sieht es anders: Die jungen Tauben verlassen ihre Nester. Da sie hierbei manchmal Probleme haben, ein paar Infos:

Jungtauben am Boden helfen

junge Taube (Anfang August)

junge Taube (Anfang August)

Diese junge Taube habe ich heute morgen entdeckt und es ist genau die klassische Situation, die jedem passieren kann:

Junge, noch nicht flugtüchtige Tauben haben das Nest verlassen und sitzen am Boden.

Vorweg: Noch junge Tauben erkennt man an ihrem noch nicht ganz „fertigen“ Gefieder, einem noch etwas untypischen Schnabel und an gelben Flaumfedern am ganzen Körper oder im Kopfbereich. Sie verlassen ihr Nest, können aber noch nicht eigenständig fliegen und überleben.

Das ist an sich nicht sonderlich problematisch, denn in aller Regel werden sie von ihren Eltern solange gefüttert, bis sie richtig fliegen und sich dann selbstständig versorgen können. Da aber unsere Welt leider größtenteils nicht mehr für Tiere vorgesehen ist, können sie in dieser Situation in Gefahr sein.

Junge Tauben entdeckt: Das kann man tun

Gefahren für diese jungen Tauben sind u.a. Katzen und Hunde, die sie jagen könnten, Straßen und Autos sowie Menschen. Daher bitte prüfen:

Ist die Taube an diesem Ort sicher? 

Wenn nicht, kann man ihr folgendermaßen helfen:

  • Umsetzen an eine geschütztere Stelle (z.B. weg von der Straße)
  • Auf eine erhöhte Stelle setzen zum Schutz vor Katzen (Mauervorsprung, Garagendachg o.ä.) – allerdings darauf achten, dass man sie nicht in die pralle Sonne setzt
  • in einen geräumigen, aber nicht zu niedrigen Karton setzen, in dem sie vor Katzen geschützt ist, aber noch von den Eltern gefüttert werden und dann auch selbstständig den Karton verlassen kann.
  • Wenn das alles nicht machbar ist (Hauptstraße, zu viele Menschen oder Katzen oder andere Gefahren): Sichern und in geeignete Hände geben- hier bekommt man z.B. Hilfe: Facebookgruppe Wildvogel-Notfälle oder Wildtierstationen, vogelkundige Tierärzte oder engagierte Tierheime
  • Wichtig: Sind Tauben zu früh aus dem Nest gefallen und noch „Nestlinge“ (können sich also noch nicht fortbewegen und stehen), muss auf jeden Fall geholfen werden!

Tipp zum Anfassen: Am besten zum eigenen Schutz ein leichtes Handtuch (Geschirrhandtuch) oder T-Shirt über die Taube legen/werfen und sie dann mit beiden Händen umschließen. Der Menschengeruch stört die Elterntiere NICHT (bei Säugetieren ist das anders)!

In der Regel dauert es nur wenige Tage, bis die junge Taube dann soweit ist, durchstarten zu können. Ich habe zweimal jungen Tauben geholfen und beide Male waren sie nach 2 Tagen weg 🙂

Wichtig ist aber, immer genau zu überlegen, ob ein Wildtier wirklich Hilfe braucht. Oft regelt die Natur viel selbst, wenn ihr eben nicht die Welt der Menschen zu sehr in die Quere kommt.

Hier gibt es Tipps und Hilfe:

Ich habe mich im Zweifelsfall immer an die örtliche Wildtierstation gewandt und wurde gut beraten. Ebenfalls schnelle und kompetente Hilfe gibt es in der tollen Facebook-Gruppe „Wildvogelhilfe“ – sehr zu empfehlen!

Also, haltet am besten auch etwas die Augen auf in den nächsten Tagen. Tauben haben es sehr schwer in unseren Städten, daher ist es toll, wenn man ihnen wenigstens beim Start ins Leben vielleicht etwas helfen und ein Auge auf sie haben kann!

taubenfeder